14.08.1995

Paul Gascoigne,

28, britischer Fußballstar, zwang die Polizei mit einer Geste zum Einschreiten. Der für 4,3 Millionen Pfund vergangenen Monat von Lazio Rom zu den schottischen Glasgow Rangers gewechselte Balltreter hatte nicht etwa den Mittelfinger ins Publikum gestreckt wie einst Effenberg. Gascoigne hatte nach seinem ersten Tor beim Lokalderby zwischen den Rangers und Celtic Glasgow mit beiden Händen einen Flötenspieler imitiert. Der Star möge künftig solche sektiererischen Überlegenheitsbekundungen unterlassen, belehrte ihn der örtliche Polizeichef in der Pause, sie könnten zu Gewalttätigkeiten führen zwischen den traditionell protestantischen Rangers-Anhängern und der starken katholischen Gefolgschaft von Celtic. Mit Umzügen, Flötenspiel und Tschingdarassabum feiern alljährlich die Anhänger der englisch-protestantischen Herrschaft die Niederlage aufständischer Katholiken im Jahre 1690.

DER SPIEGEL 33/1995
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