30.01.1995

„EINSATZ INS UNGEWISSE“

Der Ernstfall ist nahe. Deutsche Soldaten sollen für Uno und Nato auf dem Balkan eingreifen - der erste Kampfeinsatz seit Gründung der Nachkriegsrepublik. Mit High-Tech und Heldentum wappnen sich Volker Rühes „Krisenreaktionskräfte“. Doch der deutschen Außenpolitik fehlt jedes Konzept. Wo sind die Grenzen für deutsche Soldaten?
Schwungvoll zieht Oberfeldwebel Mario Holzmayr, 27, die Pistole, Modell P 1, aus dem Halfter und dreht am Sicherungsflügel. "F steht nicht für Frieden, Männer", schnarrt der Ausbilder, "F heißt Feuer." Beklommen starren die Wehrpflichtigen der 5. Kompanie des Stabs- und Fernmelderegiments 310 aufs Linoleum.
In der Koblenzer Rheinkaserne stehen seit dem 2. Januar 160 junge Männer in der Grundausbildung. Wie derzeit 154 000 Wehrpflichtige in Ost- und Westdeutschland lernen sie das kleine Soldaten-Einmaleins. Gut möglich, daß sie es bald anwenden müssen.
Gleich nachdem die jungen Rekruten eingerückt waren, wurde ihnen klar, _(* Angetreten zum ersten Besuch Kanzler ) _(Adenauers bei der gerade gegründeten ) _(Bundeswehr. ) daß das Hantieren mit Schießgerät und Granaten ernster zu nehmen ist, als sie eigentlich wahrhaben wollten: Die Kriege in Bosnien und Kroatien, in Georgien und Tschetschenien lassen diffuse Ängste wuchern.
Und der Ernstfall ist nahe. Der Nato-Rat hat am vorigen Mittwoch die Pläne der Generäle akzeptiert: Eine Streitmacht bis zu 40 000 Mann soll den Abzug der Uno-Blauhelmtruppen aus Kroatien und Bosnien decken. Deutsche Soldaten sollen dabeisein - zu Wasser mit Minensuchbooten und Schnellbooten; zu Land mit Sanitäts- und Stabsoffizieren; in der Luft mit Kampfjets.
Die Bundeswehr hat sich für den Fall der Fälle präpariert. Insgesamt 50 000 Mann stehen künftig zur weltweiten Intervention bereit. Ausgewählte Kampftruppen des Heeres, Jagdbombergeschwader der Luftwaffe und Einsatzgruppen der Marine bilden die "Krisenreaktionskräfte" - eine Armee in der Armee.
Mitten in den vielen Feierlichkeiten und Gedenkveranstaltungen zum Ende des Zweiten Weltkriegs, in dem deutsche Armeen ganz Europa bekriegt hatten, und vier Jahre nach Wiederherstellung seiner vollen Souveränität schickt sich Deutschland an, seiner Armee erstmals einen Kampfeinsatz zu befehlen.
Zweck des Einsatzes ist nicht Selbstverteidigung in der westlichen Allianz. Er gilt diesmal auch nicht nur humanitären Zielen wie die Mission der Sanitäter in Kambodscha, wie die Hilfsflüge nach Bosnien oder Ruanda oder die Expedition nach Somalia.
Im Krieg auf dem Balkan setzt die Bundeswehr sechs bis acht "Tornados" ein. Sie bekommen den Auftrag, im Eventualfall zum Schutz der Blauhelme scharf zu schießen: zum erstenmal, seit die Bundeswehr - auch ein Jubiläum - vor 40 Jahren gegründet wurde und überdies außerhalb des Nato-Gebietes.
Die Tornados gelten als bestens geeignet, serbische Flugabwehrraketen-Stellungen zu zerstören. Die Jagdbomber fliegen der Nato-Luftflotte - Transporter, Kampfflugzeuge, Überwachungsflugzeuge - voraus. Dazu kommen sechs Tornados für optische Aufklärung, _(* In Hammelburg bei einer Übung für den ) _(Somalia-Einsatz im Juli 1993. ) zwei Propellermaschinen vom Typ "Breguet-Atlantic" für elektronische Aufklärung, dazu bis zu zwölf "Transall"-Transporter.
Streng abgeschirmt von der Öffentlichkeit, üben die Piloten vom Jagdbombergeschwader 32 im schwäbischen Lechfeld seit Wochen den Raketenkrieg.
Der Befehl zum Abmarsch ist so gut wie ausgestellt. Präsident Franjo Tudjman hat die Uno ultimativ aufgefordert, von Ende März an die 15 000 Blauhelme aus Kroatien abzuziehen. Auf Wunsch von Uno-Generalsekretär Butros Butros Ghali bereitet sich die Nato seit voriger Woche darauf vor, den erzwungenen Rückzug mit Kampftruppen abzusichern.
Ihr Balkan-Einsatz kommt früher, als die deutsche Regierung glaubte. Bisher galt: Erst wenn der US-Kongreß einseitig das Waffenembargo gegen Bosnien aufhebt, werden die Uno-Blauhelme das Land verlassen. Nato-Truppen sollten sie - durch Kroatien - zur Adriaküste und nach Italien geleiten: frühestens im Sommer.
Für Ghali steht fest, daß der Abzug seiner Truppe aus Kroatien fast automatisch das schnelle und womöglich blutige Ende der Mission in Bosnien bedeutet. Serbiens Präsident Slobodan Milosevic droht, "der Uno-Rückzug könnte ein Kriegsfeuer mit unvorhersagbaren Folgen entfachen".
Der Nato-Oberbefehlshaber für Europa, George Joulwan, steht jetzt unter Zeitdruck. Mindestens acht Wochen braucht er, um seine Streitmacht auf den Balkan zu bringen.
Ehe die Deutschen mit von der Partie sein dürfen, muß sich die Regierung Kohl/Kinkel die Zustimmung im Parlament holen. Diese Debatte verspricht hochgradige Spannung. Denn Bellizisten und Pazifisten finden sich in allen Parteien; die Politiker lassen sich ebensowenig wie die Schriftsteller und Intel-Bundeswehr-Ehrenzug
*GESCHICHTE-3 *
lektuellen nach dem alten Rechts-Links-Muster in Interventionisten und Nicht-Interventionisten einteilen.
Von der Nato sind die Deutschen fest gebucht. Auch Franzosen und Briten wünschen sich die feuerbereiten Tornados mit dem Eisernen Kreuz im Luftraum über ihren Blauhelmen.
Die Regierungsmehrheit im Bundestag zu organisieren obliegt Wolfgang Schäuble. Der CDU/CSU-Fraktionschef hat sich für den gewünschten Ablauf der Dinge verbürgt.
Worum es wirklich geht, wollen Schäuble, Kanzler Helmut Kohl und Außenminister Klaus Kinkel allerdings nicht so genau sagen. Sie hüten sich, von "Krieg" zu reden. Der heißt im Bonner und Nato-Sprachgebrauch wahlweise "friedenschaffende Maßnahmen" oder "Krisenbewältigungsfall"; er ist das "äußerste Mittel" und die "energische Prävention".
Niemand will die eigenen Bürger, von denen bekannt ist, daß sie allenfalls Bundeswehreinsätze für den Frieden gut finden, in Unruhe versetzen. Niemand will die Nachbarn, die deutsche Machtentfaltung nach der Wiedervereinigung mißtrauisch betrachten, kopfscheu machen.
Zu verheimlichen ist es dennoch nicht: Krieg im Kleinformat ist in Deutschland - im Einklang mit der Uno und im Auftrag der Nato - wieder Mittel der Politik.
FDP-Außenminister Kinkel, der notorisch zwischen Resignation und rhetorischer Kraftmeierei schwankt, sagte in der Dezember-Debatte im Bundestag über die ambivalente deutsche Außenpolitik so: "Wie froh wären wir alle, wenn die Drohung mit diplomatischem Vorgehen genügte. Politik ist aber öfter, als ihr lieb sein kann, letztlich auf die Flankierung durch glaubwürdige militärische Optionen angewiesen."
Den CDU-Verteidigungsminister Volker Rühe überkam ein Anflug von Bedenken: Er beklagte, daß nach dem Kalten Krieg und dem Zusammenbruch des Kommunismus Krieg "als Mittel der Politik zurückgekehrt" sei. Nun aber bleibe Deutschland nichts anderes übrig, als mitzuhalten: "In Zukunft müssen wir fähig sein, Konflikte auch mit Hilfe militärischer Mittel beizulegen."
So schätzt auch Kanzler Kohl die Lage ein. Er gedenkt, die Bundeswehr "uneingeschränkt" im "internationalen Krisenmanagement" einzusetzen.
Die Militärs gehen weniger zimperlich mit dem Tabu-Wort um. Krieg, ein Mittel der Politik? Selbstverständlich. Nur in Europa? Keineswegs.
"Landesverteidigung unter Einsatz der Streitkräfte im klassischen, konventionellen Krieg erscheint zunehmend unwahrscheinlich. Einsatz von Teilen des Militärs außerhalb des eigenen, sich noch im Frieden befindlichen Landes wird eher der Normalfall", so steht es im neuesten Ausbildungskonzept der Panzertruppenschule Munster.
Die Verteidigungspolitischen Richtlinien der Bundesregierung haben der ursprünglich auf Landesverteidigung eingeschworenen deutschen Armee den Schutz Deutschlands "gegen politische Erpressung" aufgetragen. Außerdem diene sie, so heißt es bemerkenswert unscharf, "dem Weltfrieden und der internationalen Sicherheit im Einklang mit der Charta der Vereinten Nationen".
Dem Generalinspekteur Klaus Naumann sind diplomatische Ersatzbegriffe zutiefst fremd. Der militärische Berater Rühes bemüht das klassische Repertoire Clausewitzscher Begriffe mit Lust an der Provokation: Für ihn seien "militärische Mittel Ultima ratio der Politik, also als äußerstes Mittel zu verstehen, was allerdings nicht heißen darf, daß man sie immer nur als letztes Mittel anwendet", schreibt der Vier-Sterne-General in der Januar-Ausgabe von Soldat und Technik.
Für die Generäle und Offiziere in der Bundeswehr, denen die deutsche Scheckbuch-Diplomatie im Golfkrieg 1991 ein Greuel war und die Krieg nicht länger als Sandkastenspiel betreiben wollen, ist Naumann der richtige Kamerad.
Denn für das Offizierskorps ist die Welt nach dem Kalten Krieg ein Pulverfaß und die Blauhelm-Mission nur eine von mehreren Varianten.
Wer wie Naumann den Deutschen Sicherheit in unsicherer Welt verschaffen will, für den ist es keine Frage, "daß man Einsätze deutscher Truppen nicht auf Europa beschränken kann". Auch darf Deutschland sich künftig - geht es nach dem Willen seines obersten Soldaten - nicht erst verteidigen, wenn es bedroht oder angegriffen wird. Die Deutschen sollen zum Beispiel einen militärischen Erstschlag nicht ausschließen, um "Konflikte von Deutschland fernzuhalten", die "im Krisenbogen von Marokko bis zum Indischen Ozean" entfacht werden. Kurzum: "Nicht mehr reagierend verhalten, sondern agieren bis hin zum präventiven Handeln."
Was heißt das - Attacken auf islamische Fundamentalisten, die inzwischen große nordafrikanische Staaten wie Algerien und Ägypten gefährden?
Für solche Heldentaten ist die Bundeswehr, entstanden und aufgebaut im Kalten Krieg, nur bedingt tauglich. Sie steckt mitten im Umbau.
Die neue Aufgabe verändert die Armee. Sie schafft sich eine gar nicht so kleine, feine Elitetruppe zum weltweiten Einsatz - deutsche Ledernacken für die Nato und Uno. Der Rest der 340 000-Mann-Truppe steht unter dem Diktat der knappen Kasse und tut Dienst nach alter Vorschrift für den Verteidigungsfall.
Die Bundeswehr - bedingt angriffsbereit.
Schon bei der Musterung wird jetzt jeder Rekrut gefragt, ob er bereit sei, im Ausland zu kämpfen. Funker Thorsten Stiels, 22, hat sofort die Hand gehoben und sich gleich für vier Jahre verpflichtet. Der Jungsoldat in der Koblenzer Rheinkaserne sieht das gelassen: "Das ist doch eher Menschenhilfe, Brunnenbohren und so." Daß er sich schießend verteidigen würde, versteht sich für ihn von selbst.
Holger Kesselheim, 22, und Christoph Krah, 27, gehören zur Mehrheit der Traditionalisten: null Bock auf Balkan. Eine spontane Umfrage in der Rheinkaserne ergab 70 Prozent Neinsager: "Wenn es ernst wird, werden es noch mehr", glaubt Krah.
Mit blauem Helm in die Welt zu ziehen, erkannte Rühe, könne die Bundeswehr "einem normalen Wehrpflichtigen nicht zumuten" - wegen der kurzen Ausbildungszeit. Wenn der Wehrdienst 1996 auf zehn Monate gekürzt wird, sollen deshalb neben Zeit- und Berufssoldaten nur solche Wehrpflichtige in Frage kommen, die freiwillig für 12 bis 23 Monate dienen wollen - für ein kleines Aufgeld zum normalen Sold.
Ob die Jungsoldaten dann tatsächlich mitmarschieren, liegt bei ihnen. Das Grundgesetz verbrieft ihnen das Recht, den Kriegsdienst an der Waffe auch noch nachträglich zu verweigern.
Der Einsatzbefehl könnte die Reihen lichten: Zwar befürworten 47 Prozent der Jugendlichen eine Teilnahme der Bundeswehr an "militärischen Maßnahmen der Uno gegen Friedensstörer", wie die Strausberger Akademie für Information und Kommunikation der Bundeswehr nach Bonn meldete. Aber wenn es darum geht, selbst mitzukämpfen, tut sich eine große Lücke auf: Nur noch 29 Prozent wären dazu bereit.
Die Soldaten vom Lufttransportkommando in Münster sind schon weiter. Die Mission im Kriegsgebiet gehört für sie zum Alltag.
Im Wechsel mit anderen Nato-Einheiten fliegen die Transall-Besatzungen von Generalmajor Gerhard Back, 50, seit zwei Jahren über Bosnien. Ständig im Fadenkreuz der Serben, liefern sie täglich zweimal bis zu acht Tonnen Hilfsgüter nach Sarajevo. Seit Serben die Stadt eingekesselt haben, hält allein diese Luftbrücke die 380 000 Bewohner am Leben.
Schon beim Start vom italienischen Stützpunkt Falconara bei Ancona legt Pilot Torsten Hartwig, 30, die Splitterschutzweste an, zurrt den Fallschirm fest und läßt sich eine Pistole aushändigen.
Serben-General Ratko Mladic hat seine Drohung ("Wir schießen jede Maschine ab") bisher nicht wahrgemacht. Doch daß irgendein Tschetnik dort unten am Boden am Auslöser herumfummelt, ahnt Hartwig, "ist nie auszuschließen".
Für "besondere Bedrohungssituationen" bekommen die Transall-Mannschaften 150 Mark Zulage täglich. Das Gebet des US-Militärpfarrers beim Briefing kurz vor dem Start "haben meine Männer zu schätzen gelernt", sagt Zwei-Sterne-General Back.
Die Bundeswehr verändere sich lautlos, meint Bernhard Fleckenstein, Leiter des sozialwissenschaftlichen Instituts der Bundeswehr in Strausberg: "Für die neuen Einsätze in aller Welt sind wieder derbere Typen gefragt" (siehe Interview Seite 75).
Die neuen Helden, von denen Generäle wie Naumann träumen, sollen sich in den "Krisenreaktionskräften" (KRK) für Expeditionen in alle Welt versammeln. Und die sollen bekommen, was gut und teuer ist. Sie stehen nicht mehr allein und ausschließlich unter Nato-Befehl, sie können ebensogut von der Uno, der WEU oder der OSZE angefordert werden.
Die deutschen Krisenreaktionskräfte sollen, so steht es im Weißbuch der Bundeswehr 1994, "das gesamte Spektrum möglicher Einsätze abdecken, von der modernen Guerilla-Kriegführung bis zum Einsatz gegen hochwertig ausgerüstete Streitkräfte". Und Generalinspekteur Naumann resümiert leicht unbeholfen: "Bei Krisenreaktionskräften ist der Einsatz davon gekennzeichnet, daß man ins Ungewisse hinein handelt."
Mithin: Feind, Einsatzgebiet, Konfliktlage - alles Unbekannte.
Für ihre neue Elitetruppe braucht die Bundeswehr harte Jungs. In einer vertraulichen Weisung ordnete der Heeresinspekteur am 25. August 1994 an: "Die Ausbildung . . . schließt ausdrücklich die Vorbereitung auf friedenserzwingende Maßnahmen unter den Bedingungen des Gefechtes der Verbundenen Waffen ein. Unabdingbare Voraussetzung für die Ausbildung von Truppe und Führern für friedensunterstützende Einsätze ist der kriegstüchtige Soldat."
"Einen professionellen Stamm von Kämpfern" wünscht sich Naumann, "Pflichterfüllung" mahnt er an. Es gelte Abschied zu nehmen von "Hedonismus und Egoismus" in dieser Gesellschaft (siehe Seite 76).
Der liberalen Gründergruppe der Bundeswehr, geprägt durch die Generäle Baudissin und de Maiziere, steht Naumann fern. Der Primat der Politik, unter dem _(* 1940. ) die demokratische Armee traditionell steht, scheint ihm eher lästig.
Die martialischen Ansichten des gelernten Artilleristen Naumann, 55, führen immer wieder zu Spannungen mit seinem Dienstherrn Rühe. Doch der Minister verzichtet darauf, seinen militärischen Ratgeber in die Schranken zu weisen. Denn Naumann genießt die Protektion von Kanzler Kohl. Ihm verdankt er auch seine nächste Beförderung: Im nächsten Jahr wird Naumann Vorsitzender des Nato-Militärausschusses, des höchsten militärischen Gremiums der Allianz.
Militärs wie Naumann drängen die Politiker. Sie wollen Fakten schaffen - so zielstrebig, daß Altkanzler Helmut Schmidt "bestürzt" ist, wie sich Krieg als Mittel der Politik wieder in die Köpfe von Regierenden "einschleicht".
Sozialdemokrat Schmidt fürchtet, daß Friedens- und Entspannungspolitik im vereinten Deutschland ihren absoluten Vorrang verloren habe, und das ist für ihn ein "bedenkliches Phänomen", nur zum Teil herzuleiten vom Ende der bipolaren Welt des Ost-West-Gegensatzes.
Der Weltkrieg-II-Leutnant Schmidt erklärt sich die neue Unbefangenheit aus dem "Mangel an eigener Erfahrung, was Krieg ist".
"Wenn die Alten Glatzen bekommen", beobachtet der frühere stellvertretende Nato-Oberbefehlshaber General a. D. Gerd Schmückle, 77, "wenn sie in den Altenheimen verschwinden, dann verharmlost sich das Kriegsbild schon bei der nächsten Generation."
Hans-Dietrich Genscher, vom Jahrgang ''27 und damit Angehöriger der Flakhelfergeneration, hatte sich ganz fest vorgenommen, kein böses Wort über seinen Nachfolger im Auswärtigen Amt zu sagen. Nun aber glaubt Genscher sein Lebenswerk gefährdet. "Wir müssen runter von der Zuschauertribüne", mit solchen Worten plädierte Außenminister Kinkel wiederholt für mehr deutsche Verantwortung bei Kriegen und Krisen.
Das sei "Geschichtsklitterung", schimpfte Genscher. "Im Auslandseinsatz der Bundeswehr liegt doch nicht ein Quantensprung der deutschen Außenpolitik."
Auch Kanzler Kohl setzt sich für "größere weltpolitische Verantwortung" Deutschlands ein und ärgert damit den Altmeister der Vieldeutigkeit: "Als hätten wir uns davor bisher gedrückt", mokiert sich Genscher. Deutschland habe nach der Vereinigung nicht mehr Verantwortung zu tragen als früher. "Verkürzt heißt dann neue Verantwortung: Auslandseinsatz der Bundeswehr."
Ein Stück Machtpolitik also neben der Verantwortungspolitik - freilich auch auf Drängen der westlichen Alliierten, die den Deutschen ihre Zurückhaltung seit der Vereinigung immer wieder vorhielten.
"Die Restauration außenpolitischer Denkmuster, die bis 1945 galten, ist im vollen Gange", warnt Ernst-Otto Czempiel, Friedensforscher in Frankfurt. Der Aufbau der schnellen Eingreiftruppen in der Bundeswehr und anderen Nato-Armeen gilt dem Wissenschaftler als Beleg für "eine Renaissance des Militärischen".
Die vielfach beschworene Rückkehr zur "Normalität" auch durch militärische Machtentfaltung - für Deutschland kann es ein Zurück zur Großmachtpolitik oder gar zum Militarismus nicht sein. Allerdings deutet Generalinspekteur Naumann die deutsche Geschichte so, als hätte Kaiser Wilhelm II. den Ersten Weltkrieg nur als Zuschauer erlebt und Hitler nicht den Zweiten Weltkrieg entfesselt.
Sein denkwürdiges Credo formulierte er im vorigen Herbst vor pensionierten Kameraden: "Zum erstenmal seit 300 Jahren, seit den Tagen Richelieus, ist Deutschland nicht mehr Gegenstand externen Drucks von Ost und West, sondern Akteur."
Der General trumpft auf, als gebe es bei den Nachbarn, die Deutschland zu größerer Verantwortung bei Krisen und Konflikten einladen, nicht gleichzeitig auch Angst vor neuem deutschen Größenwahn: "Wir können und wir müssen nun gestaltend handeln. Wir sind nicht mehr im Maschinenraum des Dampfers Uno, KSZE, Nato, EU und so weiter, sondern auf der Brücke."
Doch die große Debatte um die Interessen des vereinten Deutschland ist die Politik schuldig geblieben. Warum eigentlich sollen deutsche Soldaten rund um den Globus in Stellung gehen?
Soll allen Ernstes die "kontinentale Mittelmacht mit weltweiten Interessen", wie es in den gültigen Verteidigungspolitischen Richtlinien aus der Feder Naumanns heißt, Truppen einsetzen zur "Aufrechterhaltung des freien Welthandels und des ungehinderten Zugangs zu Märkten und Rohstoffen in aller Welt im Rahmen einer gerechten Weltwirtschaftsordnung"? Die Bundeswehr - Schutztruppe ökonomischer Interessen?
Oder sollen die Deutschen einfach nur Gutes tun in aller Welt?
Schon mahnte - ausgerechnet bei der 125-Jahr-Feier des Auswärtigen Amtes - Bundespräsident Roman Herzog "die Klarstellung, Betonung und Wiederholung unserer unveränderten außenpolitischen Linie" als "notwendig" an.
Bundesregierung und Nato sind klare Konzepte schuldig geblieben, wo sie Notwendigkeiten und Grenzen für Einsätze ihrer Soldaten sehen. Großkonflikte wie der Golfkrieg dürften künftig eher die Ausnahme sein. Typisch für Gegenwart und Zukunft sind - wie in Somalia, Bosnien, Tschetschenien - blutige innerstaatliche Kriege, in denen weder klassisches Militär noch schwerbewaffnete "robuste" Blauhelme viel bewirken können.
Woran soll sich der Bundestag orientieren, wenn er - wie vom Bundesverfassungsgericht verlangt - demnächst über jeden einzelnen Militäreinsatz abzustimmen hat? Und wagt es die Regierung künftig nein zu sagen - wie gerade gegenüber Uno-Generalsekretär Butros Ghali, der feste deutsche Kontingente für kommende Blauhelm-Missionen benannt haben wollte?
Der FDP-Außenminister und der CDU-Verteidigungsminister verfolgen ihre eigenen Ziele. Sie sind sich einig, daß ein souveränes Deutschland frei über den Einsatz seiner Bundeswehr unter Uno- oder Nato-Flagge entscheiden soll.
Nicht einig sind sich die beiden Kontrahenten über Umfang und Reichweite von Militäraktionen. Kinkel will sich mit weltweitem Engagement der Bundeswehr, etwa in Haiti oder Angola, den ständigen Sitz im Uno-Sicherheitsrat erdienern. Rühe möchte einstweilen die Bundeswehr nur in Europa und Umgebung an die Fronten schicken.
Der Verteidigungsminister legt Wert auf den "Konsens mit der Bevölkerung". Schritt für Schritt, erst unbewaffnete Sanitäter in Kambodscha - wo der Feldwebel Alexander Arndt von einem Heckenschützen erschossen wurde -, dann bewaffnete Logistiker in Somalia, schließlich Tornado-Jets über Bosnien, so könnten sich die Deutschen an die neue Rolle gewöhnen.
Weil "politische Vorgaben fehlten", notierte ein Luftwaffengeneral Anfang 1991, ein halbes Jahr nach der deutschen Vereinigung, "nahmen wir die militärpolitische Lagebeurteilung selbst vor und leiteten daraus einen veränderten Auftrag ab": Einsätze fern der Heimat.
Beharrlich versuchen die Militärs seither, die Politik auf neue Ziele festzulegen.
Als "Ausweis der Souveränität" des neuen großen Deutschland, so forderten Obristen und Generäle bei Planspielen schon 1991 an der Hamburger Führungsakademie der Bundeswehr, müsse die Bundeswehr für Einsätze wie im Golfkrieg Gewehr bei Fuß stehen. Nur so könne Deutschland Anspruch erheben, als "lead nation" (Führungsnation) bei multinationalen Interventionen an der Spitze zu marschieren. Um die Expeditionskorps außerhalb der vertrauten Nato-Befehlsstränge zu dirigieren, müsse ein neues "Führungskommando Bundeswehr" her - mit mehr Macht für die Militärs.
Von Rühe ("Mit mir nicht") barsch zur Rede gestellt, bestritt Naumann im _(* Im Oktober 1993 in Pnom Penh. ) April 1992, damit einen neuen Generalstab zu planen. Mit den Hamburger Studien seien "konkrete Realisierungsabsichten nicht verbunden".
Merkwürdig nur: Die alten Formulierungen finden sich fast wortgetreu in Naumanns jüngster "Planungsweisung zur Weiterentwicklung der Bundeswehr". Eine der Vorgaben des zur "Verschluß-Sache" erklärten Papiers: "Für die Führung von Einsätzen außerhalb der Bündnisstrukturen ist ein zentrales, teilstreitkraftübergreifendes Führungselement einzurichten." Diese Kommandozentrale solle es Deutschland ermöglichen, "im Rahmen von multi-nationalen Einsätzen die Aufgaben der ,lead nation'' übernehmen zu können".
Seit dem 1. Januar 1995 gibt es - probehalber - im "Haus 16" auf der Bonner Hardthöhe ein "Führungszentrum der Bundeswehr" mit zunächst 65 Soldaten.
Das sei "Bestandteil meines Stabes", erklärte Naumann voller Stolz. Immerhin ein "Mini-Generalstab", freute sich mit ihm die rechtslastige Welt am Sonntag.
Der oberste deutsche Soldat macht mehr als jeder seiner Vorgänger Politik. Vorigen September sorgte Naumann dafür, daß die Nato eine Anforderung deutscher Kampfflugzeuge zur Unterstützung des Uno-Einsatzes in Bosnien stoppte. Eine Anfrage so kurz vor der Bundestagswahl, so die Begründung, könne die Kohl/ Kinkel-Koalition in die Bredouille bringen.
Sechs Wochen nach der Wahl forderte Nato-Oberbefehlshaber Joulwan deutsche Tornados an - auf einen Wink von Naumann, wie der Vorsitzende des Nato-Militärausschusses, Feldmarschall Sir Richard Vincent, dem Nato-Generalsekretär Willy Claes beichtete.
Generäle wie Naumann wollen nicht nur Milchpulver in afrikanische Hungerzonen transportieren oder Uno-Inspektoren im Hubschrauber durch den Irak fliegen. Sie wollen nicht mehr abseits stehen wie im Golfkrieg, sondern mitmischen in der "entfesselten Welt" (Naumann).
"Ich fordere Sie auf, aktiv den Prozeß der geistigen Umorientierung zu fördern", befahl der amtierende Heeresinspekteur Hartmut Bagger seinen Kommandeuren. Noch sehe er "Defizite in der geistigen Grundhaltung".
Bundeswehroffiziere rückten zu Schnellkursen in klassische Blauhelm-Länder wie Schweden, Finnland und Österreich aus. Feldjäger werden in Dänemark auf neuen Kurs gebracht, Logistiker lernen in Norwegen. Die Führungsakademie in Hamburg holt sich Ausbilder aus Kanada und Österreich zu Sonderlehrgängen für deutsche Stabsoffiziere, die in Uno-Stäben Dienst tun sollen.
Ein "Uno-Zentrum" an der Infanterieschule in Hammelburg trainiert Offiziere als Militärbeobachter und trimmt Truppenkontingente auf den Umgang mit hungernden Demonstranten. Dort lernen die Bundeswehrsoldaten, wieviel Wasser der Körper in heißen Ländern braucht ("So lange trinken, bis der Urin hell ist") und wie man sich im Extremklima fit hält ("Leichtes Training und Ruhepausen unbedingt einhalten").
"Soldatische Professionalität muß sich an den Bedingungen von Krieg, Gefahr, Katastrophen und menschlichem Elend orientieren", befahl Heereschef Bagger in einer Liste mit neuen "Anforderungen an den Offizier". Die Soldaten sollen sich ernsthaft mit Tod und Tapferkeit auseinandersetzen.
Blauhelm-Einsätze sind "kein Spaziergang", weiß Außenminister Kinkel.
Eine "Gefechtsimpfung" (battle inoculation) mit scharfen Schüssen über die Köpfe der Soldaten, so die Uno-Richtlinie für Blauhelm-Ausbildung, soll die "Truppen daran gewöhnen, unter Feuer zu funktionieren".
Vor dem Abmarsch sollten "Rambos, Choleriker, Heulsusen, Problemflüchter und Kriegsgewinnler" "aussortiert" werden, empfiehlt der Blauhelm-Experte Oskar Hoffmann vom Koblenzer Zentrum für Innere Führung. "Wer nur das Abenteuer oder das große Geld sucht oder auf der Flucht vor seiner Freundin oder seinen Gläubigern ist", tauge nicht als Friedensmissionar.
Solche Motive hatten allerdings manch einen in der deutschen Somalia-Expedition beflügelt. 54 Prozent der jüngeren Zeitsoldaten hatten als Beweggrund für das Engagement am Horn von Afrika "finanzielle Vorteile" genannt, gefolgt von "Abenteuerlust" (45 Prozent). Pro Tag gab es 100 Mark "Buschgeld".
Welch glückliche Fügung es war, daß die Soldaten in Belet Huen ihren eigentlichen Auftrag - die Versorgung von 4700 indischen Blauhelmen - nicht erfüllen mußten, erhellen die internen Erfahrungsberichte im Verteidigungsministerium. Dem aus 250 Einheiten zwischen Rostock und Rosenheim zusammengewürfelten Nachschubbataillon fehlte, so das Fazit, "ausreichende logistische Kompetenz".
So hatte der Verband lange Zeit keine Übersicht, wo und wann sich welcher Container mit welchem Inhalt befand. Logistiker des Heeres hatten nicht bedacht, daß ihre Paletten nicht in die Transportflugzeuge der Luftwaffe passen. Immerzu mußte die Ladung umgepackt werden. Die Folge: Chaos im Wüstencamp.
Beim nächsten Mal soll alles besser werden. Anstelle eines bunten Haufens wurden "Leitverbände" in den Krisenreaktionskräften benannt, die Blauhelm-Einsätze anführen sollen. Neues Kriegsmaterial soll leicht und zerlegbar sein, in Standardcontainer und Flugzeuge passen - "luftverlastbar" heißt das neue Zauberwort der Hardthöhenplaner.
Für die "oberste Bundeswehrführung" will Naumann "strategische Aufklärungs- und Führungsfähigkeit" schaffen. Dazu gehören etwa milliardenteure Spionage- und Fernmeldesatelliten.
Für den "strategischen Lufttransport" läßt das Wehrressort europäische Konzerne einen neuen Transporter entwickeln. Das Future Large Aircraft (FLA) - Schätzpreis pro Stück: gut 100 Millionen Mark - wird die 85 betagten Transall ersetzen.
Auch die Marine, kleinste Teilstreitkraft der Bundeswehr, kommt nicht zu kurz. Ihr hat Naumann zusätzlich zu neuen Fregatten, U-Booten und 15 Korvetten noch ein Monstrum mit dem verharmlosenden Titel "Mehrzweckschiff" für den Einsatz auf den sieben Weltmeeren verordnet - fast 200 Meter lang und 20 Meter breit. Kampf- und Transport-Hubschrauber werden an Bord sein, ein verstärktes Bataillon mitsamt Panzern und allem sonstigen Wehrmaterial. Es dient zugleich als schwimmende Kommandozentrale, als Lazarettschiff und Nachschubdepot. Kostenpunkt: eine halbe Milliarde Mark, mindestens.
Die Krisenreaktionskräfte sollen vorrangig neues Schießzeug und Fluggerät erhalten. Viele alte Rüstungsprogramme erhielten schlicht ein neues Etikett. So wurde aus dem deutsch-französischen Kampf-Hubschrauber "Tiger" ein Unterstützungshubschrauber ("Uhu"). Anstatt mit Lenkraketen gezielt Panzer zu knacken, soll er nun, so das jüngste Konzept, auch ungelenkte Raketen im Streufeuer auf "weiche und halbharte Bodenziele" schießen - gemeint sind Menschen und ihre Unterstände. Der geschätzte Stückpreis: knapp 50 Millionen Mark.
Die Kraftfahrer der Bundeswehr erhalten taschenbuchgroße Satelliten-Navigationssysteme. Sie sollen, so die Begründung, "eine weltweite, sichere Orientierung in unbekanntem Gelände gewährleisten". Für ihre Lastwagen werden beschuß- und splittersichere Fahrerhäuser nachgerüstet - eine Lehre aus den Risiken beim Somalia-Einsatz.
Die Soldaten haben laut Heeresinspekteur Bagger "Anspruch auf eine Ausrüstung, mit der sie im Einsatz bestehen können". Trotz Sparzwangs könne die Armee "auf Spitzentechnologie nicht verzichten".
Wie sich Flugzeuge und Panzer mit Laserstrahlen bekämpfen lassen, wird bereits untersucht, berichtet der Präsident des Koblenzer Bundeswehr-Beschaffungsamts, Peter Koerner. Gemeinsam mit den Franzosen entwickeln die Deutschen außerdem "elektrothermische und elektromagnetische Kanonen". Der Herr der Rüstung schwärmt: "Das könnten die Waffen der Zukunft sein."
Während Spitzenmilitärs und -beamte vom Waffenstolz der High-Tech-Armee träumen, lebt die Resttruppe mit dem Mangel. Das Geld reicht nicht, um alle Soldaten mit dem neuen leichten Sturmgewehr G 36 auszurüsten. Die 33 000 neuen Gewehre sind für die Krisenreaktionskräfte reserviert. Auch den neuen leichten "Stahlhelm" - aus Aramid-Kunststoff - bekommen nur die KRK-Soldaten.
Das erst kürzlich aufgestellte Luftwaffen-Aufklärungsgeschwader "Immelmann" in Jagel bei Schleswig soll zwar laut Beschluß der Bundesregierung mit Tornados Flugabwehrstellungen in Bosnien ausspähen und fotografieren. Doch die Piloten - bunt zusammengewürfelt aus verschiedenen anderen Geschwadern - hatten noch gar keine Zeit und Gelegenheit für umfassendes Training: Die Aufklärungsbehälter mit Spezialkameras, die unter den Rumpf der Flugzeuge geklinkt werden müssen, hat die Luftwaffe noch nicht beschafft. Zum Üben borgte sie sich drei Stück bei der Marine und sechs reparaturanfällige Exemplare aus Italien.
"Die Jungs unter diesen Bedingungen auf den Balkan zu schicken", schimpft ein mitfühlender Offizier eines Nachbar-Geschwaders, sei schlicht "unverantwortlich".
Denn in Kroatien und Bosnien geht es dann, erstmals, für "die Jungs" um Leben und Tod.
"Nun siegt mal schön", hatte vor knapp 40 Jahren Bundespräsident Theodor Heuss den ersten Rekruten der frischgegründeten Bundeswehr ironisch mit auf den Weg ins Manöver gegeben.
Siegen zu müssen wird auf einmal bitterer Ernst. Y
[Grafiktext]
''''Krisenreaktionskräfte'''' der Bundeswehr
[GrafiktextEnde]
* Angetreten zum ersten Besuch Kanzler Adenauers bei der gerade gegründeten Bundeswehr. * In Hammelburg bei einer Übung für den Somalia-Einsatz im Juli 1993. * 1940. * Im Oktober 1993 in Pnom Penh.

DER SPIEGEL 5/1995
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