13.11.1995

AtomtechnikKeine Zukunft für den Superbrüter?

Vor knapp zehn Jahren speiste der französische Brutreaktor "Superphenix" in Creys-Malville im Rhonetal erstmals Strom ins Netz. Seither lief der 1200-Megawatt-Riese nicht einmal sechs Monate unter Vollast, vorletzte Woche wurde er wegen eines Lecks im Kühlkreislauf erneut stillgelegt. Im vergangenen Jahr hatte eine Regierungskommission empfohlen, Superphenix solle so umgebaut werden, daß er künftig nicht mehr Plutonium erbrüten, sondern den Bombenstoff verbrennen könne. Doch auch nach der optimistischen Hochrechnung der Atombehörde würde der Reaktor nur 200 Kilogramm Plutonium jährlich verbrennen - den 50. Teil der Menge, die Frankreichs zivile Reaktoren pro Jahr erzeugen. Jetzt soll eine neue zehnköpfige Kommission entscheiden, ob das Produkt französischer Spitzentechnologie nicht doch besser für immer abgeschaltet und abgewrackt werden sollte. Kosten dieser Aktion: mindestens drei Milliarden Mark.

DER SPIEGEL 46/1995
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