04.03.2013

BriefeHunderttausende Jahre

Nr. 8/2013, Die Politik drückt sich vor der Wahrheit um die Atommüllgrube Asse
Sie schreiben über die Asse, die "Rückholung der Fässer war vor allem eine politische Entscheidung". Diese Kritik erstaunt aus mehreren Gründen. Es ist selbstverständlich, dass eine sichere Schließung der Asse II nur mit einer breiten politischen Unterstützung überhaupt möglich ist. Vor der Entscheidung zum weiteren Vorgehen stand eine intensive Prüfung der Frage, ob bei einem Verbleib der Abfälle im Bergwerk der gesetzlich vorgeschriebene Schutz von Mensch und Umwelt dauerhaft gewährleistet werden kann. Dieses ist nach dem jetzigen Kenntnisstand zu verneinen. Somit bleibt für den seit 2009 verantwortlichen Betreiber der Anlage, das Bundesamt für Strahlenschutz, nur der in der Tat sehr schwierige und kostenintensive Weg, konsequent die Rückholung der radioaktiven Abfälle zu verfolgen. Ob das gelingt, hängt auf der einen Seite davon ab, ob der Wasserzufluss in das Bergwerk beherrscht werden kann. Andererseits braucht es den gebündelten Sachverstand aller Experten, die sich an die Arbeit machen herauszufinden, wie es gelingen kann, die massiven Fehler bei der Entsorgung dieser gefährlichen Abfälle zu reparieren.
Dr. Thomas Jung, Salzgitter
Bundesamt für Strahlenschutz
Die Asse wird Asse genannt, weil der Höhenzug, in dem sich das ehemalige Kalibergwerk befindet, die Asse ist. Die räumliche Fehldarstellung und damit die unbedachte Herstellung einer Verbindung zwischen dem Harz mit seiner touristischen Ausrichtung und der atomaren Belastung der Asse ist für unsere Harz-Region nicht unproblematisch.
Petra Emmerich-Kopatsch,
Clausthal-Zellerfeld, MdL/SPD
Schon zwanzig Jahre nach Inbetriebnahme begann Wasser hineinzulaufen; heute sind es täglich zwölf Kubikmeter. Sind zwanzig Jahre ein "außerordentlich langer Zeitraum" (HEW-Broschüre von 1973), gemessen an den Hunderttausenden Jahren, über welche die Abfälle sicher gelagert werden müssen? Und bei der Einlagerung wurde in derart verantwortungsloser Weise geschlampt, dass eine Rückholung von Fachleuten für unmöglich gehalten wird.
Ulrich Uffrecht, Buxtehude (Nieders.)

DER SPIEGEL 10/2013
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