03.09.2012

KARSTADTBilliger kochen und kellnern

Der Essener Kaufhauskonzern Karstadt muss offenbar weiter sparen und will sich daher von rund 1400 Gastronomie-Beschäftigten trennen - um sie gleich wieder zu schlechteren Bedingungen einzustellen. Ende vergangener Woche wurde den Betroffenen in einem elfseitigen Schreiben mitgeteilt, dass sie künftig bei der Le Buffet Restaurant GmbH angestellt würden, einer hundertprozentigen Tochterfirma des Konzerns. Grund für die Maßnahme sei, dass sich Karstadt "künftig noch intensiver auf die eigentliche Kernkompetenz des Unternehmens" konzentrieren wolle, heißt es in dem Schreiben. Was der Brief verschweigt: Der Konzern erhofft sich durch die neue Struktur Einsparungen in Höhe von etwa 2,7 Millionen Euro, weil die Mitarbeiter von Le Buffet nicht nach dem Karstadt-Haustarif, sondern nach den deutlich niedrigeren Tarifen der Gastro-Gewerkschaft NGG entlohnt werden. Für Köche und Kellner heißt das unter anderem, dass sie künftig 40 statt 37,5 Wochenstunden arbeiten müssen, weniger Urlaub und weniger Geld bekommen. Wer gegen seine Ausgliederung Einspruch einlege, müsse mit einer Kündigung rechnen, heißt es in dem Schreiben. Die neue Regelung soll bereits zum 1. Oktober in Kraft treten, obwohl der Aufsichtsrat noch nicht zugestimmt hat und der Gesamtbetriebsrat sie ablehnt. Erst Mitte Juli hatte Karstadt angekündigt, 2000 Stellen abbauen zu wollen. Dabei hatte Karstadt-Eigner Nicolas Berggruen bei der Übernahme des Warenhauskonzerns vor zwei Jahren versprochen, alle Jobs zu erhalten und die Rahmenbedingungen nicht zu verschlechtern. Karstadt äußerte sich zu dem Vorgang nicht.

DER SPIEGEL 36/2012
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