05.11.2012

KUNSTMARKTWarhol für alle

Die New Yorker Christie's-Expertin Amy Cappellazzo, 45, über die kommenden Andy-Warhol-Versteigerungen ihres Auktionshauses
SPIEGEL: Am 12. November veranstaltet Christie's die erste einer ganzen Serie von Warhol-Versteigerungen. Was bringen Sie auf den Markt?
Cappellazzo: Drei Werkgruppen mit insgesamt 350 Stücken. Zuerst kommen Fotos zur Versteigerung, dann Gemälde, dann Drucke. Viele Arbeiten werden weniger als 10 000 Dollar kosten. Viele Menschen werden ihren ersten Warhol kaufen können.
SPIEGEL: Es sind alles Werke aus dem Bestand der Andy-Warhol-Stiftung in New York. Die will ihre gesamte Sammlung verkaufen. Was wird da noch alles auf den Markt geworfen?
Cappellazzo: Das ist im Moment schwer zu sagen, es sind viele tausend Werke. Sie haben nicht nur Kunst, sondern auch Fotonegative, Kontaktbögen und Quellenmaterial.
SPIEGEL: Warum löst die Warhol-Stiftung ihre Kollektion überhaupt auf?
Cappellazzo: Die Aufgabe der Stiftung ist es, Künstler und Institutionen in ihrer Arbeit zu unterstützen. Sie ist einer der wichtigsten Förderer der bildenden Kunst in den USA. Durch den Verkauf wird sie dafür mehr Geld haben. Jeder Dollar wird in die Kunst fließen.
SPIEGEL: Zerstört diese Schwemme nicht den Warhol-Markt?
Cappellazzo: Christie's ist der unbestrittene Marktführer, wenn es um Warhol geht. Auf allen Ebenen, von seinen Gemälden aus den Sechzigern, die für mehr als 70 Millionen Dollar weggingen, bis zu seinen Fotos oder Siebdrucken. Wir wissen, was wir tun. Es dürfte keinen Künstler geben, der so viel gehandelt wird wie Warhol, und wir sind zuversichtlich, dass seine Arbeiten eher noch an Wert zunehmen werden. Die Stiftung hat schon immer verkauft, wir haben das Geschäft nur übernommen. Bisher gingen größere Werkgruppen an Kunsthändler, wir erreichen mit den Versteigerungen die Sammler nun direkt.

DER SPIEGEL 45/2012
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