29.07.1996

Autoren„Gegen den Bolschewismus“

SPIEGEL: Herr Konsalik, kennen Sie den Kollegen Bittner, der Ihren Romanen "faschistoide" Tendenzen vorwirft?
Konsalik: Nein, ich kannte bisher nicht einmal seinen Namen. Herr Bittner bezieht sich wohl auf jene meiner 150 Romane, die im Zweiten Weltkrieg spielen. Das weckt den Verdacht, daß er das Kainsmal "faschistoid" auch dem anhängen will, der im Kalten Krieg gegen den Bolschewismus geschrieben hat. Sechs meiner Bücher sind für die Verfilmung ausgewählt worden. Herr Bittner möge darlegen, was in meinen Romanen "faschistoid" sein soll.
SPIEGEL: Ihre Werke gehören zu den Weltbestsellern. Wieso braucht deren Verfilmung öffentliche Zuschüsse?
Konsalik: Um die habe ich nicht nachgesucht. Das ist Sache der Produktion. Die Filmförderung ist als ein Kredit anzusehen, der möglichst vollständig zurückfließen soll.
SPIEGEL: Gibt es markante Abweichungen in den Drehbüchern?
Konsalik: Natürlich. Buch und Film sind verschiedene Medien. Die Verfilmung von "Der rostende Ruhm", die Geschichte eines - im übrigen auch verleumdeten - Arztes, spielt 1996. Den Roman aber habe ich 1960 geschrieben. Klar, daß hier das Drehbuch aktualisiert werden muß.
SPIEGEL: Sie gelten als Trivialautor, der Herz-Schmerz-Schmalz mit teutonischer Landser-Rhetorik verbindet. Geschieht Ihnen damit Unrecht?
Konsalik: Ja. Meine Romane wurden in 42 Sprachen übersetzt - bestimmt nicht wegen deutschnationaler Kitschprosa. Sonst hätte auch der eher linksorientierte WDR kein Interesse an meinen Stoffen.
SPIEGEL: Woran arbeiten Sie gerade?
Konsalik: Meinen zur Buchmesse erscheinenden Roman "Die Ecstasy-Affäre" habe ich gerade abgeschlossen. Jetzt genieße ich zunächst Bayreuth.

DER SPIEGEL 31/1996
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