13.11.1995

Brian Sewell,

britischer Kunstkritiker, machte sich selbst zu einem Stück der Gegenwartskunst. Seit Jahren schreibt der scharfzüngige Papst der britischen Kunstkritik gegen tatsächliche oder vermeintliche Entgleisungen zeitgenössischer Künstler an. Unter Sewells Verdikt fiel auch das Werk von Damien Hirst, 29. Der hatte ein Schaf sowie einen Hai in einem Glaskasten in Formaldehyd eingelegt, beides zum Kunstwerk erklärt und in der Londoner Szene riesigen Beifall eingeheimst. Nun ließ sich Sewell scheinbar - per raffinierter Computer-Tricks - selbst wie für ein Naturkundemuseum in einem Glasbehälter mit Formaldehyd konservieren. Das so entstandene Bild ziert den Umschlag seines neuen Buches "An Alphabet of Villains" (deutsch etwa "Räuber-Alphabet"), eine Sammlung seiner Kritiken. "Ich habe mich dem Hai und dem Schaf angeschlossen", sagt Sewell, Hirst habe "sich selbst zum Clown gemacht".

DER SPIEGEL 46/1995
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