18.12.1995

RußlandSchwache Anleihen

Die russische Regierung glaubt offenbar selbst nicht an die Sicherheit der von ihr ausgegebenen Staatsanleihen. Bei der Verpfändung ihrer 78-Prozent-Anleihe, die sie an Rußlands zweitgrößtem Ölkonzern Jukos hält, lehnte die Regierung das gemeinsame Angebot der Banken Rossiiski Kredit, Inkom und Alpha ab. Der Grund: Die Banken wollten ein gefordertes Deposit in Höhe von 350 Millionen Dollar in von der Regierung offiziell als "absolut sicher" bezeichneten Staatsanleihen hinterlegen. Deutlicher, so ein Moskauer Börsenexperte, "kann ein Staat nicht demonstrieren, daß er seine eigenen Wertpapiere für Makulatur hält". Die drei abgewiesenen Banken wollen nun gegen die Entscheidung der Privatisierungsbehörde klagen.

DER SPIEGEL 51/1995
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