18.12.1995

Giulio Andreotti,

76, siebenmaliger Ministerpräsident von Italien, der Anstiftung zum Mord und der Mitgliedschaft in der Mafia verdächtigt, verblüfft die italienische Öffentlichkeit. Trotz schlimmster Anklagen wird der Ex-Ministerpräsident, so stellte das Nachrichtenmagazin Espresso verwundert fest, "von den Großen der Welt mit allen Ehren empfangen, sein Name öffnet immer noch Türen, die für die meisten verschlossen sind, und Mütter hoffen noch immer, daß er ihre Kinder streichelt". Selbst der Vatikan lud den Ex-Politiker in allen Ehren Ende November zum Empfang. Dort wurde Andreotti von Johannes Paul II., der "sehr lebhaft auf ihn einredete und ihm dabei vor aller Augen die Hand reichte, beinahe umarmt". Ministerpräsident Lamberto Dini hat für die erstaunliche Wertschätzung des "Beelzebubs" (Espresso) eine Erklärung: "Andreotti ist ein großer Staatsmann, er hat dem Staat 40 Jahre lang gedient."

DER SPIEGEL 51/1995
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