26.08.1996

GemaStreit um Tantiemen

Unter den Musikschaffenden wächst der Unmut über die Verteilungspläne der Inkasso-Gesellschaft Gema. Insbesondere Textdichter und Komponisten der Sparte E-Musik müssen herbe Einkommenseinbußen in Kauf nehmen, obwohl die Gesamteinnahmen der Gema im vergangenen Jahr auf 1,34 Milliarden Mark angestiegen sind. Als Folge einer neuen Kappungsgrenze kommen selbst Spitzenverdiener unter den Avantgarde-Komponisten wie Karl-Heinz Stockhausen und Hans Werner Henze, die früher bis zu 900 000 Mark pro Jahr kassieren konnten, inzwischen nur noch auf die Hälfte. Gewinner der umstrittenen Umverteilung, die von einigen Komponisten juristisch angefochten wird, sind die Verleger; für sie gilt weiterhin keine Kappungsgrenze. Auch der CSU-Berater Reinhold Kreile, der seit 1990 die Gema leitet, langt kräftig zu. Mit 1,007 Millionen Mark stiegen die Bezüge für den Gema-Chef erstmals über die Millionengrenze. Für Kreiles Vorgänger zahlt die Gema eine halbe Million Mark als Pension.

DER SPIEGEL 35/1996
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