16.10.1995

TreuhandTeures Versteckspiel

Geheimhaltung ist teuer. Mehr als eine Million Mark im Jahr ließ es sich die Treuhandanstalt (THA) mitunter kosten, Gehälter, Prämien und Zuschläge für ihre Führungskräfte vor neugierigen Augen zu verstecken. Dazu bediente sich die Privatisierungsbehörde der Hamburger Filiale der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG AG, über deren Büro bis zu 280 Spitzen-Manager der Anstalt das Gehalt überwiesen bekamen. So war die behördeneigene Lohnbuchhaltung ausgeschaltet, Indiskretionen sollten auf diese Weise verhindert werden. Vorteile, etwa durch bessere steuerliche Betreuung, hatte nach heutigem Eingeständnis der THA-Nachfolgerin Bundesanstalt für vereinigungsbedingte Sonderaufgaben (BVS) keiner der Manager. Auch sparte die THA keine einzige Stelle in der eigenen Personalabteilung. Die BVS hat auch das teure Versteckspiel geerbt. Die KPMG kassiert noch heute.

DER SPIEGEL 42/1995
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


DER SPIEGEL 42/1995
Titelbild
Abo-Angebote

Den SPIEGEL lesen oder verschenken und Vorteile sichern!

Jetzt Abo sichern
Ältere SPIEGEL-Ausgaben

Kostenloses Archiv:
Stöbern Sie im kompletten SPIEGEL-Archiv seit
1947 – bis auf die vergangenen zwölf Monate kostenlos für Sie.

Wollen Sie ältere SPIEGEL-Ausgaben bestellen?
Hier erhalten Sie Ausgaben, die älter als drei Jahre sind.

Artikel als PDF
Artikel als PDF ansehen

Treuhand:
Teures Versteckspiel