15.02.1999

PKKÖcalan nach Deutschland?

Die Bundesregierung rechnet damit, daß sich PKK-Chef Abdullah Öcalan den deutschen Behörden stellt. Der untergetauchte Kurdenführer ist angeblich verzweifelt, weil ihn kein europäisches Land aufnehmen will. Zudem fürchte er, daß ihn türkische Spezialeinheiten kidnappen könnten. Es werde immer wahrscheinlicher, daß Öcalan freiwillig in ein deutsches Gefängnis gehe, heißt es in Sicherheitskreisen. Der 49jährige wird von der Bundesanwaltschaft wegen mehrfachen Mordes mit einem Haftbefehl gesucht.
Im vergangenen November reiste Öcalan nach Italien. Er wurde dort inhaftiert, doch die Bundesregierung verzichtete auf seine Auslieferung - aus Angst vor Anschlägen der in Deutschland lebenden 50 000 PKK-Anhänger. Nach jüngsten Einschätzungen der Sicherheitsbehörden dürfte es jedoch nicht zu Ausschreitungen kommen, wenn sich der Kurdenchef freiwillig stellt.

DER SPIEGEL 7/1999
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