15.05.1995

DopingSchuldhafte Bakterien?

Die Urinproben von Athletinnen bei Dopingtests müssen sofort in sterilen Behältern schockgefroren werden. Sonst kann der Labortest häufig falsch positive Ergebnisse liefern. Wie der britische Medizinprofessor Rod Bilton im Fachblatt The Lancet ausführt, können Bakterien in der Probe die in jedem Urin enthaltenen Steroide, zum Beispiel Cholesterin und Gallensäuren, in Androgene umwandeln, die Vorformen des männlichen Hormons Testosteron. Ein positives Ergebnis der Probe wäre dann nur ein Anzeichen von bakterieller Verschmutzung, kein Beweis für Doping. Mögliche Ehrenrettung für die deutsch-amerikanische Weitspringerin Susen Tiedtke-Greene, die erst jüngst trotz eines positiven Dopingtests erklärte, sie habe nie Anabolika eingenommen?

DER SPIEGEL 20/1995
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