17.11.1997

DATENDIENSTESpringer gibt „Go on“ auf

Die drei Medienunternehmen Bertelsmann, Springer und die WAZ-Gruppe ("Westdeutsche Allgemeine Zeitung") wollen auf dem Multimediasektor miteinander kooperieren. Bei Vorgesprächen mit dem Kartellamt erhoben die Wettbewerbshüter keine Einwände. Gegenwärtig wird noch an dem komplexen Vertragswerk gefeilt. Der Plan: Der Axel Springer Verlag wird seinen vor knapp einem Jahr in Hamburg und Berlin gestarteten regionalen Online-Dienst "Go on" aufgeben. Der scheidende Vorstandsvorsitzende Jürgen Richter hatte bereits auf seiner Bilanzpressekonferenz im Frühjahr beklagt, daß die Internet-Aktivitäten seines Hauses bisher mehr als 30 Millionen Mark gekostet hätten, dagegen stünde lediglich eine Million Mark an Einnahmen. "Go on", das mit bisher nur 2000 Abonnenten wenig erfolgreiche Produkt, soll aufgehen in einem 50:50-Joint-venture mit der Zeitungsgruppe WAZ. Deren Regionaldienst "cityweb", der in Nordrhein-Westfalen mit 27 000 Kunden operiert, soll zu einem bundesweiten Online-Service ausgebaut werden, den die beiden Verlage auch anderen regionalen Anbietern öffnen wollen. Springer und WAZ stützen sich dabei auf die künftig gemeinsam mit dem Bertelsmann-Konzern zu je einem Drittel betriebene Technikfirma Telemedia.
Von Heinlein und

DER SPIEGEL 47/1997
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