13.11.1995

AffärenAllein gegen Airbus

Die Airbus-Bestechungsaffäre weitet sich aus. In die Ermittlungen gegen den bayerischen Unternehmer Karlheinz Schreiber haben sich nach der Augsburger Staatsanwaltschaft auch kanadische und Schweizer Strafverfolger eingeschaltet. Der Geschäftsmann wird verdächtigt, im Auftrag des europäischen Airbus-Konsortiums seit 1988 Gelder über Schweizer und Liechtensteiner Konten an führende kanadische Politiker verteilt zu haben, um den Absatz von Mittelstreckenjets zu fördern.
Die Schweizer Behörden akzeptierten jetzt ein Rechtshilfeersuchen der kanadischen Ermittler.
Die Berner Bundesanwältin und Mafia-Jägerin Carla Del Ponte soll nun geheime Bankunterlagen sicherstellen. Die Kanadier wollen anhand der Akten herausfinden, ob Mitglieder der Regierung unter Ministerpräsident Brian Mulroney von den mindestens fünf Millionen US-Dollar profitierten, die nach bisherigen Ermittlungen bis 1991 auf Konten des Schweizerischen Bankvereins eingezahlt wurden. Schreiber, ein enger Freund des damaligen Airbus-Aufsichtsratsvorsitzenden Franz Josef Strauß, bestreitet alle Vorwürfe.

DER SPIEGEL 46/1995
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