18.12.1995

HerzinfarktSchnelle Lösung für den Pfropf

Nach einem Herzinfarkt hängt das Überleben des Betroffenen häufig davon ab, wie schnell die Therapie beginnt und wie schnell der Blutthrombus in der Herzkranzarterie wieder aufgelöst werden kann. Je länger das betroffene Herzmuskelareal von der Blutversorgung abgeschnitten bleibt, desto geringer die Erholungschancen. Zwischen 40 Minuten und etwa einer Stunde dauert es mit den bislang zur Auflösung von Gerinnseln verwendeten Medikamenten, der Streptokinase oder dem gentechnisch erzeugten TPA. In zwei klinischen Studien an der belgischen Universität Löwen wurde jetzt ein neues Präparat erprobt, das den beiden Thrombenlösern den Rang ablaufen könnte: Die Substanz Staphylokinase löste innerhalb von nur 10 bis 20 Minuten die Blutgerinnsel auf, die sich in den Koronararterien oder auch der großen Beinarterie gebildet hatten. Vorerst hat der neue Thrombenlöser allerdings noch einen gewichtigen Nachteil. Wie die Streptokinase kann auch die Staphylokinase bei jedem Patienten nur einmal verabreicht werden, da sich im menschlichen Organismus Antikörper gegen die Eiweißstoffe bilden. Bei einer zweiten Anwendung besteht die Gefahr schwerer allergischer Reaktionen.

DER SPIEGEL 51/1995
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Herzinfarkt:
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