13.11.1995

ManagerQuerelen in der BMW-Spitze

Im Management von BMW gibt es zunehmend Kritik am Vorstandsvorsitzenden Bernd Pischetsrieder. Mehr als überheblich sei es, so ein hoher BMW-Manager, wie Pischetsrieder die Probleme beim Aufbau einer Fabrik in den USA verniedliche. Der BMW-Vorsitzende behauptet, beim Start der Produktion geschehe "nichts grundlegend Überraschendes". Tatsächlich kommt die Produktion des neuen BMW-Roadster nicht auf die geplante Stückzahl, weil es noch immer gewaltige Qualitätsprobleme gibt. Eine Neuverteilung der Aufgaben innerhalb des BMW-Vorstands, die bereits seit einiger Zeit in Kraft ist, wird von Pischetsrieders Kritikern inzwischen als heimliche Entmachtung des BMW-Vorsitzenden durch den Aufsichtsratschef Eberhard von Kuenheim gewertet. So wurde die Verantwortung für die beiden wichtigsten BMW-Projekte auf andere Vorstände übertragen. Für Nordamerika und das neue US-Werk ist Produktionsexperte Joachim Milberg zuständig. Den Vorsitz im Board der Neuerwerbung Rover gab Pischetsrieder an Entwicklungsvorstand Wolfgang Reitzle ab. Bei Rover gibt es wesentlich mehr Probleme als zunächst erwartet, in diesem Jahr brach der Absatz ein. Anlaß zur Enttäuschung über Pischetsrieders Leistung bietet auch die Gewinnentwicklung. Während Konkurrent Mercedes in diesem Jahr mehr als 2,4 Milliarden verdient, erwartet BMW nur einen Gewinn von rund 750 Millionen Mark.

DER SPIEGEL 46/1995
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