18.12.1995

Brutale Banden

aus den Ländern des ehemaligen Ostblocks machen der deutschen Polizei vor allem in den neuen Ländern immer mehr zu schaffen. Gangster aus Rußland und Rumänien rauben Supermärkte und Tankstellen aus und beherrschen als Schutzgelderpresser die Szene der Drogendealer, Zuhälter und Zigarettenschmuggler. Den Schaden schätzen die Ermittler inzwischen auf einige hundert Millionen Mark. Der Krieg in der Kriminellenszene wird immer härter. Ingmar Weitemeier, Chef des Landeskriminalamtes Mecklenburg-Vorpommern, spricht von "mit äußerster Brutalität geführten Machtkämpfen im Rotlichtmilieu". Auf dem Rauschgiftmarkt komme es, so LKA-Kriminaldirektor Klaus Mellenthin aus Stuttgart, "jetzt öfter zu Gewalttaten bis hin zu Folterungen". Der aus Moldawien kommende Mafioso "Sascha", 30, der sich selbst Pate von Rostock nennt, erklärt den Drang der Kriminellen nach Westen mit dem Zwang zu überleben: Das Proletariat aus Osteuropa möchte um jeden Preis am Wohlstand seiner westlichen Nachbarn teilhaben. Seine Gesprächigkeit gegenüber dem SPIEGEL begründete der Gangster selbstsicher: Die deutsche Polizei kriege ihn sowieso nicht.

DER SPIEGEL 51/1995
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