25.02.2013

AGRARSPEKULATIONENWarnung aus den eigenen Reihen

Im Gegensatz zur offiziellen Linie der Deutschen Bank und der Allianz gibt es in diesen Unternehmen sehr wohl Vorbehalte gegen Spekulationsgeschäfte mit Nahrungsmitteln. Beide Finanzkonzerne kündigten im Januar an, an ihren umstrittenen Engagements festzuhalten. Es existierten kaum stichhaltige Belege für einen Zusammenhang dieser Geschäfte mit dem Hunger in der Welt, sagte der Co-Chef der Bank Jürgen Fitschen. Allianz-Vorstand Jay Ralph behauptete, dass die Agrarinvestitionen seiner Firma sogar nützlich seien und nicht zum Hunger beitrügen. In einem vertraulichen Papier des Versicherungsriesen, angefertigt von der eigenen Rechercheabteilung, klang das im Juni 2012 anders. Es sei "nicht ganz von der Hand zu weisen, dass die Spekulation übermäßige Preisentwicklungen zumindest fördert, und zwar in beide Richtungen", heißt es in dem Bericht, der der Verbraucherschutzorganisation Foodwatch vorliegt. In einem anderen Allianz-Papier heißt es: "Die Preisausschläge an den Agrarmärkten wurden durch spekulative Faktoren nicht ausgelöst, aber verstärkt, zumal es sich um relativ enge Märkte handelt." Ähnliche Einschätzungen fand Foodwatch bei Durchsicht verschiedener Studien der Deutsche Bank Research: "Auch die Spekulation hat zu Preiserhöhungen beigetragen", steht etwa in einem Bericht von 2009. Ein Jahr später: "Solche Spekulationen können für Landwirte und Verbraucher gravierende Folgen haben und sind im Prinzip nicht akzeptabel."

DER SPIEGEL 9/2013
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AGRARSPEKULATIONEN:
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