08.04.2013

KUNSTMARKTAus einem Guss

Der Niederländer Robert Driessen fälschte jahrzehntelang Kunstwerke, darunter 1300 Giacometti-Skulpturen, mehr als der Künstler selbst je produzierte. Driessens Komplizen sitzen im Gefängnis, er ist auf der Flucht. Ein Besuch in Thailand.
Draußen in der Bucht liegt die Luxusyacht von Roman Abramowitsch. Bob Dylans "Like a Rolling Stone" läuft, das Eis klimpert im Weißwein, Kokospalmen, weißer Strand. Robert Driessen macht sich erst mal eine Zigarette an. "Ich bin", sagt er, "im Paradies gefangen."
Seit acht Jahren lebt er in Thailand. Driessen besitzt ein Café, ganz nah am Wasser, aber weit weg von Europa. In seiner alten Heimat sind sie hinter ihm her, Interpol und Ernst Schöller, ein Kriminalkommissar aus Stuttgart, spezialisiert auf Kunstdelikte. Driessen hat Skulpturen des Schweizer Bildhauers Alberto Giacometti (1901 bis 1966) gefälscht. Zwei seiner Komplizen sitzen in Deutschland in Haft, über acht Millionen Euro hat die Bande mit ihrem Metallschrott eingenommen. Nun fehlt nur noch Driessen.
Die Polizei geht davon aus, dass er mindestens 1000 Skulpturen gefälscht hat. Driessen, das Weinglas in der Hand, sagt, dass es wohl eher 1300 Skulpturen gewesen seien, "aber ich habe ja nie Buch geführt".
Er ist jetzt 54 Jahre alt, mehr als 30 Jahre lang hat er Kunst gefälscht, Bilder und Skulpturen, und gut davon gelebt. Mindestens drei Millionen Euro insgesamt dürfte er mit seinen Fälschungen verdient haben. Ein Gefangener im Südchinesischen Meer, nicht wirklich schlimm, er bereue nichts, sagt Driessen. Aber jetzt ist es an der Zeit, dass die Welt von ihm und seinem Werk erfährt.
Wolfgang Beltracchi, ein Maler aus dem Rheinland, hat über einen ähnlich langen Zeitraum mindestens hundert expressionistische Gemälde gefälscht und schätzungsweise 30 Millionen Euro verdient. Er ist so etwas wie der König der Kunstfälscher, ein Hippie, ein Hasardeur, der die Kunstwelt narrte und ein Medienstar ist, seit er vor drei Jahren aufflog.
Driessen könnte mit Recht behaupten, dass er nach Beltracchi die Nummer zwei unter Europas Kunstfälschern ist. Das Problem ist nur, dass ihn niemand kennt. Andererseits: Beltracchi sitzt in Haft und Driessen in Thailand. Ein zweites Glas Weißwein.
Alberto Giacometti war einer der großen Künstler des 20. Jahrhunderts, und er ist heute, 47 Jahre nach seinem Tod, der teuerste Bildhauer der Welt. Seine Skulptur "L'Homme qui marche" wurde vor drei Jahren bei Sotheby's von der Witwe eines libanesischen Bankiers für umgerechnet 74 Millionen Euro ersteigert. Ausstellungen mit Giacometti-Skulpturen - wie derzeit in Hamburg - sind immer noch ein garantierter Publikumserfolg.
Giacometti war im Alter von 20 Jahren aus dem Bergell in der Schweiz nach Paris gegangen, ein Freund von Max Ernst, Joan Miró und Pablo Picasso, von Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir, von André Breton und Man Ray, von Samuel Beckett, Jean Genet und Igor Strawinsky. Wilder, dunkler Haarschopf, große Augen, von Falten zerfurchtes Gesicht, ein Porträt von ihm ziert heute die 100-Franken-Note. Er war eine der Figuren der Pariser Avantgarde, ein Besessener, ein Bohemien, der mittags hartgekochte Eier mit reichlich schwarzem Kaffee frühstückte, dazu viele filterlose Zigaretten. Und der ein Werk seltsamer Figuren schuf, grazile, langgestreckte, ausgezehrte, verzweifelte Geschöpfe, so wiedererkennbar wie eine Coca-Cola-Flasche.
500 Unikate, höchstens, soll der Künstler insgesamt produziert haben. So ganz genau weiß das niemand. Sogar die Pariser Fondation Alberto et Annette Giacometti, ins Leben gerufen von der Witwe, tut sich schwer, Ordnung in das Chaos von Giacomettis Künstlerleben zu bringen. Oft ließ er von demselben Entwurf bei verschiedenen Gießereien Bronzen fertigen, er hatte wohl auch den Überblick darüber verloren, welche der Gipsmodelle er gießen ließ und welche er wieder zerstörte, weil sie ihm nicht gefielen. Es gibt keinen Œuvre-Katalog, lediglich eine unvollständige Datenbank mit Abbildungen seiner Werke im Internet. Ein großer Künstler, ein großes Werk, ein noch größeres Durcheinander in seiner Hinterlassenschaft: Alberto Giacometti hat es Robert Driessen ziemlich leichtgemacht.
Auch technisch gesehen. "Lange, dünne Figuren, amorphe, krümelige Oberfläche", sagt Driessen. "Es ist nicht schwierig, Giacomettis zu machen." Nach einer Weile habe er "Giacometti förmlich in den Fingern gehabt". Für die kleinen Figuren habe er 30 bis 40 Minuten gebraucht. Es waren keine Nachgüsse, stattdessen hat er das Werk Giacomettis ergänzt: Driessen formte eigene Modelle, ließ sie gießen und versah sie mit dem Stempel der Gießereien, mit denen Giacometti zusammengearbeitet hatte.
Driessen kommt aus Arnheim, er ist Niederländer, sein Deutsch perfekt. Mit 16 verließ er Elternhaus und Schule und verdiente Geld mit Malen: Windmühlen, Kanäle, Angler, Boote, das Meer. Er pinselte Holland-Bildchen wie am Fließband, 30 mal 40 Zentimeter groß, besonders in Deutschland beliebt. Der Händler, der ihm seine Bilder abkaufte, fragte irgendwann, ob er nicht auch niederländische Romantiker malen könne: Paul Gabriel, Johan Hendrik Weissenbruch, Hendrick Willem Mesdag. Auf Antiquitätenmärkten kaufte Driessen alte Gemälde, entfernte die Farbe und legte los.
Seine eigenen Bilder interessierten niemanden. Nach zwei, drei Jahren begann er, Variationen von Expressionisten zu malen: Emil Nolde, August Macke, Wassily Kandinsky, Karl Schmidt-Rottluff. Mal spiegelte er Originale, mal setzte er aus mehreren ein neues Bild zusammen: eine alte Fälschertechnik.
Es fand sich bald eine ganze Reihe von Händlern, die ihm Bilder abnahmen. Michel van Rijn war darunter, der bald den Ruf haben sollte, der erfolgreichste Kunstschmuggler der Welt zu sein, und in einer Villa in Marbella lebte, von Konkurrenten angeschossen wurde und schließlich mit Scotland Yard kooperierte. Driessen bekam beispielsweise für ein Schmitt-Rottluff-Gemälde 500 bis 700 Euro. Die Händler bestellten auch Motive bei ihm. An einem Tag, so erinnert er sich, malte er gleich 15 Nolde-Aquarelle.
Insgesamt, schätzt er, waren es wohl über tausend Bilder. Was aus ihnen wurde, interessiert Driessen nicht. "Das eine oder andere wird schon in einem deutschen oder niederländischen Museum hängen", sagt er. Er kann sich daran erinnern, dass ein Händler Bilder von ihm bei Sotheby's und Christie's versteigern ließ. "Ich wusste, dass ich fälsche. Die Händler wussten, dass sie Fälschungen kauften. Aber wir sprachen nicht darüber. Ich gehe davon aus, dass sie die Fälschungen als echte Bilder weiterverkauften."
Die Geschäfte liefen gut, damals in den achtziger Jahren. Driessen mietete in der Nähe von Arnheim, nur zehn Kilometer von der deutschen Grenze entfernt, eine Villa mit elf Schlafzimmern, sechs Badezimmern und drei Ateliers im obersten Stockwerk. Draußen vor der Tür parkte ein 7er-BMW.
Das Haus, in dem er heute wohnt, ist bescheidener. Ein Holzhaus auf Pfählen, zwei Kilometer hoch in den grünen Bergen. Es hat nur zwei Zimmer; im Wohnzimmer liegt ein Stapel Blätter mit chinesischen Schriftzeichen, die er unlängst für einen Freund gemalt hat. In einem großen Skizzenbuch hat er seine Geschichte als Kunstfälscher niedergeschrieben.
Mit dem Gießen von Skulpturen begann er 1987. Er lernte es bei dem Gießer Roel Maaskant in Brummen, in der Nähe von Arnheim. Bronzeskulpturen sind aufwendig, der Weg ist lang von einer Figur aus Wachs oder Gips über eine Latexform bis hin zur fertigen Skulptur. "Man weiß nie, ob es gelingt", sagt Driessen. "Es ist spannend."
Der Markt für Skulpturen ist noch dubioser als der Markt für Gemälde, weil Nachgießen einfacher ist als Malen. Immer wieder sind Fälle bekanntgeworden, in denen Erben Güsse nachträglich anfertigen ließen; von einer berühmten Skulptur des Berliner Bildhauers Georg Kolbe beispielsweise gibt es 80 Güsse. Wie viele Güsse einer Skulptur existieren, lässt sich nur selten überprüfen, was auch damit zu tun hat, dass Gießereien oft Kopien herstellen oder mehr Skulpturen gießen, als der Künstler in Auftrag gegeben hat. So gibt es also echte und falsche Originale, die nicht unterscheidbar sind.
Als bester Gießer der Niederlande galt Dirk Grosman in Arnheim. Driessen erwarb bei ihm eine ganze Reihe von Latexformen, mittels deren er Bronzen produzierte: Degas, Rodin, Matisse, Lehmbruck, Barlach, Kollwitz, so gut wie alle bekannten modernen Bildhauer waren darunter. Er goss zwei Bronzen nach und brachte sie zu derjenigen Gießerei, die in den zwanziger und dreißiger Jahren für die Künstler gearbeitet hatte. "Sie sind echt", sagte man ihm angeblich. Driessen ver-
kaufte die Stücke für insgesamt 17 000 Gulden an einen Kunsthändler in Den Haag.
Sehr viel schwieriger war das Fälschen von Bronzen, wenn keine Form oder Abformung zur Verfügung stand. Mehr als zehnmal fuhr Driessen nach Duisburg, um vor dem Lehmbruck-Museum über 200 Fotos der berühmten "Knienden" von Wilhelm Lehmbruck aufzunehmen. Für den Verkauf der fertigen Bronze, 150 Kilo schwer, schaltete er eine Anzeige im Fachblatt "Weltkunst". Der erste Interessent kam mit dem Hubschrauber nach Arnheim.
Der zweite, der Kölner Kunsthändler Michael Werner, einer der großen Galeristen in Deutschland, er vertritt Penck, Lüpertz, Immendorff, fuhr mit dem Jaguar vor und zahlte 42 500 Euro für die Lehmbruck-Dame. Sie steht heute im Garten einer der Galerien Werners, in Trebbin, südlich von Berlin. Werner sei begeistert gewesen, sagt Driessen, Werner spricht heute von einer "scheußlichen Fälschung".
Driessens erste Giacometti-Skulptur entstand 1998. Er hatte Giacomettis Stil studiert, die Signaturen und Gießereistempel, dann formte er aus Gips eine 2,70 Meter hohe, dünne Figur, nannte sie nach Giacomettis Frau "Annette" und lagerte sie auf dem Dachboden ein. Erst als einer seiner Händler einen Kaufinteressenten gefunden hatte, ließ er die Bronze gießen.
Nicht viel später tauchten mehrere Herren bei Driessen auf: ein niederländischer Kunstdealer, den er schon lange kannte, Guido S., ein Antiquitätenhändler aus Mainz, und ein in Schwaben lebender Grieche, der einen braunen Umschlag hervorholte, daraus 250 000 Mark abzählte, alles druckfrische Tausenderscheine, und sie dem Kunstdealer gab, der wiederum Driessen 25 000 Mark überreichte.
Beim Rausgehen fragte Guido: "Haben Sie noch mehr Giacomettis?" "Ja, ich könnte vielleicht noch ein Dutzend besorgen", antwortete Driessen, "auch aus England."
Nun begann der große Giacometti-Schwindel. Nach drei Wochen schaute Guido ein zweites Mal vorbei, diesmal bekam er zwölf Giacometti-Bronzen, kleine Figuren, keine 40 Zentimeter groß. Driessen erhielt 6000 Mark. Dass ein paar Monate später die Kriminalpolizei bei dem griechischen Kunstfreund, der in etliche dubiose Geschäfte verwickelt war, auch Driessens 13 Giacomettis fand, störte weder Guido S. noch den Fälscher. Sie legten jetzt erst richtig los.
Guido war ein unersättlicher Abnehmer, und Driessen fälschte, so viel der Antiquitätenhändler wollte. Guido kam stets selbst, um die Bronzen abzuholen. Er erzählte davon, dass er in der Nähe von Lagos an der portugiesischen Algarve eine Galerie eröffnen wollte - mit 1500 Giacometti-Skulpturen. Sie trafen sich sonntags auf einer Raststätte an der Autobahn A3, die von den Niederlanden ins Rhein-Main-Gebiet führt. Driessen legte die Pseudo-Giacomettis aus seinem BMW in Guidos Daimler-Kombi. Er bekam einen Umschlag mit Bargeld, oder der Kaufpreis wurde überwiesen. Das Giacometti-Geschäft lief zehn Jahre lang.
Bei einem seiner Besuche bei dem Antiquitätenhändler in Mainz lernte Driessen auch dessen Partner Lothar S. kennen, der seinem Namen ein "Graf von Waldstein" angefügt und in der DDR Lokführer gelernt hatte, bevor er wegen politischer Aufmüpfigkeit im Knast landete und in die Bundesrepublik abgeschoben wurde. Während der Graf den Vertrieb übernahm, fungierte Guido als Stratege des Schwindels.
Guido schrieb sogar ein Buch, das er "Diegos Rache" nannte und von dem er 300 Exemplare drucken ließ. Es erzählt die teils wahre, teils erfundene Geschichte von Diego Giacometti, einem Bruder und Assistenten des Künstlers, der ein geheimes Depot von Skulpturen angelegt habe. "Die in langen Nächten erkämpften Resultate Giacomettis" habe der Bruder aus dem Atelier entfernt und Abgüsse von ihnen hergestellt, "die er entweder eigenständig oder nach Absprache mit Alberto zur Gießerei brachte".
Die Abgüsse habe Diego zunächst versteckt, aber nach Albertos Tod 1966 an Sammler in Griechenland, Frankreich und England verkauft. Graf Waldstein, so fabulierte Guido S., habe die Bronzen den Sammlern wieder abgekauft. Sogar die in dem Buch abgedruckte ISBN-Nummer war gefälscht. Jede Fälschung braucht seine Legende, jedes gefälschte Kunstwerk eine plausible Provenienz.
Driessens Partner suchten nach Reichen, die nicht viel von Kunst verstanden. Mit Erfolg: Ein Wiesbadener Milliardär kaufte für mehr als 3,5 Millionen Euro 49 falsche Giacomettis. Der Stuttgarter Vermögensverwalter Peter Hans Schuck bezahlte für 18 Fälschungen mindestens 3,7 Millionen Euro. Der Versuch, an zwei New Yorker Galeristen rund 300 Skulpturen für 50 Millionen Euro zu verkaufen, scheiterte jedoch. Die Amerikaner waren misstrauisch geworden.
Driessen musste sogar zwei Gehilfen anheuern, um mit dem Gießen hinterherzukommen. Den allergrößten Teil produzierten sie in der Gießerei von Roel Maaskant in Brummen. Im Nachhinein erfuhr Driessen, dass er im Schnitt nicht einmal ein Fünftel des Verkaufspreises bekommen hatte. "Eigentlich unfair", sagt er. "Der Künstler war doch ich."
2005 wanderten Driessen und seine Frau mit ihrem gemeinsamen Sohn nach Thailand aus, um den grauen Wintern ihrer Heimat zu entkommen. Vor der Abreise verbrannte Driessen noch alle Fotos von gefälschten Kunstwerken.
Am Golf von Thailand mietete er eine große Villa, während Guido S. weiterhin Geld aus Deutschland überwies. Zunächst flog Driessen noch regelmäßig in die Niederlande, um dort weiter Giacomettis zu produzieren, doch im Februar 2009 hielt ihn die Polizei, die Guido und dem falschen Grafen längst schon auf der Spur war, zwei Stunden lang auf dem Frankfurter Flughafen fest. Als Driessen in die Niederlande weiterfuhr, observierten ihn Zivilfahnder zehn Tage lang intensiv. Driessen verzichtete vorsichtshalber auf einen Besuch bei seinen beiden Gießereien und flog bald nach Thailand zurück.
Anfang März 2009 bekam Driessen eine SMS von seinem Geschäftsfreund Guido: "Ich überweise Dir das Geld, aber komm bloß nicht nach Deutschland." Fünf Monate später wurden Guido, Lothar S. und zwei Helfer in einem Hotel am Frankfurter Flughafen von einem Mobilen Einsatzkommando verhaftet, als sie für 338 000 Euro in bar fünf Giacometti-Fälschungen verkaufen wollten. Lothar S., der falsche Graf, war an echte verdeckte Ermittler des Landeskriminalamts Baden-Württemberg geraten.
Die Polizisten hoben auch das Lager der Bande am Kaiser-Karl-Ring in Mainz aus. In den Kellerräumen lagerten 831 Bronzen und 171 Gipse im Stile Alberto Giacomettis sowie 20 Metallmöbel, die Originalen von Giacomettis Bruder Diego nachempfunden waren.
Das Landgericht Stuttgart verhängte harte Strafen. Lothar S., der bis zuletzt darauf beharrte, dass die Skulpturen echt seien und er Diego Giacometti persönlich gekannt habe, kassierte neun Jahre Haft. Guido S. sieben Jahre und vier Monate. Gegen Driessen haben die Ermittler noch ein Verfahren offen, aber sie können ihn, weil er kein Deutscher ist, nicht aus Thailand ausliefern lassen.
Im Juni vergangenen Jahres transportierte Kriminalkommissar Ernst Schöller
mit Kollegen die über tausend Schöpfungen Driessens ins schwäbische Süßen zu einer Gießerei. Dort wurden die Gipse mit einem Bagger zertrümmert und die Metallskulpturen bei über tausend Grad zu Barren eingeschmolzen. Aus den fünf Tonnen Bronze machten die Gießer später Türen für einen Kunden in Abu Dhabi.
Driessen hat sich auf YouTube einen Fernsehbericht über die Zerstörung seiner Werke angesehen, besonders berührt hat ihn das nicht. Er hat kein schlechtes Gewissen, und sein Mitleid ist begrenzt. "Wer glaubt, für 20 000 Euro einen echten Giacometti kaufen zu können, verdient es, hinters Licht geführt zu werden. Die Kunstwelt ist verrottet."
Er sagt, er wisse nicht, ob er alles noch einmal so machen würde. Seine Frau und sein Sohn leben längst schon wieder in Europa. Robert Driessen holt sich noch ein Glas Wein, viel Eis, wie immer.
Aus rechtlichen Gründen wurde dieser Artikel nachträglich bearbeitet.
(*) Im Lager der Bande in Mainz.
Von Michael Sontheimer

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