04.11.1996

GESTORBENFranca Magnani

71. Mit markanter Fanfarenstimme und einem aus dem Exil mitgebrachten Anflug von Schwyzerdütsch machte die Römerin zwei Jahrzehnte lang die auf Laghi und Adria versessenen Deutschen mit der oft turbulenten politischen Seite Italiens vertraut. Doch nachdem 1977 der CSUhörige Wolf Feller vom Bayerischen Rundfunk (BR) als ARD-Statthalter in den Palazzo Torlonia am Fuße der Spanischen Treppe eingezogen war, mußte die mit einem früheren KPI-Mitglied verheiratete Korrespondentin vom Bildschirm verschwinden. Nach vollbrachtem Mobbing am Tiber wurde Feller Fernsehdirektor an der Isar. Die erste Auslandskorrespondentin des Deutschen Fernsehens hingegen mußte in langwierigen Prozessen, in denen auch ein auf die mutige Journalistin gemünzter Beschwerdebrief von Franz Josef Strauß an den BR-Intendanten zum Vorschein kam, um ihre Rehabilitierung kämpfen. Den nach beinahe einem Jahrzehnt erstrittenen gerichtlichen Vergleich - Aufträge für zwei Filme der ARD - konnte die mehrfach ausgezeichnete Reporterin nun nicht mehr erfüllen. Franca Magnani starb vergangenen Montag in Rom an Krebs.

DER SPIEGEL 45/1996
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GESTORBEN:
Franca Magnani

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