13.11.1995

Friedrich Gulda,

65, österreichischer Klaviervirtuose, gelang die Verbindung von E- mit der U-Musik. Im Großen Saal des Wiener Konzerthauses hatte der Meister am vorvergangenen Freitag zu einem Mozartabend geladen. Um 19.30 Uhr ließ der Tasten-Irrwisch das verblüffte Publikum erst mal per Tonband wissen: "Das Live-Konzert beginnt eine Stunde später!" Ab 20.30 Uhr dann spielte Gulda Mozart ("eher schludrig und schlampig", so der Musik-Kritiker des Wiener Kurier), im zweiten Teil spielte der Musikus mit der Jazz-Organistin Barbara Dennerlein und einem Jazz-Trio. Schließlich bat Gulda im Konzerthaus zur Dance-Party bis in den frühen Morgen; vier Go-go-Girls hatte der Tastenfex selbst in London ausgesucht und einfliegen lassen. "An Jahren werde ich zwar immer älter", so der Kulturschreck, "im Schädel aber immer jünger."

DER SPIEGEL 46/1995
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