21.10.1996

Siemens-NixdorfRückdatierte Verträge?

Ärger für Siemens-Nixdorf-Chef Gerhard Schulmeyer: Sieben Staatsanwälte und 25 Polizisten untersuchten am Donnerstag vergangener Woche in München sechs Betriebe der Siemens-Nixdorf Informationssysteme AG (SNI) und transportierten Personalakten ab. SNI-Manager stehen unter dem Verdacht, in den vergangenen Jahren bis zu tausend Auflösungsverträge mit ausgeschiedenen Mitarbeitern rückdatiert und damit die Arbeitslosenversicherung um einen zweistelligen Millionenbetrag geprellt zu haben. Trennen sich Firmen von langjährigen Mitarbeitern gegen Zahlung einer Abfindung, müssen sie die gesetzlich vorgeschriebenen Kündigungsfristen einhalten - sonst droht den entlassenen Angestellten eine Sperrfrist bei der Arbeitslosenunterstützung. Durch rückdatierte Aufhebungsverträge sollen Siemens-Manager die gesetzlichen Bestimmungen umgangen haben. Vor der Untersuchungsaktion in der vergangenen Woche waren bereits im März Siemens-Niederlassungen in Nürnberg, Erlangen und Hanau gefilzt worden. Die Ermittlungen wurden ausgelöst durch Insider-Tips und Nachforschungen der Nürnberger Bundesanstalt für Arbeit.

DER SPIEGEL 43/1996
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Rückdatierte Verträge?