29.05.1995

SPDDramatische Fehler

Der Verlust der absoluten Mehrheit im Landtag hat die nordrhein-westfälische SPD in eine schwere Krise gestürzt. Führende Sozialdemokraten werten die Wahl des früheren Umweltministers Klaus Matthiesen, 54, zum Fraktionsvorsitzenden als "Desaster für die Parteispitze". Matthiesen war zunächst von Verkehrsminister Franz-Josef Kniola vorgeschlagen worden. Die Genossen zweifelten jedoch, ob der profilierte Grünen-Gegner der richtige Mann für die Schaltstelle einer möglichen Koalition mit den Bündnis-Grünen sein könne. Das Kabinett mit Ministerpräsident Johannes Rau an der Spitze sowie die vier SPD-Bezirksvorsitzenden drängten Kniola deshalb zur Gegenkandidatur. "Dramatische Regiefehler" (ein SPD-Vorständler) bei der Präsentation des blassen Verkehrsministers führten am vergangenen Mittwoch aber zu einer knappen Mehrheit (54:49) für Matthiesen. Die Panne hat Folgen: Der neue Fraktionschef, der sich mit einer Reihe von Skandalen in seinem Ministerium bereits um die Kronprinzenrolle gebracht hatte, könnte jetzt nach Einschätzung eines Düsseldorfer Spitzengenossen das "erkennbare Führungsvakuum" ausfüllen: "Matthiesen ist wieder im Rennen um die Rau-Nachfolge."

DER SPIEGEL 22/1995
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