13.11.1995

MedizinFlüssige Atmung

Vor 30 Jahren gelang es erstmals bei einem Säugetier, einer Maus, die Lunge mit einer Flüssigkeit zu füllen und auf diese Weise das Blut mit Sauerstoff zu versorgen. Jetzt wurde diese Methode auch an kranken Menschen erfolgreich erprobt. In dem Medizinjournal The Lancet berichtete eine Wissenschaftlergruppe um Ronald Hirschl von der University of Michigan, daß 11 von 19 im Sterben liegende Intensivpatienten dank der neuartigen Behandlung überlebt haben. Es handelte sich um 10 Erwachsene, 4 Kinder und 5 Neugeborene, die aufgrund schwerster Lungenkomplikationen künstlich beatmet werden mußten. Bei den Kranken wurden die Lungen mit Perflubron gefüllt, einer geruchlosen Flüssigkeit, die eine Fluorkohlenstoff-Verbindung enthält. Diese Substanz sorgte neben dem lebensnotwendigen Gasaustausch auch dafür, daß sich zusammengefallene Lungenpartien wieder aufblähten und die Lungenfunktion verbesserten. Die Ärzte schlagen vor, die Therapie an einer größeren Zahl von Patienten zu überprüfen.

DER SPIEGEL 46/1995
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