28.10.1996

GESTORBENRobert Benayoun

70. In der Kunstbetrachtung verstand er sich als Nachfahr und Fürsprecher des Surrealismus, deshalb bevorzugte er auch im Kino das Poetische, Rätsel- und Traumhafte. Innerhalb der französischen Filmkritik besetzte Benayoun jahrzehntelang eine Einzelgängerposition als lautstark polemischer Gegner der "Nouvelle Vague" und fast aller Regisseure seiner Generation (mit Ausnahme von Alain Resnais, über den er ein Buch schrieb), doch internationales Renommee gewann er als passionierter Biograph und Interpret amerikanischer Kinokomiker mit Büchern über Buster Keaton und die Marx Brothers, Jerry Lewis und Woody Allen. Zweimal hat Benayoun versucht, sich mit eigenen, neosurrealistischen Spielfilmen als Regisseur zu etablieren, doch seine Extravaganz war wohl zu unzeitgemäß. Robert Benayoun starb am 20. Oktober in Paris.

DER SPIEGEL 44/1996
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