28.01.2013

BriefeNur eine Schein-Aktion

Nr. 3/2013, Wie sich die Bischöfe und der Kriminologe Pfeiffer zu Lasten der Missbrauchsopfer überwarfen
Es war schon der Ansatz falsch, dass die Kirche die Aufklärung selbst in die Hand genommen hat - die ja nur von der Öffentlichkeit gefordert wurde, aber an der die Kirche zu keinem Zeitpunkt selbst interessiert war.
Ralf Speis, Greussenheim (Bayern)
"Katholische Kirche" und "Aufklärung" war schon immer ein Widerspruch in sich.
Jörg Rausch, Göttingen
Wieso wird in solchen Fällen nicht gleich der Staatsanwalt tätig? Diese zum Teil eindeutigen Verbrechen sind keine Delikte, die die Kirche intern aufdecken und auch intern ahnden kann. Es ist doch von Anfang an klar, dass hier nur eine Schein-Aktion stattfindet, da schließlich kein Glaubens-Bruder den Bruder verrät.
Martin Püschel, Eschweiler (NRW)
Als Kriminologe bin ich empört über die versuchte Einflussnahme seitens der katholischen Kirche. Betroffen macht mich allerdings die Tatsache, dass mich dieses Verhalten nicht wirklich überrascht.
Martin Peveling, Recklinghausen
Ihr Artikel erweckt mit dem Zitat aus einem KFN-Schreiben an die Bischofskonferenz den falschen Eindruck, unser Missbrauchsprojekt wäre an einem Streit über die Frage gescheitert, ob Gegenpositionen der Kirche in einem abschließenden Forschungsbericht des KFN im Fettdruck oder in Normalschrift erscheinen sollen. Damit hat der SPIEGEL aus meinem sechsseitigen Protestschreiben gegen den zweiten Vertragsentwurf der Kirche ausgerechnet den unwichtigsten Streitpunkt herausgegriffen. Zentral war für mich hier der Widerstand gegen die erneut vorgetragenen Zensurwünsche der Kirche (zum Beispiel Veröffentlichungen von Doktorarbeiten nur nach vorheriger schriftlicher Genehmigung) und ihrer Forderung, bei der Anstellung von Projektmitarbeitern ein Vetorecht zu erhalten. Weil wir nicht bereit waren, in unseren gültigen Vertrag im Nachhinein solche Bestimmungen aufzunehmen, sind wir mit der Bischofskonferenz nie an den Punkt gekommen, systematisch mit der Datenerhebung zu beginnen. Deswegen konnte beispielsweise die so dringend nötige bundesweite Befragung aller Missbrauchsopfer der Kirche bis heute nicht beginnen.
Prof. Dr. Christian Pfeiffer
Dir. d. Kriminolog. Forschungsinstit. Nieders.

DER SPIEGEL 5/2013
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