20.02.1995

BenettonStarker Druck auf Händler

Der italienische Benetton-Konzern greift zu fragwürdigen Mitteln, um das angeschlagene Image aufzupolieren. In einem Brief an seine Generalvertreter versucht das Unternehmen den selbständigen Einzelhändlern genau vorzuschreiben, was sie künftig auf Pressefragen zu antworten haben: Aufmüpfige Benetton-Händler sollen als Querulanten dargestellt, die Geschäftspolitik der Benetton-Gruppe soll dagegen gelobt werden. Der Konzern hat seit Monaten Ärger mit unzufriedenen Händlern, weil er keinen Gebietsschutz gewährt und feste Lieferverträge verweigert. Außerdem fühlen sich viele Verbraucher von der Schock-Werbung mit HIV-bestempelten Hintern und blutigen Soldaten-T-Shirts abgestoßen. Die PR-Agentur, die Benetton in Deutschland vertritt, hat sich von dem Papier, das den Handel auf Linie bringen soll, inzwischen distanziert. "Die deutsche Version" des Textes, entschuldigte sie sich bei den Händlern, sei leider etwas "kategorisch" ausgefallen.

DER SPIEGEL 8/1995
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