15.01.1996

FernsehenAusverkauf in der ARD

Die ARD will im großen Stil Fernsehstudios privatisieren, um Kosten einzusparen und Aufträge von kommerziellen Sendern zu ergattern. So gibt es im Bayerischen Rundfunk (BR) Überlegungen, die TV-Betriebe für die Produktion von Filmen, Shows und Serien für 200 Millionen Mark an einen Investor zu verkaufen, wie es in einem internen Papier heißt. Die Ausgliederung betrifft beispielsweise die Rateshow "Ja oder nein" mit Joachim Fuchsberger, aber keine Informationssendungen. Der BR gibt offiziell an, er wolle Miteigentümer bleiben, aber auch Partner wie das ZDF, die Filmfirma Bavaria, Banken und TV-Produzenten für die neue Studio-Gesellschaft gewinnen. In dem BR-Papier ist von einem "erzwungenen Verzicht auf Produktionsmittel unter dem Eindruck einer immer enger werdenden Finanzausstattung" die Rede. Die ARD kritisiert, sie werde bei der für Anfang 1997 vorgesehenen Erhöhung der Rundfunkgebühren um 4,45 Mark auf 28,25 Mark zu schlecht bedacht. Nach Meinung der Gebührenkommission der Länder aber muß die ARD rationalisieren, etwa in der TV-Produktion.

DER SPIEGEL 3/1996
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