29.10.2012

BriefeNur das Werk zählt

Nr. 42/2012, Der chinesische Dissident Liao Yiwu attackiert Mo Yan, den designierten Nobelpreisträger für Literatur
Die Reaktion von Liao Yiwu auf die Vergabe des Literaturnobelpreises an Mo Yan ist nicht nur verletzend und von außerordentlicher Menschenfeindlichkeit geprägt, sondern zeigt auch, dass Liao Yiwu das Werk von Mo Yan entweder nicht gelesen oder einfach nicht verstanden hat.
Rainer Justke, Neckarsteinach (Hessen)
Man muss für die politische Sichtweise von Liao Yiwu Verständnis haben. Er hat uns in seiner Frankfurter Rede den Spiegel vorgehalten und aufgezeigt, wie gemein wir uns unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten mit einem Unrechtsregime machen. Völlig falsch wäre es aber, einen Genrepreis wie den Literaturnobelpreis nur noch in einem politischen Kontext zu vergeben, die Stellung des Autors in seinem Staat zum Maßstab zu erheben und nicht das Werk in seinem literarischen Wert allein bewerten zu können. Den Chinesen Mo Yan würde kaum jemand für den Friedensnobelpreis oder den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels vorsehen. Für ihn gilt das, was bei Natur- und Wirtschaftswissenschaftlern zählt - nur die fachspezifische Leistung.
Peter Schmidt, Wedel (Schl.-Holst.)
Hamburger Autorenvereinigung
Mo Yan mag wohl nach außen hin angepasst erscheinen, seine Bücher aber sind in sich gekehrt und spiegeln das Leben auf dem Lande wider. Sie werden von den Chinesen wahrgenommen und gelesen. Das ist ein größerer Beitrag, als Liao Yiwu vorweisen kann, der sich der Gedankenwelt westlicher Berichterstatter anpasst und ihre Suche nach Missständen befriedigt, um dafür in den Adelsstand gehoben zu werden.
Peter Sanden, Jesteburg (Nieders.)

DER SPIEGEL 44/2012
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