17.06.1996

Klaus Wedemeier,

52, ehemaliger Bremer Bürgermeister, trägt schwer an seinem Dr. h. c. Die Würde eines Doktor ehrenhalber erhielt der frühere Angestellte im Elektrogroßhandel jüngst von einer amerikanischen Bildungsanstalt, dem Dickinson College im US-Staat Pennsylvania, verliehen. Wedemeiers "moralisches Engagement" sowie seine "Integrität und Humanität" wollten die Amerikaner würdigen. Doch ob Wedemeier die Berechtigung erhält, den Titel zu führen, ist nach mehrwöchigem Anerkennungsverfahren durch den dafür zuständigen Wissenschaftsbeamten noch immer offen. Das Dickinson College gilt in akademischen Kreisen als eine "Art Übergymnasium" ohne Promotionsrecht. "Doktortitel nur für zu Hause?" juxte der Bremer Weserkurier. Wedemeier, inzwischen als General-Manager bei dem Kommunikationsunternehmen Vebacom, einer Tochter des Konzernmultis Veba, tätig, verfolgt das Ringen um seine Ehrendoktorwürde, wie er sagt, "amüsiert". Allerdings, auch das sagt der Ex-Bürgermeister, besitze der südafrikanische Bischof Tutu ebenfalls den Dr. h. c. jenes amerikanischen Instituts: "Und der macht regen Gebrauch davon."

DER SPIEGEL 25/1996
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