14.01.2013

TIERERäuber hinter Gittern

Deutschlands Pelzfarmer halten ihre Nerze widerrechtlich in zu kleinen Käfigen. Das hat die Tierschutzorganisation Vier Pfoten bei stichprobenartigen Überprüfungen der Anlagen in vier verschiedenen Bundesländern herausgefunden. Obwohl die neue Nutztierhaltungsverordnung, die mindestens 3 Quadratmeter Käfigfläche für Nerze vorsieht, bereits Ende 2011 in Kraft getreten sei, würden die meisten Farmtiere noch immer auf 0,27 Quadratmetern eingepfercht, kritisiert auch Theodor Mantel, Vorsitzender der Bundestierärztekammer: "Die Nerzfarmer haben mit fünf Jahren reichlich Vorlaufzeit gehabt, die Verordnung umzusetzen. Nun ist der Vollzug gefordert, bestehendes Recht auch umzusetzen." Als Folge der Käfighaltung entwickeln die wendigen Räuber zwanghafte Bewegungen, Apathie und Kannibalismus, bevor sie nach sieben Monaten Lebenszeit durch Gas getötet und anschließend "entpelzt" werden. Die Aktivisten von Vier Pfoten und die Bundestierärztekammer lehnen die Haltung von Tieren zur Pelzgewinnung grundsätzlich ab. Die Niederlande, bislang Europas zweitgrößter Nerzpelzproduzent, besiegelten bereits im Dezember das Ende ihrer gesamten Pelztierzucht.

DER SPIEGEL 3/2013
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TIERE:
Räuber hinter Gittern

  • Medienberichte: Aufregung um rätselhaften "Blob" im Zoo von Paris
  • Lage in Nordsyrien: "Manchmal muss man sie ein bisschen kämpfen lassen"
  • Videoanalyse aus Brüssel: "Der Gipfel droht zum Frustgipfel zu werden"
  • Weltall-Tourismus: Virgin Galactic stellt Raumanzüge vor