07.01.2013

AFFÄRENDie Verschwörung

Lance Armstrong bekämpfte jeden rücksichtslos, der ihn des Dopings bezichtigte. Dann wurde er überführt. Ein Kriminalstück über menschliche Abgründe.
Lance Armstrong war vieles in seinem Leben, er war Großmaul, Superheld, Todkranker, Geheilter, Vorbild, Feindbild, Tyrann, Halbgott, Arschloch, Anti-Krebs-Lobbyist, Egomane, Heilsbringer und Betrüger. Meistens war er alles zur gleichen Zeit, scheinbar gut und tatsächlich eher schlecht.
Für Betsy und Frankie Andreu war er ein Fluch, der ihr Leben zu zerstören drohte. Frankie fuhr als Radprofi lange an Armstrongs Seite, sieben Jahre insgesamt, sie waren "beste Kumpel", wie er sagt. Dann zerstörte das Doping ihre Freundschaft und machte sie zu Feinden.
An einem Novembertag sitzt das Ehepaar Andreu am Esstisch seiner Wohnküche in Dearborn, einem Vorort von Detroit. Die beiden sprechen energisch, je heftiger sie sich darüber empören, was sie durchgemacht haben, desto lauter werden sie. Betsy, 46, schwarzes Haar, graue Jogginghose, violettes Top, hält einen Kaffeepott mit den Händen umschlossen; Frankie, ebenfalls 46, Basecap stramm auf den Kopf gezogen, ist im Stuhl heruntergerutscht, hat seine Füße mit den Wollsocken auf die Tischplatte gelegt und seine Hände in die Cargohose gestopft.
Vor ein paar Wochen wurden Armstrong seine sieben Siege bei der Tour de France aberkannt, er ist nun auf ewig aus dem Radsport verbannt. Für die Andreus bedeutet das: Die Zeit, in der sie sich rechtfertigen mussten, ist damit für beendet erklärt.
Wie geht es ihnen jetzt? "Wir sind viel entspannter", sagt Betsy. Sie schreit fast. Es ist nicht leicht, in einen sanfteren Modus zu wechseln, wenn man sich lange in einen Guerillakrieg verwickelt sah.
Das Haus der Andreus war die Zentrale des zivilen Widerstands gegen Armstrong, ein Knotenpunkt für Informationen und Kontakte, ausgetauscht durch E-Mails, Telefonate und bei Besuchen. Das Ehepaar hat sich diese Rolle nicht ausgesucht. Vor sieben Jahren hatte es unter Eid bezeugt, dass Armstrong nach einer der Krebsoperationen gegenüber Ärzten Doping eingestanden habe. Alles wäre einfacher für sie gelaufen, wenn sie ihn damals vor Gericht entlastet hätten. Aber zu lügen, erst recht unter Eid, kam für sie nicht in Frage.
Danach kämpften sie gegen die öffentlichen Verleumdungen durch Armstrong. Sie kämpften für die Wahrheit, gegen die Isolation, für einen ungetrübten Familienalltag mit drei Kindern, auch für ihre Ehe, die unter dem ganzen Wahnsinn litt.
Die Lage hat sich 2012 innerhalb weniger Monate gedreht, die Welt weiß inzwischen, was wahr ist und was Täuschung. Armstrong hat gedopt und betrogen. Nun ist er verstummt. Interviews lehnt er ab, wahrscheinlich steckt er die meiste Zeit über in seiner Villa in Austin, Texas, abgeschottet hinter Sandsteinmauern und geschmiedeten Zufahrtstoren. Aus dieser Bastion twitterte Armstrong im November ein Foto von sich, wie er ausgestreckt auf dem Sofa liegt, über sich sieben Gelbe Trikots an der Wand, einzeln gerahmt und angestrahlt. Ein vorerst letzter, trotziger Gruß eines Hochstaplers.
Die Geschichte des Lance Armstrong, 41, sein Aufstieg und Absturz, sie klingt wie ein Märchen. Es erzählt von einem Mann, der fast gestorben wäre, der seine Krankheit besiegte und danach bei der Tour de France schaffte, was vor ihm kein Mensch vollbracht hatte, nicht mal ein kerngesunder. Sein Erfolg wirkte so atemberaubend, dass Armstrong weit über den Radsport hinaus bewundert wurde.
Er war ein Held für ganz Amerika. Aufgewachsen in ärmlichen Verhältnissen, verprügelt vom Stiefvater und ohne Highschool-Abschluss, schaffte er es hoch hinaus, bis ins Scheinwerferlicht neben Größen aus Politik, Wirtschaft und Showbusiness. Armstrong faszinierte nicht bloß einfältige Kreise seiner Heimat Texas, ebenso brachte er aufgeklärte Menschen an Ost- und Westküste der USA dazu, ihn als eine Ikone zu betrachten.
In diesem Märchen allerdings entpuppt sich der Gute als der Böse. Armstrong baute um sich herum ein Dopingsystem auf, das jahrelang perfekt funktionierte und kaum zu enttarnen war. Es wurde betrieben und zusammengehalten von Armstrong, von seinem Rennteam und von Ärzten, und so wie es aussieht, halfen Funktionäre und Politiker dabei, den Betrug zu decken. Positive Tests wurden verschleiert, Widersacher eingeschüchtert, unter Druck gesetzt, aus dem Weg geräumt. So blieb das System lange intakt.
Doch im vergangenen Sommer implodierte es, weil zu viele Komplizen ihr Wissen preisgaben. Sie erzählten es der amerikanischen Anti-Doping-Agentur, der Usada. Als Armstrongs Jäger genug Beweise gesammelt hatten, um ihn zur Strecke zu bringen, sprachen sie von einer "Verschwörung". So gewaltig erschien ihnen, was sie da herausgefunden hatten.
Heute belegen zahlreiche Aussagen und Dokumente, mit welchen Mitteln und Methoden Armstrong und sein Team fit gemacht worden sind. Elf ehemalige Mannschaftskollegen haben es detailliert beschrieben. Ihre eidesstattlichen Erklärungen und die weiterer Zeugen bilden die Basis der Anklage gegen Armstrong und lassen die Usada fest daran glauben, ihn überführt zu haben. Armstrong, Sportarzt Michele Ferrari und andere Beteiligte bestreiten aber weiterhin alles, was ihre Karriere und Arbeit nicht in bestem Licht dastehen lässt.
Der Held ist abgestürzt, doch die Geschichte des größten Dopingskandals, den die Welt gesehen hat, geht weiter. Armstrong befindet sich im freien Fall, und in welcher Tiefe er aufschlagen wird, lässt sich ahnen. Er muss sich auf Klagen gefasst machen. Es kann passieren, dass er viel Geld verlieren wird, vielleicht sein Vermögen von über 100 Millionen Dollar, vielleicht für einige Jahre die Freiheit.
Wer sich auf die Spuren des Komplotts begibt, auf die Suche nach einem Bild der Ereignisse, erfährt viel über kriminelle Energie und über Schicksale. Es erscheinen Menschen, die von Armstrong angezogen und verstoßen wurden. Leute wie Tyler Hamilton, ein früherer Teamkollege, der Armstrong zunächst verehrte, Doping als selbstverständlich akzeptierte, am Ende aber auspackte, als sich die Lebenslüge nicht mehr aufrechterhalten ließ.
Wer sich aufmacht in den zerfallenen Lance-Armstrong-Kosmos, trifft auf die Andreus. Und auf Richard Young, Rechtsanwalt der Usada. Er gehört zum kleinen Team von Jägern, das Armstrong überführt hat. Young sagt: "Wir haben unseren Job gemacht."
I. Beichte im Krankenhaus
Als bei Lance Armstrong am 2. Oktober 1996 Krebs im fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert wird, ist er 25 Jahre alt. Von einem Hoden aus hat sich die Krankheit über den Körper ausgebreitet, in der Lunge und im Gehirn wuchern Metastasen. Seine Karriere als Radprofi scheint abrupt zu enden, jetzt geht es nur noch darum, am Leben zu bleiben.
Er wird zweimal operiert, Tumore werden aus seinem Kopf herausgeschnitten, Armstrong soll sich einer Chemotherapie unterziehen. Der Patient hat in diesen Tagen Vertraute um sich herum geschart, auch Frankie Andreu gehört dazu. Die beiden fahren seit vier Jahren im selben Team, bei Motorola. Am 27. Oktober reist Andreu nach Indianapolis, wo Armstrong im Krankenhaus der Universität liegt. Ihn begleitet seine Verlobte, Betsy Kramar.
Betsy und Frankie stehen bei Armstrong im Raum, sie sind zu siebt, als zwei Männer in weißem Kittel eintreten. Betsy drängt Frankie, das Zimmer zu verlassen, um beim Gespräch mit den Ärzten nicht zu stören. Frankie erwidert: "Wieso? Lance sagt, wir können bleiben."
Also bleiben sie. Eine Entscheidung, die ihr Leben prägen wird. Die Mediziner fragen Armstrong allerlei.
Dann möchte einer der beiden, ein dunkelhaariger Mann mit Brille, von dem Krebspatienten wissen, ob er jemals Dopingmittel genommen habe. Armstrong - daran erinnern sich die Andreus genau - habe fünf genannt: Epo, Testosteron, Wachstumshormon, Cortison und Steroide.
Frankie Andreu ist überrascht, was Armstrong alles vor Zeugen auflistet. Betsy ist entsetzt. Sie ahnt nicht, dass Radprofis leistungssteigernde Substanzen nehmen. Sie glaubt, dass dieses Zeug bei Armstrong den Krebs ausgelöst hat.
Als sie draußen stehen, schreit Betsy ihren Verlobten an: "Wenn du auch so eine Scheiße machst, heirate ich dich nicht, verdammt!" Frankie beruhigt sie, nein, so etwas tue er nicht.
Silvester heiraten sie. Indianapolis gerät in Vergessenheit. Vorerst trübt es die Freundschaft zu Armstrong nicht mal.
"Es fällt mir schwer, irgendetwas Positives über Lance zu äußern", sagt Frankie Andreu heute, "aber wir hatten anfangs eine schöne, lustige Zeit."
Als Armstrong im Herbst 1992 nach Europa kam, stand er schnell im Mittelpunkt der US-Radprofis. Fern der Heimat bildeten sie eine Gemeinschaft, zunächst in Como, Italien. Armstrong war großmäulig, aggressiv, larger than life, ein junger Kerl, der nicht vorhatte, sich um etwas anderes als das eigene Vorankommen zu scheren. Weil viele der amerikanischen Fahrer mit ihm bei Motorola unter Vertrag standen, profitierten sie von seinem Ehrgeiz und den Erfolgsprämien.
"Er wollte dominieren. Wenn er ein Rennen nicht gewann, war seine Laune beschissen", sagt Andreu. "Das ist ein guter Charakterzug für einen Teamkapitän."
Bereits 1993, in seiner ersten vollen Saison als Profi, hatte Armstrong auf einer Etappe der Tour de France gesiegt. Bei der Weltmeisterschaft in Oslo war er der Konkurrenz im Trommelregen davongefahren. Ein Champion, mit 21 Jahren.
II. Auferstehung
Er überlebt. Armstrong steht die Chemotherapie durch und setzt sich 1997 wieder aufs Rennrad. Andreu begleitet ihn mehrmals bei Trainingsfahrten in Texas. Einmal fragt ihn Armstrong, wie Betsy reagiert habe, als sie in Indianapolis von den Dopingmitteln hörte. "Sie ist ausgeflippt", erzählt ihm Andreu. Armstrong weiß jetzt, dass die Frau seines Freundes als Mitwisserin ein Risiko darstellt.
Er bereitet sein Comeback vor. Und er gründet eine Krebsstiftung. Sie wird sein Werkzeug, um aus dem Rennfahrer den berühmten Wohltäter zu kreieren, die Marke Lance Armstrong. Er ist Gesicht, Hirn und Seele der Stiftung, ihre DNA.
Von 1998 an bestreitet er für das US-Postal-Team Rennen wie die meisten aus der Clique der Amerikaner, darunter George Hincapie, Christian Vande Velde, Kevin Livingston, Frankie Andreu. Auch Tyler Hamilton, neu an Armstrongs Seite. Armstrong ist sofort der Boss, wer sonst?
Schon im Trainingslager in Kalifornien wischt er alle Zweifel beiseite, dass er vom Krebs genesen sei. "Scheiß auf euch alle!", brüllt er im Sattel und tritt an. "Ihr Weicheier lasst euch von Cancer Boy zeigen, was eine Harke ist?"
Hamilton lernt einen Mann kennen, der allergisch gegen Ruhe ist. Einen Kontrollsüchtigen, der alles bestimmt: die einzig akzeptablen Frühstücksflocken, die Trainingsstrecken, die richtigen Verschlüsse für Trinkflaschen. Armstrong legt fest, welcher Betreuer am besten massiert, wo man das beste Brot bekommt, und er belehrt alle, welcher Aktienkurs an der Börse anziehen werde. Wenn er was schätzt, quittiert er es mit einem Nicken, was er nicht mag, mit einem Schnauben. Pffff. Es gibt nur richtig oder falsch, großartig oder schrecklich, dazwischen liegt nichts.
Menschen, die Armstrong verabscheut, nennt er "choad". Das ist eine Wortschöpfung aus "chump", Volltrottel, und "toad", Kröte. Leute, die sich beklagen, sind Choads für ihn. Wer sich verspätet, ist ein Choad. Wer Ausreden sucht, wer im Windschatten fährt - alles Choads. Und wer für Armstrong einmal ein Choad ist, bleibt ein Choad. So teilt Armstrong seine Welt ein: in Choads und Nicht-Choads.
Hamilton imponieren Armstrongs Energie, dessen bissiger Humor und Führungsstärke. Dass Armstrong launisch ist und andere tyrannisiert, nimmt er hin.
Die Amerikaner leben die Saison über in Nizza, auch ihre Frauen, regelmäßig kochen sie gemeinsam oder gehen aus. Unter den Frauen kursieren Spitznamen für die Männer. Hincapie heißt "Papagei", weil er Armstrong nachplappert, Andreu "Cranky Frankie", weil er manchmal mürrisch wirkt und Armstrong widerspricht.
Und es gibt noch das "Arschloch". Damit ist Armstrong gemeint.
III. Das perfekte System
Als Armstrong 1999 erstmals wieder die Tour de France fährt, wird das als Neustart des Radsports gefeiert. Ein Jahr zuvor hatte der Festina-Skandal um breitgefächertes Doping die Tour erschüttert, nun liefert Armstrong eine versöhnliche Story. Er gewinnt den Prolog, ihm wird das Gelbe Trikot übergestreift. "Ich bin vielleicht ein besserer Radrennfahrer geworden", sagt er, "bestimmt aber ein besserer Mensch."
Paris, das Ziel der Tour, erreichen Armstrong und sein US-Postal-Team im Triumphzug. Das Comeback ist perfekt, und Armstrong feuert den Auferstehungsmythos an: "Das war nicht Hollywood, das war nicht Disney. Meine Story ist phantastisch, aber wahr. Ich bin sehr glücklich und habe ein absolut reines Gewissen." Im Weißen Haus empfängt Präsident Bill Clinton den neuen Nationalhelden.
Seinen Erfolg verdankt Armstrong einem ausgeklügelten Dopingsystem. Es ist so strukturiert aufgebaut wie das der einstigen DDR, so umfassend angelegt wie das bei den Radprofis des Team Telekom und so abgeschottet wie das der Chinesen.
Dabei ist das, was Armstrong treibt, nicht einmal sonderlich innovativ. Das System folgt den klassischen Methoden des Ausdauersports: Zum Muskelaufbau gibt es Wachstumshormon und Testosteron, als Pillen, gespritzt oder auf Pflastern verabreicht. Dazu kommen Epo und später Eigenblut-Reinfusionen zur Steigerung der Kondition. Und Cortison und Actovegin dienen dazu, die Form aufzufrischen. Ein Durchschnittsfahrer in Armstrongs Team muss für diese Medikamente rund 15 000 Dollar im Jahr aufbringen.
Was Armstrong von den Konkurrenten unterscheidet, ist seine Entschlossenheit. Doping dient nicht nur der Leistungssteigerung im Wettkampf, die Präparate werden auch ständig im Trainingsalltag eingesetzt. Mit ihrer Hilfe kann er härter trainieren, schneller regenerieren und sich unter den Bedingungen eines Wettkampfs auf die Streckenpassagen am Berg und im Zeitfahren vorbereiten.
In der Wahl seiner Betreuer geht Armstrong ebenfalls traditionelle Wege. Er setzt auf die Hilfe von Michele Ferrari, einem Sportarzt aus Ferrara, der in Italien "Dottore Epo" heißt. Unter Dopingfahndern ist Ferrari berüchtigt. Sie wissen, dass er Radrennfahrer mit leistungssteigernden Mitteln versorgt, aber erst Jahre später wird er dank der Aussagen eines Athleten vom italienischen Radsportverband lebenslang gesperrt.
Wie für alles, was mit Planung zusammenhängt, interessiert sich Armstrong brennend für Ferraris Wissen. Er drängt andere US-Postal-Fahrer dazu, sich ebenfalls in dessen Hände zu begeben, nur so werde man "richtig stark". Christian Vande Velde fühlt sich wie ein "Hund im Käfig", weil er sich gezwungen sieht zu dopen. Frankie Andreu weigert sich, bei Ferrari mitzumachen. Doch für die Tour de France nimmt er auf eigene Faust Epo, weil er glaubt, sonst nicht mithalten zu können.
Armstrong weiß, wie schlecht es für seinen Ruf wäre, wenn er mit Ferrari in Verbindung gebracht würde. Deshalb verabreden sie sich an verschwiegenen Orten. Einmal kommen sie auf dem Parkplatz einer Tankstelle zusammen, abseits der Autobahn nach Mailand. Warum hier?, fragt Betsy Andreu, die gemeinsam mit ihrem Mann in Armstrongs Auto sitzt. "Damit uns die verdammte Presse nicht aufspürt", sagt Armstrong und verschwindet im Campingbus des Arztes. Als er nach einer Stunde zurückkommt, ist er begeistert: "Meine Werte sind großartig." Auf der Weiterfahrt zieht er Frankie Andreu damit auf, dass der sich nicht von Ferrari betreuen lässt. Frankie schweigt. Erst als er und Betsy ausgestiegen sind, sagt er seiner Frau: "Ich will diese Scheiße nicht in meinem Körper haben."
Ferrari folgt Armstrong überallhin und steigt in der Nähe ab, sogar bei Trainingslagern in der Schweiz, den USA oder auf den Kanaren. Das ist ein entscheidender Vorteil. Der Arzt achtet permanent auf die Körperwerte und stimmt Trainings- und Dopingpläne penibel aufeinander ab. Nur nach Frankreich will Ferrari auf keinen Fall einreisen. Er fürchtet die Gesetze, schließlich kann man dort als Mediziner wegen Dopingvergehen im Gefängnis landen.
Ende der neunziger Jahre wird die Fahndung nach Dopingtätern intensiver. 1998 ist das Festina-Team mit riesigen Epo-Depots aufgeflogen, seitdem stehen die Radrennfahrer unter Generalverdacht. Sie spüren, dass der Druck auf sie steigt.
Gleichzeitig kann sich aber kaum jemand vorstellen, dass die Profis so dreist sind, weiterzudopen. Armstrong legt deshalb großen Wert auf Geheimhaltung. Die Injektionsspritzen werden in Sporttaschen und leeren Cola-Dosen entsorgt. Einmal kommt es jedoch zu einem Zwischenfall. Aus panischer Furcht vor einer Polizeirazzia spült ein Teamarzt im Mannschaftsbus Medikamente im Wert von 25 000 Dollar die Toilette hinunter.
Für die Tour de France haben Armstrong und seine wichtigsten Helfer Tyler Hamilton und Kevin Livingston - Kollegen nennen sie das "A-Team" - einen Motorradkurier angeheuert, den "Motoman". Er hat die Aufgabe, die drei Stars mit Stoff zu versorgen. Auf diese Weise können die Fahnder nie Dopingmittel finden.
Einmal findet ein Dinner in einem Restaurant in Nizza erst nachts statt, weil die Fahrer zum Essen einen Kurier aus Spanien erwarten. Der kann aber erst spät die Grenze passieren, weil dann die Kontrollen weniger scharf sind. Der Kurier übergibt Armstrong auf einem Parkplatz das Epo in einer braunen Papiertüte. Da sei ja endlich "das flüssige Gold", sagt Armstrong und lächelt.
Er sichert sich doppelt ab. Erstens durch die medizinische Betreuung. Er vertraut den Berechnungen von Ferrari völlig. Wenn Teammitglieder zweifeln und Angst vor Dopingtests haben, beruhigt sie der Boss: "Du siehst das ganz falsch, wir wissen, dass das ganze Team bereit ist." Und zweitens: Es gibt offenbar ein Frühwarnsystem. Armstrongs Mannschaft weiß Bescheid, wenn Kontrollen anstehen. Damit haben die Fahrer stets genügend Zeit, maskierende Maßnahmen einzuleiten.
Einmal steht jedoch unerwartet ein Dopingfahnder vor der Tür. Während er sich in der Hotellobby aufhält, läuft ein Helfer los, holt eine Kochsalzlösung aus dem Auto und schmuggelt sie unterm Regenmantel ins Hotel. Armstrong schließt sich im Zimmer ein und lässt die Lösung in seine Adern laufen. Auf diese Weise wird der Hämatokritwert, der auf den Anteil der roten Blutkörperchen hinweist, auf ein unverdächtiges Maß reduziert. Nachdem der Clou gelungen ist, kringeln sich Armstrong und seine Helfer vor Lachen.
Armstrong kauft sich in Girona, einer spanischen Stadt mit 97 000 Einwohnern am Fuße der Pyrenäen, ein Apartment. Das Haus liegt mitten im historischen Zentrum, eine schmale Gasse führt hinauf zur Kathedrale Santa Maria. Das Gebäude mit der Nummer vier ist durch ein eisernes Gitter abgeschirmt. Um hindurchzugelangen, muss jeder Besucher eine Gegensprechanlage bedienen.
In dieser Abgeschiedenheit legt Armstrong die Grundlage für seine späteren Siege am Berg und im Zeitfahren. Zum Trainingsalltag gehört auch die Einnahme von Testosteron. Meist nehmen Armstrong und seine Fahrer zermahlene Andriol-Pillen ein, die in Olivenöl aufgelöst werden. Die Fahrer nennen dieses Gemisch "das Öl". Manchmal kleben sie sich auch Pflaster mit Testosteron auf die Schulter, wenn sie nicht befürchten müssen, getestet zu werden.
Testosteron ist ein wichtiger Baustein im Dopingsystem Armstrong. Das männliche Sexualhormon wirkt zwar für den Kraftaufbau nicht so effektiv wie andere Anabolika. Aber es hat den Vorteil, dass es schwer nachzuweisen ist.
Die kleinen Hormonstöße wirken zudem sehr schnell, sind aber auch schnell wieder aus dem Körper heraus. Die Fahrer wissen: Wenn ich abends dope, ist schon am kommenden Morgen nichts mehr nachweisbar. Wird gleichzeitig mit Epo die Verfügbarkeit von Sauerstoff im Körper erhöht, können die Profis im Training höchste Belastungen ertragen. Und daraus resultiert die notwendige Härte für den Wettkampf.
So ausgeklügelt das System Armstrong auch sein mag, pannenfrei läuft es nicht. Auf der Tour 1999 wird bekannt, dass Armstrong positiv auf Cortison getestet worden war. Jetzt kommen Armstrongs hilfreiche Kontakte ins Spiel: Der Radsport-Weltverband UCI akzeptiert ein vom Teamarzt rückdatiertes Rezept für eine Creme, die angeblich einem wundgefahrenen Hintern Linderung verschaffen sollte. In der Tat ist Cortison ein gängiges Medikament, um Entzündungen zu therapieren. Es ist allerdings auch ein gebräuchliches Dopingmittel, weil es Widerstandskraft und Wohlbefinden verbessert. Die Rennfahrer fühlen sich robuster und sind leistungsfähiger.
Aber die Fahnder sind nicht ratlos. Durch den Festina-Skandal haben sie gemerkt, wie weit verbreitet Epo unter den Radprofis ist. Noch lässt es sich bei Tests nicht aufspüren. Deshalb werden viele der Urinproben, die bei der Tour genommen worden sind, eingefroren. Für eine Zeit, da die Wissenschaft bessere Analysemethoden entwickelt haben wird.
Auch Proben von Armstrong werden so aufbewahrt. Die Zeitbombe tickt.
IV. Gift für die Ehe
Die Stimmung im US-Postal-Team ist nach dem ersten Tour-Sieg großartig. Die Fahrer feiern in Paris, zusammen mit ihren Frauen. Betsy Andreu jedoch lässt sich von der Ausgelassenheit nicht anstecken. Ihr Mann bittet sie mehrmals, Armstrong zu gratulieren, doch sie weigert sich. Sie bezweifelt, dass er die Rundfahrt sauber gewonnen hat. Armstrong hält sich auf der Party von ihr fern.
Das Verhältnis der beiden verspannt sich zusehends. "Ich teile die Welt in schwarz und weiß", sagt Betsy Andreu. Sie ist katholisch, lehnt Abtreibung strikt ab und glaubt daran, dass die Ehe heilig sei. Armstrong glaubt das nicht. Vor der Hochzeit mit seiner schwangeren Verlobten Kristin will er es in Las Vegas krachen lassen, in Bars, mit Stripperinnen, das volle Vegas-Programm.
Von diesem Plan erzählt er eines Abends, als er mit Betsy und ein paar anderen Rennfahrern in einem Restaurant in Nizza isst. Betsy Andreu, schwanger, regt sich dermaßen heftig auf, dass ein Kellner fragt, ob sie miteinander verheiratet seien. "Wenn ja, dann würden wir uns jetzt scheiden lassen!", ruft Betsy.
Es gibt auch eine echte Ehekrise. Frankie Andreu lässt sein Epo, das er sich heimlich besorgt hat, in Nizza im Kühlschrank stehen - dort findet es seine Frau nach der Tour de France. Frankie rechtfertigt sich damit, dass er nicht länger habe abgehängt werden wollen von den Dopern, dass er sich wieder wie ein echter Rennfahrer habe fühlen wollen. Am Ende des Streits verspricht er Betsy, künftig die Finger von dem Zeug zu lassen.
Doping ist ein Gift, das in ihre Beziehung eingesickert ist und sich ausbreitet.
V. Blutbeutel am Bilderhaken
Mit dem Jahrtausendwechsel beginnt auch im Radsport eine Zeitenwende. Für die Fahrer ist es zu riskant geworden, Epo zu verwenden. Sie steigen nach und nach auf Eigenblutdoping um, das - anders als mittlerweile Epo - nicht nachweisbar ist. Wie viele Profis begibt sich Jan Ullrich irgendwann zu dem spanischen Spezialisten Eufemiano Fuentes, Ullrichs Kollegen vom Team T-Mobile lassen sich an der Freiburger Uni-Klinik behandeln.
Diese Art des Dopings funktioniert simpel: Die Fahrer lassen sich in der Trainingsphase Blut abzapfen, das anschließend kühl gelagert werden muss, damit es nicht verdirbt. Dann regeneriert der Körper, er produziert die für die Ausdauer so wichtigen roten Blutkörperchen wieder. Wenige Tage vor den Höhepunkten der Saison wird das entnommene Blut dann reinfundiert. In den Adern schwimmen nun mehr rote Blutkörperchen als zuvor und transportieren mehr Sauerstoff. Damit lasse sich die Ausdauerleistung um zehn Prozent steigern, schätzen Fachleute.
Aber Blutdoping ist heikel. Bei Abnahme und Rückführung muss eine medizinische Fachkraft helfen. Und es bedarf einiger Logistik, weil die Blutbeutel gekühlt bleiben und oft über weite Strecken transportiert werden müssen.
Armstrong löst das Problem auf seine Art: bestens organisiert und verschleiert.
Am 11. Juli 2000 steigt die US-Postal-Mannschaft während der Tour de France im Hotel L'Esplan in Saint-Paul-Trois-Châteaux ab. Der beschauliche Ort in Südfrankreich mit der Drei-Sterne-Herberge eignet sich perfekt für Armstrongs Zwecke. Der Sportstar ist Stammgast hier und der Hotelchef sein Freund. Oft essen sie gemeinsam und fahren Rad.
An diesem Dienstag hat das Team nach der zehnten Etappe das gesamte Hotel für sich geblockt, damit niemand stört. Armstrong bekommt wie üblich das größte Zimmer, Nummer 201. Durch die zwei kleinen Fenster, mit dicken Vorhängen verdeckt, dringt kaum Licht. Wenn Armstrong die Vorhänge zurückzieht, schaut er auf den Brunnen der Place de L'Esplan.
Livingston und Hamilton teilen sich ein angrenzendes Zimmer. So können sie sich miteinander unterhalten und sich gegenseitig sehen. Auf diese Weise wird die Bluttransfusion weniger öde, und die Ärzte können sich zwischen den Zimmern hin und her bewegen. Die Blutbeutel hängen an Haken für Bilderrahmen oder sind mit Klebeband an der Wand befestigt. Die drei Radprofis liegen auf den Betten, sie frösteln, während das kalte Blut in ihre Adern läuft. Hamilton bietet aus Spaß eine Wette an, bei wem das Blut am schnellsten in den Körper fließt.
Wegen eines anderen Vorfalls gerät Armstrong allerdings in Erklärungsnot. Seit Sommer 2000 ermittelt die französische Justiz gegen ihn. Bei der Tour sind Teammitglieder dabei gefilmt worden, wie sie Müllsäcke entsorgten. In dem Abfall wurden leere Packungen und Kanülen mit Resten von Actovegin gefunden, einem Extrakt aus Kälberblut. Actovegin fördert die Verfügbarkeit des Sauerstoffs im Blut. Allerdings ist die Wirkung umstritten und längst nicht so hoch wie beim Doping mit Epo oder Eigenblut.
Nach dem Fund des Actovegins sagt ein Teammanager, die Präparate seien Betreuern, die unter Diabetes litten, verabreicht worden. Armstrong stellt sich dumm. Dieses "Activo-irgendwas" sei ihm unbekannt; weder er noch einer seiner Kollegen hätten jemals davon gehört. Die Ermittlungen werden nach zwei Jahren eingestellt. Einige Jahre darauf werden mehrere Teammitglieder eidesstattlich erklären, das Mittel habe zum Alltag bei US Postal gehört.
Ende 2000 beendet Frankie Andreu seine Karriere als Radprofi, nachdem er die Tour an Armstrongs Seite ungedopt gefahren ist und merkt, dass er so keine Chance mehr hat. Der Entschluss erleichtert ihn. Er bleibt allerdings im Radsport, etwas anderes hat er nicht gelernt. Zunächst arbeitet er zwei Jahre lang für US Postal als Sportdirektor bei Rennen in Amerika, dann für andere Teams. Zusätzlich verdient er Geld als Streckensprecher und Fernsehreporter, schließlich muss Andreu seine Familie ernähren.
Zur Jahrtausendwende geschieht noch etwas Entscheidendes: Die amerikanische Anti-Doping-Agentur wird ins Leben gerufen. Vom ersten Tag an arbeitet ein Stanford-Absolvent als Jurist für die Usada: Richard Young aus Colorado Springs. Er gehört der weltweit verzweigten Anwaltskanzlei Bryan Cave an. Seine Kollegen lesen morgens den Wirtschaftsteil der Zeitung, Young fängt mit den Sportseiten an. Aber er glaubt an das Recht, nicht an Märchen.
VI. Armstrongs Gegner
Am 8. Juli 2001, zum Start der Tour de France, erscheint in der Londoner "Sunday Times" ein Artikel, in dem der irische Journalist David Walsh von Armstrongs Verbindungen zu Ferrari berichtet. Greg LeMond, dreimaliger Tour-Sieger aus Amerika, äußert Zweifel daran, dass Armstrong sauber sei: "Wenn ja, dann ist es das größte Comeback der Sportgeschichte. Wenn nicht, dann ist es der größte Betrug." Armstrong beschimpft Walsh öffentlich als "beschissenen Drecksack", LeMond ruft er an und droht damit, ihn als Doper zu denunzieren und angebliche Zeugen aufmarschieren zu lassen.
In all diesen Jahren driften die zwei Welten des Lance Armstrong auseinander. In der einen, der schönen Welt, fährt er bei der Tour de France von Sieg zu Sieg und wird allmählich zur Legende. 2003 liefert er sich ein episches Duell mit Jan Ullrich. Dabei bleibt Armstrong auf einer Etappe am Beutel eines Zuschauers hängen und stürzt, gewinnt aber trotzdem die Tour. Jene, die offen über seine Dopingpraktiken reden, müssen der Wucht solcher Bilder standhalten. Sie zeigen einen Mann, der auf dem Rennrad unter den Strapazen leidet, der aber stärker ist als dieses Leiden. So jemand soll ein Hochstapler sein?
Ihm nützen die laschen Dopingkontrollen. Armstrong konzentriert sich ganz auf die Tour de France - was die Zahl der Tests erheblich reduziert. Zudem verschont die UCI die Radprofis weitgehend mit unangemeldeten Trainingskontrollen. Die Gefahr, irgendwo überrascht zu werden, ist nahe null.
Außerdem verfeinert sein Team das Warnsystem. Bei der Tour sitzen zwei Beobachter im Hotel an den Fenstern und melden per Mobilfunk, wenn Tester auftauchen. Und die Fahrer vertrauen ihrem listigen Teamdirektor Johan Bruyneel, der oft Stunden oder gar Tage vorher weiß, wann Kontrolleure vorbeikommen werden. Woher Bruyneel seine Tipps bekommt, weiß niemand.
Gibt es doch Ärger, weil etwas schiefgegangen ist, erledigt das der Chef. 2001 werden bei Armstrong während der Tour de Suisse auffällige Blutwerte gemessen, für Dopinganalytiker sind es eindeutige Indizien. Doch ein offizielles Untersuchungsverfahren gibt es nicht. Kurz darauf spendet Armstrong der UCI 25 000 Dollar, später weitere 100 000, angeblich für die Dopingbekämpfung. Damit auch niemand auf die Idee kommt, Armstrong habe sich freikaufen wollen, versichert UCI-Ehrenpräsident Hein Verbruggen noch 2011: "Lance Armstrong hat niemals gedopt. Nie, nie, nie. Und das sage ich nicht, weil ich ein Freund von ihm bin. Ich sage es, weil ich sicher bin."
Zum Tour-Start 2004 wird das französische Buch "L. A. Confidentiel" publiziert, Co-Autor ist David Walsh. Es bietet einen Einblick in die zweite, die kaschierte Welt des Lance Armstrong. Es geht detailliert darum, wie er betrügt. Geschildert wird unter anderem die Szene aus dem Krankenhaus von Indianapolis. Armstrong verdächtigt die Andreus, vor allem Betsy, Walsh als Quelle gedient zu haben. Tatsächlich hatte Walsh bei seinen Recherchen die Andreus kontaktiert, und Frankie hatte Armstrong sogar davon erzählt. Nun aber setzt Armstrong den früheren Teamgefährten unter Druck. Zwei Manager aus seinem Stab treffen sich während der Tour mit Frankie Andreu und legen ihm nahe, seine Frau dazu zu bringen, schriftlich in einer Erklärung abzustreiten, was sie weiß.
Für Frankie Andreu wird die Lage kompliziert. Einerseits ist da die alte Verbundenheit zu Armstrong. Andererseits hält er zu Betsy, die gar nicht daran denkt, irgendein Statement zu unterschreiben, das eine Lüge zementiert. Innerlich entscheidet sich Frankie Andreu für seine Frau und die Wahrheit.
"Lance war damals im Hospital ein Freund, der um sein Leben kämpfte", sagt er heute rückblickend. "Ich wollte das nicht gegen ihn verwenden."
Es naht der Moment, in dem er sich offen bekennen muss.
VII. Familienkrach bei den Andreus
Im August 2005, kurz nach Armstrongs letztem Tour-Sieg, berichtet die Sportzeitung "L'Equipe" von verdächtigen Werten des Amerikaners aus dem Jahr 1999: Bei Nachtests von sechs eingefrorenen Dopingproben seien Spuren von Epo entdeckt worden. Armstrong steht seit 2004 für seinen Rekordsieg eine Prämie zu, in Höhe von zehn Millionen Dollar. Das US-Postal-Team hatte die Hälfte dieser Summe bei der Firma SCA Promotions versichert, doch nun weigert sich das Unternehmen, das Geld auszuzahlen. SCA sucht nach allem, was dabei helfen könnte, Armstrong als verkappten Doper zu entlarven und einen Prozess für sich zu entscheiden.
Der Szene aus dem Indiana University Hospital, mittlerweile neun Jahre her, kommt jetzt große Bedeutung zu: Betsy und Frankie Andreu sollen am 25. Oktober unter Eid bezeugen, was geschehen ist.
Sie sind bereit, alles zu erzählen, aber innerhalb der Familie kommt es darüber zum Krach. Betsys Vater, bitterarm aus Jugoslawien eingewandert, verlangt von seiner Tochter, den amerikanischen Helden nicht zu beschmutzen. Auch Frankies Vater sorgt sich: ob sie nicht irgendwie drum herumkämen, da gebe es doch sicherlich Wege. Die Andreus erleben fassungslos, dass ihre Eltern sie dazu anstiften wollen, zu lügen oder zu schweigen.
Drei Tage vor der Aussage ruft auch noch Armstrong an und gibt Frankie freundlich zu verstehen, dass niemand sonst, der damals im Krankenhaus dabei gewesen sei, den Vorfall bestätigen werde. Er reist sogar nach Michigan an, als die Andreus ihren Termin vor Gericht haben. Als sie einander treffen, gibt sich Armstrong jovial, er droht mit keinem Wort und zeigt Fotos seiner Kinder, als wären sie noch beste Freunde. Die Andreus werten das als plump-charmanten Versuch, sie auf seine Seite zu ziehen. Trotzdem geben sie zu Protokoll, was sie im Hospital gesehen haben.
Am 30. November muss Armstrong selbst aussagen. Im weißen Hemd, die Arme verschränkt, sitzt er vor der Kamera. Selbstsicher leugnet er alle Vorwürfe. Unter Eid behauptet er, dass er von Ferrari zu keiner Zeit leistungssteigernde Mittel erhalten habe, dass er niemals in seiner Karriere gedopt habe. Für die Andreus hat er kein nettes Wort mehr übrig. Über Betsy Andreu sagt er: "Sie hasst mich."
Der Fall geht für die Versicherung verloren, Armstrong kassiert seinen Bonus.
Es beginnt die schwerste Zeit für das Paar. Frankie wird im Radsport gemieden, er verliert Jobs, das Geld wird knapp. Seine Frau und er gehen unterschiedlich mit der Situation um. Betsy möchte ihren Zorn über das Unrecht in die Welt hinausschreien, Frankie die schlechten Nachrichten lieber ignorieren; das sei es doch alles nicht wert, sagt er. Obwohl sie sich mitunter heftig streiten, über Tage wortlos aneinander vorbeigehen, raufen sie sich zusammen. Viele Verbündete haben sie sonst nicht. Betsys Vater wird jahrelang kein Wort mehr mit seiner Tochter wechseln.
Im September 2006 berichtet Frankie Andreu in der "New York Times" davon, dass er früher in Armstrongs Team Epo genommen habe. Er glaubt, es sei an der Zeit, den Radsport auszumisten. Denn es ist das Jahr der Affäre um den spanischen Arzt Eufemiano Fuentes, der vielen Spitzenprofis beim Blutdoping half.
Armstrongs sieben Tour-Siege sind damit von zwei Dopingskandalen umrahmt. 1998 hatte die Festina-Affäre fast die Rundfahrt gesprengt, nun fliegt der Ring um Fuentes auf. Und dazwischen soll Lance Armstrong das härteste Radrennen der Welt auf saubere Art beherrscht haben?
Richard Young, der Usada-Jurist, bekommt mittlerweile viel mit dem Radsport zu tun. Tyler Hamilton wird 2005 wegen Fremdblutdopings gesperrt. Eine Saison später wird Floyd Landis, wie Hamilton früher in Diensten von US Postal, bei der Tour de France positiv auf Testosteron getestet. Sein Gesamtsieg wird ihm aberkannt, und er unternimmt alles, um den Titel zurückzubekommen.
Neun Tage lang wird vor einem Schiedsgericht in Malibu verhandelt, das Fernsehen überträgt die Anhörung live. Young steht als Vertreter der Usada in der Öffentlichkeit, ein großer, schlaksiger Mann mit vollem dunklem Haar und Sinn für Pointen, er erinnert sehr an den Schauspieler Walter Matthau. Der Prozess ist riskant für die Usada. Sie könnte ihre Reputation einbüßen - und viel Geld. Landis fährt Anwälte und Gutachter auf, das kostet ihn Millionen, und Young muss dagegenhalten. Die Usada gewinnt, Landis wird für zwei Jahre gesperrt.
Am Ende geht er pleite. Sein Versuch, die Lüge vom sauberen Athleten aufrechtzuerhalten, hat ihn ruiniert.
Realitätssinn schlägt Realitätsverlust. Young weiß das nun besser denn je.
VIII. Obama hat keine Zeit
Seit seinem Rücktritt als Radprofi Ende 2005 kümmert sich Armstrong vor allem um seine Krebsstiftung. Er sammelt Spenden, er lässt sich Reden mit sechsstelligen Honoraren vergüten, außerdem füllen seine Sponsoren die Kassen. Politiker zeigen sich an seiner Seite, mit US-Präsident George W. Bush fährt er Mountainbike. Armstrong läuft, von Kameras verfolgt, den New York Marathon. Fünf Monate lang ist er mit Rockstar Sheryl Crow verlobt, er ist befreundet mit Bill Gates. Er spielt jetzt in der Liga der A-Prominenz.
Im Juli 2008 wird in Austin ein Anti-Krebs-Gipfel veranstaltet, und Armstrong wünscht sich als Stargast: Barack Obama. Doch der Präsidentschaftskandidat der Demokraten hat keine Zeit, weil er durch Europa tourt, um sich vorzustellen. Wütend ruft Armstrong bei Obamas Parteifreund John Kerry an und droht damit, die Mitglieder seiner Stiftung gegen Obama aufzubringen. Seine Maßstäbe sind verrutscht. Er akzeptiert kein Nein mehr, wenn er ein Ja erwartet. So sehr scheint ihn Hybris erfasst zu haben.
Wie kaum ein anderer Sportler nutzt Armstrong die neuen Medien für sein Image. Unter seinem Namen twittert er fast täglich, auch unter dem spanisch klingenden Pseudonym Juan Pelota meldet er sich zu Wort. Pelota heißt übersetzt Ball, und Juan sprechen Amerikaner wie "one" aus. Der Mann, der sich also "Ein Ball" nennt, beweist Sinn für Selbstironie. Denn Armstrong hat seit seiner Krebsoperation nur noch einen Hoden.
Im Herbst kündigt er sein Comeback als Radprofi an. Damit unterliegt er wieder Dopingtests. Am 17. März 2009 will ein Kontrolleur der französischen Anti-Doping-Agentur Proben von Urin, Blut, Nägeln und Haaren nehmen. Doch Armstrong lässt ihn 20 Minuten vor der Villa in Saint-Jean-Cap-Ferrat stehen. Ein Regelverstoß, denn Armstrong müsste unter Aufsicht bleiben. Konsequenzen hat das keine. Stattdessen rügt UCI-Präsident Pat McQuaid das Vorgehen der Franzosen als "nicht sehr professionell".
Bei der Tour wird Armstrong Dritter. Im Radsport sind viele froh, ihren Superstar zurückzuhaben. Überall fliegen ihm die Türen auf: Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy empfängt Armstrong im Juli 2010 im Elysée-Palast. Bald darauf wird der Etat des Pariser Anti-Doping-Labors halbiert, und deren Chef Pierre Bordry schmeißt frustriert hin. Er hatte die Radprofis bei der Tour hartnäckig testen lassen. Armstrong verachtet ihn.
"Au revoir Pierre", twittert er.
Keiner kann ihm etwas anhaben.
Wirklich keiner?
IX. Jagd auf Armstrong
Fast zwei Jahre lang ermitteln US-Bundesbehörden gegen Armstrong und dessen ehemaligen Rennstall. Sie verdächtigen das Team, Steuergelder zu Dopingzwecken zu missbrauchen, denn der langjährige Teamsponsor US Postal Service ist ein Staatsunternehmen. Doch am 3. Februar 2012 lässt ein Bezirksstaatsanwalt in Kalifornien die Arbeit einstellen. Gründe nennt er keine.
Es sieht aus wie der große Triumph für Armstrong. "Unser Rechtssystem hat versagt", schimpft Betsy Andreu. "Das kommt dabei heraus, wenn sich jemand Anwälte leisten kann, die ihre Leute ganz oben im Justizministerium haben."
Was zu diesem Zeitpunkt niemand ahnt: Es wird eng für Armstrong. Bereits im Mai 2010 hatte Floyd Landis zugegeben, die meiste Zeit seiner Karriere gedopt zu haben, auch Armstrong habe es getan. Ein Jahr darauf gestand Tyler Hamilton im Fernsehen: Er habe gedopt, Lance habe gedopt, er habe es gesehen.
Das sind Informationen aus erster Hand, zwei neue Quellen, die Armstrong belasten. Die Usada will handeln. Solange Armstrong noch im Visier der staatlichen Fahnder steht, hält sie sich zurück, um der Polizei nicht in die Quere zu kommen. Dann aber ist der Weg frei.
Noch am selben Tag, an dem die Ermittlungen der Bundesbehörden gestoppt werden, gibt die Usada ein Statement heraus: Um den sauberen Sport zu schützen, werde sie ihre Arbeit gegen das Doping fortsetzen und die Behörden um Informationen zu dem Fall bitten. Das klingt diplomatisch, aber inhaltlich ist es eine Kriegserklärung an Armstrong.
Und die Usada hat einen Plan. Es sind vor allem drei Männer, die ihn entworfen haben: Travis Tygart, der Usada-Chef, Bill Bock, oberster Jurist der Agentur und Kenner der Radsportszene, sowie Richard Young als juristischer Stratege. Sie wissen, wessen Aussagen sie sich beschaffen wollen. Es sind altbekannte Personen darunter, die Andreus, Landis, Hamilton, aber auch neue Zeugen, ehemalige Teamkollegen Armstrongs, die bis zuletzt geschwiegen hatten: George Hincapie, Levi Leipheimer, Christian Vande Velde, David Zabriskie, Jonathan Vaughters; die Liste ist noch länger.
Sie kommen schnell voran. Tygart und Bock führen die meisten der Vernehmungen. Young achtet darauf, dass ihnen kein Fehler unterläuft, der juristisch alles zunichtemachen könnte, und bereitet die Anklage vor. Sie fragen bei den Bundesbehörden an, ob sie deren Protokolle einsehen könnten; darüber müsste jedoch ein Richter entscheiden, und das würde dauern. Aber oft hören sie, wenn sie bei Zeugen aufkreuzen: Das FBI war schon hier. Die Leute reden. Auch weil sie wissen, dass der Fall vor ein Schiedsgericht kommen soll. Dort zu lügen wäre Meineid, und darauf stünde eine Gefängnisstrafe. Für Lance in den Knast? Das geht den einstigen Kumpels doch zu weit.
Am 13. Juni verkündet die Usada, dass sie Klage vor einem Schiedsgericht einreichen werde. Von da an gibt es kein Zurück mehr für Armstrongs Jäger.
"Wir hatten genug in der Hand, einen soliden Fall", sagt Young heute. "Aber Armstrong hatte unbegrenzte finanzielle Mittel zur Verfügung. Und den Willen, sie zu nutzen. Wir mussten uns auf eine höllische Auseinandersetzung mit jemandem einstellen, der einen Ruf als Kämpfer besitzt. Bevor du in solch einem Fall den Finger an den Abzug legst, atmest du tief durch - oookaaay!"
Tygart erhält anonyme Morddrohungen, Armstrong wirft ihm vor, "eine Vendetta" zu führen, spricht von "Hexen-
jagd" und fordert die Usada über seine Anwälte in einem 18-seitigen Brief auf, die Anschuldigungen fallenzulassen. Ein Kongressabgeordneter verdächtigt die Agentur, mit ihren Untersuchungen Steuergelder zu verschwenden.
Es wirkt, als lasse Armstrong all seine Beziehungen spielen. Es ist zu spät.
Am 23. August kapituliert Armstrong und teilt mit, dass er sich keiner Anhörung stellen werde. Er gibt nichts zu, bestreitet die Vorwürfe und sieht sich unfair behandelt. Doch sein Betrugssystem, getarnt über mehr als ein Jahrzehnt, ist binnen weniger Wochen kollabiert, es zerbirst unter der Beweislast. Mehr als 24 Personen haben ausgesagt, dazu liegen E-Mails, Kontounterlagen, Gutachten und wissenschaftliche Indizien vor. Insgesamt sind es über 6000 Seiten an Dokumenten, zugänglich für Milliarden Menschen, nachzulesen im Internet.
Für Armstrong ist das alles: "Nonsens".
X. Ruhe vor dem Hurrikan
Richard Youngs Kanzlei in Colorado Springs liegt im 13. Stock, der Blick schweift weit über die Rocky Mountains. Young springt vom Bürostuhl auf und führt in einen fensterlosen Raum, in dem Neonlicht leuchtet. Die Regale sind voll mit Ordnern und Büchern, auf zwei Tischen sind Papiere verstreut, mittendrin steht ein Sessel. Es ist eine Bibliothek des Anti-Doping-Kampfes. Young lächelt. Er nennt dieses Zimmer "war room".
Es ist schwierig, einen Termin bei ihm zu bekommen. Erst nachdem die UCI im Oktober das Urteil der Usada bestätigt hat und Armstrong rückwirkend bis 1998 aus den Ergebnislisten getilgt worden ist, hat Young Zeit. Der Mann, der den größten Dopingskandal der Welt durch die Sportgerichtsbarkeit gelotst hat, legt den Kopf etwas in den Nacken, senkt die Augenlider und spricht bedächtig.
Was wird nun aus Lance Armstrong?
"Ich weiß es nicht. Er hat womöglich einige Zivilprozesse zu erwarten. Vielleicht kommt er zu dem Schluss, es sei besser, ein Teil der Lösung zu werden, als ein Teil des Problems zu bleiben."
Glaubt er daran, dass Armstrong noch gesteht?
"Ich hoffe es. Aber ich glaube, so wie er gestrickt ist, würde es ihm sehr schwerfallen, durch dieses Tor zu gehen."
Es ist gespenstisch ruhig um Armstrong geworden. Über seinem Kopf braut sich der nächste Hurrikan zusammen, und im Zweifel bedeutet das, dass Armstrong sich mit seinen Anwälten darauf vorbereitet, heil durchzukommen. Es gilt, Schadensersatzklagen abzuwenden. Viele Rennveranstalter könnten die Rückzahlung von Prämien fordern, Sponsoren auf Anti-Doping-Klauseln aus ihren Verträgen bestehen. Ziemlich sicher wird die Versicherung SCA Promotions versuchen, sich ihre Dollarmillionen zurückzuholen.
Und dann steht da noch Armstrongs eigene Aussage, mit der er bestritt, im Indianapolis-Krankenhaus Doping eingeräumt zu haben. Mit der er behauptete, nie gedopt zu haben. Das könnte ihn hinter Gitter bringen, weil er unter Eid gestanden hatte. So wie es Marion Jones passiert ist. Die frühere US-Sprinterkönigin hatte vor Gericht Doping geleugnet, doch dann wurde sie überführt und landete für ein halbes Jahr wegen Meineids im Gefängnis.
Die Ermittlungen der Bundesbehörden, im vorigen Februar auf unerfindliche Weise eingestellt, werden womöglich wiederaufgenommen; das Justizministerium in Washington prüft laut Medienberichten, ob es den Fall an sich zieht. Die Usada will sich nach Armstrong bald dessen früheren Teamchef Johan Bruyneel vorknöpfen. In Padua ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen Michele Ferrari. Laut den US-Fahndern hat Armstrong insgesamt 1 029 754,31 Dollar an Ferrari überwiesen.
Was alles wird noch herauskommen?
XI. Sehnsucht nach Frieden
Tyler Hamilton fürchtet sich weiterhin vor Armstrongs langem Arm. Er glaubt nicht wirklich daran, dass der einstige Herrscher des Radsports erledigt sei.
Hamilton hatte gedopt, fast die ganze Karriere hindurch. Zweimal war er erwischt worden, ein Olympiasieg wurde ihm aberkannt. Kurz nachdem er im Frühjahr 2011 im Fernsehen ausgepackt hatte, traf er Armstrong zufällig in einem Restaurant in Aspen, Colorado. Armstrong habe ihm gedroht, ihm "das Leben zur Hölle zu machen". Und die Wirtin habe ihm für alle Zeiten Lokalverbot erteilt.
Und was tat Hamilton? Er entschuldigte sich bei Armstrong und der Wirtin. Danach zog er aus Colorado fort.
Die Szene aus dem Restaurant schildert er in seinem neuen Buch, es heißt: "Die Radsport-Mafia". Als er sich mit einem Reporter zusammentat, um es zu schreiben, trafen sie sich in Hotels, in denen Hamilton früher Dopingmittel bekommen hatte. Für die Treffen musste der Reporter, nachdem er eingecheckt hatte, Hamilton die Zimmernummer per SMS schicken, verschlüsselt als Teil einer ausgedachten Adresse, damit kein Spitzel herausfinden konnte, wo sie sich gerade aufhielten. Hamilton war nahezu paranoid.
Er war lange Komplize der Verschwörung, am Ende wurde er zum Kronzeugen, jetzt hofft er, zwischen Schuld und Sühne einen Pfad zu finden, in eine Zukunft ohne Lance, Lance, Lance.
Betsy Andreu schmiert in der Küche ihres Hauses in Dearborn haufenweise Sandwiches für das Mittagessen in der katholischen Schule, die ihre drei Kinder besuchen. Die Häuser der Nachbarschaft sind in der Adventszeit erleuchtet. Betsy erzählt davon, dass sich ihr Vater vorige Weihnachten entschuldigt habe und sie sich miteinander versöhnt hätten, mehr als sechs Jahre nach dem Zerwürfnis.
So langsam ruckelt sich ihre Welt wieder ein. Frankie Andreu wird im Radsport nicht mehr schief angeschaut oder gemieden, sobald er auftaucht. Stattdessen strecken sich ihm Hände entgegen.
Betsy und er setzen sich an den Tisch. Sie reden über die Jahre, die hinter ihnen liegen, die Zeit fliegt im Dialog vorbei.
Er: "Irgendwie haben wir es durchgestanden."
Sie: "Meinst du nicht, es hat uns sogar näher zusammengebracht?"
Er: "Es hat uns nicht auseinandergebracht. Wir hätten als Familie ein liebevolleres Verhältnis zueinander, wenn das alles nicht passiert wäre."
Sie: "Moment! Du sagst, du seist nicht so liebevoll, wie du sein könntest - wegen Lance?"
Er: "Dreh mir nicht die Worte um. Der Stress, die Streitereien, die Tage, an denen wir nicht miteinander gesprochen haben - all das hätte es nicht gegeben."
Sie: "Aber letztlich haben sich meine Dickköpfigkeit und Entschlossenheit ausgezahlt. Wir haben uns den inneren Frieden bewahrt. Wie könnten wir sonst anderen Leuten ins Gesicht schauen?"
Er: "Ja, sie trägt ihr Herz auf der Zunge, eine positive Qualität. Wir sind kein Paar, das immer händchenhaltend durch die Gegend läuft. So ist es auch ... lustiger."
Dann lachen sie beide, laut und lange.
(*) Twitter-Foto Armstrongs aus seiner Villa in Austin, Texas, veröffentlicht am 10. November 2012 nach Aberkennung seiner sieben Tour-de-France-Siege.
Von Detlef Hacke, Marc Hujer, Udo Ludwig, Andreas Meyhoff, Frieder Pfeiffer und Michael Wulzinger

DER SPIEGEL 2/2013
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