07.01.2013

AUSSTELLUNGENBrandt an der Wand

Seit 1971 sammelt die deutsche Bundesregierung Gegenwartskunst. Seinerzeit gab Kanzler Willy Brandt den Anstoß dazu. Eine Kommission sucht aus, und die Werke gehen an Ministerien, Botschaften oder ins Depot. Damit die Kunst nicht ganz aus dem Sichtfeld der Öffentlichkeit verschwindet, informieren mittlerweile alle paar Jahre Ausstellungen über die Erwerbungen. Am 18. Januar beginnt eine solche Schau in der Bonner Bundeskunsthalle. Gezeigt wird auch ein Linolschnitt des Berliner Künstlers Thomas Kilpper, 56. Auf dem Blatt, das nach einer alten Fotovorlage entstand, ist Willy Brandt zu sehen. Eine Hommage an den Gründer der Bundessammlung? Kaum. Denn der Kanzler lauscht hier seinem Einflüsterer Günter Guillaume, der 1974 als DDR-Spion im Bundeskanzleramt verhaftet wurde. Kilpper machte zuletzt auf sich aufmerksam, als er auf der Biennale in Venedig Porträts von Politikern in einen Holzboden schnitzte, auf dem dann das Publikum herumlief. Den von ihm abgebildeten Persönlichkeiten - darunter übrigens Angela Merkel - warf er vor, die Meinungsfreiheit missbraucht zu haben.

DER SPIEGEL 2/2013
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