16.12.1996

Klaus Kinkel,

59, für mancherlei diplomatische Tolpatschigkeit berühmter Bundesaußenminister, hat mit einer Dankadresse Hohn und Spott der Londoner Times geerntet. Im Nordatlantikrat hatte der AA-Chef vergangenen Dienstag dem aus dem Amt scheidenden amerikanischen Außenminister Warren Christopher mit einer "Erklärung" gedankt. Ein Satz des Ministers, der laut Times "gern prahlt mit seinem Netzwerk an hochrangigen Kontakten" und "politische Freundschaften mit hart ausgefochtenen Tennisspielen zu besiegeln pflegt", hat es den Redakteuren besonders angetan: "Mit Ihrer besonnenen, immer wieder zum Ausgleich führenden Art des erfahrenen Juristen werden Sie uns sehr fehlen." Da "lag mehr, sehr viel mehr drin in diesem schmeichlerischen Ton", urteilten die Times-Redakteure, doch sei "die Wirkung ruiniert worden" durch Kinkels Anrede "Lieber Chris". Die Times: "'Ein kleiner Fehler', dachte Warren." Falsch, ganz falsch. "Chris", so das Washingtoner State Department, ist der geläufige Spitzname für Warren Christopher.

DER SPIEGEL 51/1996
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