14.08.1995

Frida Kahlo

ist Lateinamerikas berühmteste Malerin (1907 bis 1954) und fast genauso bekannt als Schmerzensfrau, gemartert von zahlreichen Operationen, vor allem an ihrer Wirbelsäule. Neue Einsichten in ihr Werk und ihr komplexes Innenleben bietet das gemalte Tagebuch, das sie seit 1944 führte. Es wird nun erstmals in Gänze der Öffentlichkeit zugänglich gemacht: Im September erscheint in den USA und in Deutschland eine farbige Faksimileausgabe. Vorab veröffentlicht der SPIEGEL daraus Bilder und Textpassagen, verbunden mit Auszügen aus einem Essay, den Carlos Fuentes, der große mexikanische Erzähler, seiner legendären Landsmännin zu ihrem Tagebuch widmet. In Frida Kahlos Aufzeichnungen sind Bilder und Texte in surrealistischer Spontaneität miteinander vermixt: mystische Wort- und Zahlenspielereien, private Offenbarungen und lyrische Ergüsse, künstlerische Überlegungen und politische Bekenntnisse. Das alles fügt sich zu einem facettenreichen Selbstporträt der Künstlerin, das Zeugnis ablegt von ihren Leidenschaften und Ängsten, ihren erotischen Phantasien und imaginativen Welten, von ihrem Witz und ihrer Lebensfreude trotz aller Leiden. Viele ihrer bildhaften Kopfgeburten sind ihr selbst wie aus dem Gesicht geschnitten, vieles bezieht sich auf Diego Rivera, den 20 Jahre älteren Monumentalmaler, der bis zuletzt im Zentrum ihres Lebens stand. "Das Tagebuch", so Fuentes, "ist Frida Kahlos Versuch, eine Brücke zu schlagen zwischen dem Schmerz des Körpers und der Herrlichkeit der Welt."

DER SPIEGEL 33/1995
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