07.01.2013

BriefeMuffins kaufen!

Nr. 52/2012, Berufstätige Mütter fühlen sich gemobbt
Nicht nur die Frauen hacken auf den Frauen rum - es sind auch die Männer. Zum Beispiel diejenigen, die einem am Arbeitsplatz vorrechnen, dass es sich doch eigentlich gar nicht lohnt, dass man arbeitet, und die gleichsam vorwurfsvoll nachfragen, in was für einer Einrichtung das Kind denn nun "steckt". Auch schreibt die Autorin aus einer Luxusposition heraus. Denn oft fehlen gute Betreuungsplätze oder sind unbezahlbar.
Kristina Beer, Springe (Niedersachsen)
Manchmal habe ich den Eindruck, wir leben 23 Jahre nach der deutschen Einheit wieder im emanzipatorischen Mittelalter. Da kämpft eine Ex-Familienministerin um flächendeckende Kita-Plätze (gab es im Osten schon alles!), da beklagen berufstätige Frauen die mangelnde Akzeptanz in der Gesellschaft. Ich lebe mit drei Kindern in einer Ehe, in der beide Eltern bis zu 50 Stunden die Woche berufstätig sind. Meine Heimat wird mit immer mehr zugezogenen West-Familien konfrontiert, die grausige Vorstellungen von Beruf und Familie mitbringen. Ein Punkt mehr, wo wir durch eine wirklich gleichberechtigte Einheit in eine Diskussion hätten finden können, die uns vor solchen verzweifelten Kommentaren bewahrt hätte.
Peter Effenberg, Potsdam
Vielen Dank für den Kommentar - trifft genau meine Lebenswelt! Der Druck, auf allen Baustellen - Job, Kind, Mann, Freundeskreis - zu reüssieren, kann riesig sein. Die Kritik am momentanen Mütter-Perfektionismus ist unbedingt berechtigt. Aber schade um den Schluss des Textes: Zwar backt die berufstätige Mama keine Muffins für die Kita-Geburtstagsfeier des kleinen Sohnes, dafür tut es aber der Papa. Eltern-Perfektionismus zum Teufel! Muffins fertig kaufen und sich einfach entspannen, das wäre doch was!
Isabelle Arend, Berlin
Heute steckt hinter jeder erfolgreichen Frau ein starkes Netzwerk. So kenne ich bekennende Feministinnen, die kein moralisches Problem damit haben, die eigene Mutter, Oma oder Tante als kostenlose
Babysitterin auszubeuten. Während diese Frauen sich dafür feiern lassen, dass sie Kind und Karriere mühelos miteinander kombinieren, schuften bei ihnen zu Hause lauter heimliche gute Geister und erfüllen völlig unemanzipiert alle typischen Aufgaben einer Hausfrau.
Barbara Goldberg, Frankfurt am Main

DER SPIEGEL 2/2013
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