02.01.1995

Lokal und Rabbi

In einem Papier hat der Bundesnachrichtendienst Ende Dezember vermeintliche Hinweise auf heiße Geschäfte Uwe Barschels notiert. Doch dessen angebliche Visiten im DDR-Waffenlager Kavelstorf etwa haben sich längst als Unsinn herausgestellt.
"All diese Hinweise", räumt Eduard Lintner aus dem Bundesinnenministerium ein, "haben sich als nicht zutreffend erwiesen."
Von ähnlicher Qualität sind auch Behauptungen, Barschel habe in Genf kurz vor seinem Tod an einem Waffenhändler-Treffen teilgenommen.
Ein angeblich von der Stasi abgefangenes angebliches Telegramm der CIA, das letzte Woche kursierte, persifliert die Waffenhändler-Theorie. "Jerry nahm Perch mit zu Temple", soll ein Agent gekabelt haben, "und traf um 21.30 Uhr Lokal und Rabbi." Perch heißt Barsch auf englisch, ein möglicher Codename für Barschel. Doch das Telegramm ist nach BND-Einschätzung eine Fälschung.
Ernsthaft wollen sich die Lübecker Ermittler um alte U-Boot-Geschäfte der Howaldtswerke-Deutsche Werft AG (HDW) in Kiel kümmern. Die HDW hatte damals Streit mit dem Iran um eine Anzahlung in Höhe von 250 Millionen Mark für nicht gelieferte Kriegsschiffe. Barschel hatte sich für HDW-Interessen engagiert.

DER SPIEGEL 1/1995
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


DER SPIEGEL 1/1995
Titelbild
Abo-Angebote

Den SPIEGEL lesen oder verschenken und Vorteile sichern!

Jetzt Abo sichern
Ältere SPIEGEL-Ausgaben

Kostenloses Archiv:
Stöbern Sie im kompletten SPIEGEL-Archiv seit
1947 – bis auf die vergangenen zwölf Monate kostenlos für Sie.

Wollen Sie ältere SPIEGEL-Ausgaben bestellen?
Hier erhalten Sie Ausgaben, die älter als drei Jahre sind.

Artikel als PDF
Artikel als PDF ansehen

Lokal und Rabbi

  • Der Chart-Stürmer: Rechter Rapper "Chris Ares"
  • Mountainbike-Massenkarambolage: Neues Video vom "Höllenberg" veröffentlicht
  • Trump über Grönland-Absage: "So redet man nicht mit den USA"
  • Grönlander über Trumps Kaufangebot: "Sie können es nicht kaufen, sorry"