04.02.2013

BriefeZweiten Nobelpreis verdient

Nr. 4/2013, Nobelpreisträgerin Herta Müller fordert einen Ort der Erinnerung für deutsche Exilanten
Ergreifend, wie Herta Müller ihre ersten Erlebnisse im bundesdeutschen Exil schildert. Ihr Vorschlag, den von den Nazis aus der Heimat Vertriebenen ein zentrales Museum - ein "Exil-Museum" - einzurichten, ist zu unterstützen. Dies wäre ein humanes Gegenstück: Das Bekennen zu den vielen bedeutenden, in den dreißiger Jahren verjagten Künstlern, die nach dem Krieg in ihrer alten Heimat oft wieder zurückgewiesen wurden, tut unserer Gesellschaft not.
Stephan Gürtler, Leipzig
In ihrem ausgezeichneten Text macht Müller einen überfälligen Vorschlag. Mich als eingebürgerten Deutschen stört es auch, wenn ich überall Denkmäler für die deutschen Gefallenen im Zweiten Weltkriege sehe, aber keine, die an die Emigranten erinnern, die viel mehr für die Ehre Deutschlands getan haben und viel konsequenter waren.
Vasco Esteves, Berlin
Dieses Essay ist etwas Einmaliges, das man mit großer Neugier, Beklemmung und wegen der mehr als beschämenden Vorgänge in Deutschland sehr interessiert liest.
Albert Kock, Köln
Wieso stört Herta Müller sogar die Tatsache, dass sich das Auffanglager für Aussiedler aus Rumänien in Nürnberg befindet, der Stadt von Hitlers Größenwahn? Hat sie das Glück, in ein demokratisches rechtsstaatliches Deutschland einreisen zu dürfen, der Not und dem Elend Rumäniens entflohen zu sein, nicht empfunden? Wie konnten die notwendigen Formalitäten sie so sehr stören, dass sie sogar mit den Beamten des BND über Kreuz geriet? Ich habe als Siebenbürger Sächsin während der Ceauşescu-Ära das jahrelange Warten auf die Ausreise auch erlebt, aber die deutschen Beamten damals als freundlich und zuvorkommend empfunden. Anscheinend sieht Müller sogar eine Klüngelei der Banata-Landsmannschaft, der Securitate und dem BND. Ist es nicht viel mehr ihre Persönlichkeitsstruktur, die Herta Müller überall im Wege steht?
Christa E. Wolff, Zornheim (Rhld.-Pf.)
Herta Müller hat dem Wort "Exil" auf so eindringliche Art und Weise eine neue Dimension gegeben, dass es mich im Tiefsten berührt hat.
Gudrun Hillebold, Pulheim (NRW)
Herta Müllers Herzworte haben meinen Kopf erleuchtet. Für diese Idee hat sie den zweiten Nobelpreis verdient.
Beatrice Zervas, Stuttgart

DER SPIEGEL 6/2013
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