22.04.2013

Plattgepaukt

Wer Kinder oder Eltern nach dem Schulalltag fragt, hört dramatische Klagen über Schufterei und Strapazen. Üben die Lehrer tatsächlich zu großen Leistungsdruck aus?
Rainer Schmidt kennt sie alle: die Verzweifelten, die Verbissenen, die Verlorenen.
Vor 20 Jahren eröffnete er seinen Reparaturbetrieb mitten im Ruhrgebiet, in der Innenstadt von Gelsenkirchen. Der Diplompädagoge hilft seitdem Schülern mit Problemen, sein "eLZet Lernförderzentrum" ist ein Angebot für all diejenigen Kinder und Jugendlichen, die in der Schule nicht klarkommen. Die in Mathe versagen oder in Deutsch nicht weiterwissen, die Nachhilfe benötigen oder eine Therapie. "Bevor der Schulstress zum Dauerzustand wird, ist es wichtig gegenzusteuern", so wirbt Schmidt für sein Förderzentrum.
Da kann einen wie Schmidt, nach zwei Jahrzehnten, nicht mehr viel schockieren. Aber dann, Mitte März, an einem Dienstagnachmittag: Eine 13-jährige Schülerin erhält Nachhilfe in Mathematik, plötzlich weint sie, ist kaum noch zu beruhigen. Schließlich, so berichtet es Schmidt, sagt das Mädchen: "Ich will nicht mehr nach Hause." Seit Jahren stehe sie seitens ihrer Mutter unter großem Druck. Einmal pro Monat werde sie verprügelt, sagt die Schülerin. Jetzt will sie zum Jugendamt gehen, dem Druck entkommen. Raus aus dem Elternhaus, raus aus dem Stress.
Ein Extremfall? Ganz sicher. Und doch ist das Schicksal der Schülerin aus Gelsenkirchen weniger Zufall als Symptom: für ein Schulsystem, das Kinder wie Eltern an den Rand der Überforderung bringen kann - und manchmal darüber hinaus. Wer Kinder oder Eltern nach dem Schulalltag fragt, hört die immer gleichen Klagen über Stress im Klassenzimmer. Der Unterricht an deutschen Schulen, so kann man die Ergebnisse jüngerer Umfragen verstehen, ist zum Überlebenstraining geworden - und ein Schulabschluss nur unter Gefahr für Leib und Leben zu erwerben. So
‣ kommt die Kindergesundheitsstudie von "Elefanten Kinderschuhe" zum Ergebnis, dass ein Viertel der befragten Zweit- und Drittklässler sich oft oder sehr oft gestresst fühlt. Wichtigster Stressfaktor: die Schule;
‣ verkünden Unicef und das Deutsche Kinderhilfswerk nach einer Online-Umfrage, dass 13-Jährige im Schnitt fast 44 Wochenstunden in oder für die Schule arbeiten und ältere Schüler mehr als 45 Stunden;
‣ leidet nach einer Erhebung im Auftrag der Krankenkasse DAK mehr als jeder fünfte Schüler und mehr als jede dritte Schülerin ab zehn Jahren regelmäßig unter psychosomatischen Beschwerden wie Einschlafproblemen, Gereiztheit, Kopf- oder Rückenschmerzen;
‣ klagten 80 Prozent der befragten Gymnasiasten in München laut einer Studie der dortigen Ludwig-Maximilians-Universität über Kopfschmerzen, viele außerdem über Schmerzen im Rücken und im Bauch.
Der Stress scheint so groß zu sein, dass an manchen Schulen schon Stressbewältigung auf dem engen Stundenplan steht: Die Techniker Krankenkasse hat mit der Universität Marburg ein Anti-Stress-Programm für die Klassen 9 und 10 entwickelt, mehrere hundert Klassen haben schon mitgemacht. Die Aktion heißt Snake: Stress nicht als Katastrophe erleben.
Und die Eltern? Stehen, wie könnte es anders sein, ebenfalls unter Stress. Sie "sehen sich beträchtlichem Druck ausgesetzt, ihren Kindern die bestmöglichen Lernvoraussetzungen zu schaffen: 91 Prozent von ihnen fühlen sich verpflichtet, sich eingehend um die schulischen Leistungen ihrer Kinder zu kümmern". So ist es in einer Studie zu lesen, die der Versandhändler Jako-O in Auftrag gab. Weiter heißt es dort: "60 Prozent beklagen, dass sie vieles von dem leisten müssen, was sie eigentlich als Aufgabe der Schule ansehen."
So gesehen ist das deutsche Schulsystem ein Notfall. Und genauso sehen es Thomas Wilckens aus München, promovierter Mediziner, Vater zweier Töchter, und mit ihm mehr als 7000 weitere Menschen. Sie haben eine Petition unterschrieben, um das bayerische Schulsystem zu verändern ("Abschaffung des G8 und Entrümpelung/Modernisierung der Lehrpläne"). Wilckens hat zudem die Kinderkommission des Bayerischen Landtags angeschrieben sowie den Ausschuss für Umwelt und Gesundheit.
Er überlegt, die Uno einzuschalten, genauer: den Ausschuss für die Rechte des Kindes, beheimatet in Genf und damit beauftragt, die Umsetzung der Uno-Kinderrechtskonvention zu überwachen. In der Konvention stehe es doch, in Artikel 31: "Die Vertragsstaaten erkennen das Recht des Kindes auf Ruhe und Freizeit an, auf Spiel und altersgemäße Erholung." All dies sieht Wilckens verletzt, die Gesundheit der Schüler gefährdet, weil wir "unsere Kinder in den Schraubstock drehen, während wir Kinderarbeit im Ausland immer anprangern".
Insbesondere eine Reform ist es, die Eltern wie ihn gegen das Schulsystem aufbringt: die Verkürzung der Gymnasialzeit von neun auf acht Jahre, vollzogen in allen westlichen Bundesländern außer Rheinland-Pfalz, bekannt und, man muss wohl sagen, berüchtigt unter dem Kürzel G8. Nur im Osten herrscht Ruhe, in den neuen Ländern machen Gymnasiasten schon seit langem nach acht Jahren ihr Abitur, dort gibt es keine Reform und kaum Widerstand.
Das Kürzel G8 stand früher vor allem für den Club der mächtigsten Industrienationen, deren Treffen regelmäßig von großem Protest begleitet wurden, in Genua 2001 oder Heiligendamm 2007 beispielsweise. Heute dürfte den meisten Menschen in Deutschland zu "G8" zuerst die Bildungspolitik einfallen. Und der Protest dagegen ist in den alten Bundesländern ebenfalls vehement, nur nicht so militant.
Der Unmut äußert sich bei Demonstrationen auf Straßen oder Schulhöfen und auch im Internet. Dort haben etwa Wilckens' Mitstreiter ihre Kommentare hinterlassen, sie zeichnen ein Bild des Grauens vom deutschen Gymnasium.
"G8 macht die Kinderköpfe kaputt", heißt es. Oder: "Das G8, wie es derzeit durchgeführt wird, ist eine Paukanstalt, die keine gefestigten Persönlichkeiten heranbildet, sondern unreife Menschen mit ein bisschen Wissen zum Ausspucken."
Es klagen Schüler, "weil ich es nicht weiter einsehe, in einem dermaßen schlechten und veralteten Bildungssystem leben zu müssen".
Es klagen Lehrer: "Ich wünsche mir ein ,menschengerechteres' Schulsystem. Das bayerische Schulsystem, so wie es derzeit funktioniert, ist für die Gesundheit unserer Kinder meines Erachtens nicht förderlich und bewirkt schon in jungen Jahren bei vielen Menschen Stress und Motivationslosigkeit."
Es klagen Eltern: "G8, dieser Irrsinn, überschattet seit nunmehr neun Jahren das gesamte Leben in unserer Familie. Geprägt aus Stress und kaum einer Möglichkeit, diesen abzubauen. Schäden am Bewegungsapparat bereits im kindlichen Alter - durch Tragen bleischwerer Schultaschen, keinen Ausgleichssport, und nicht zuletzt trägt auch die Seele eine schwere Last."
Es klagen Ärzte: "Ich bin Kinderarzt, Neuropädiater, habe zwei Kinder. Der schulische Stress ist unglaublich hoch, auch bereits in der Grundschule. Kinder haben oft mehr Arbeitsstunden pro Woche als Erwachsene. Psychosomatische Erkrankungen werden bei ihnen weiter zunehmen, wenn die jetzige Situation bestehen bleibt."
Und es klagen Therapeuten: "Ich arbeite als Psychotherapeutin in einer Kinderpsychiatrischen Praxis. Diese ist voll von überforderten Eltern und Kindern, die aufgrund von Schulthemen zum Psychiater gehen müssen."
Stress, Stress, Stress - G8 ist zum Schreckgespenst der deutschen Schulpolitiker geworden. Wenn die Klagen nur aus Bayern kämen, wo das Niveau oft höher als anderswo ist, oder nur im Internet vorgetragen würden, wo die Hemmschwelle niedriger ist, dann müssten sich nicht so viele Kultusminister sorgen. Doch wo immer im vergangenen Jahrzehnt die Gymnasialzeit von neun auf acht Jahre verkürzt wurde, reißt der Protest nicht ab. Und zu den Kritikern zählen selbst Menschen wie Karin Hechler, Direktorin einer hessischen Schule und frühere Anhängerin von G8.
"Mir leuchtete schon ein, dass viele Abiturienten in Deutschland recht alt waren, wenn sie zum Beispiel erst mit 20 Jahren an die Hochschulen kamen", sagt Hechler. Sie setzte sich deshalb dafür ein, dass ihr Gymnasium, die Schillerschule in Frankfurt am Main, eines der ersten im Land war, das ein Schuljahr strich. Schon 2004, als Pilotschule, ein Jahr früher als die anderen.
Der erste Turbo-Jahrgang hat ihre Schule schon verlassen, der zweite folgt in diesem Sommer. Die Schulleiterin aber ist vom Konzept nicht mehr überzeugt. "Es war ein Fehler, ausgerechnet in der Mittelstufe ein komplettes Schuljahr herauszustreichen", sagt Hechler. Also in den Klassen fünf bis neun unterrichten zu wollen, was vorher in den Klassen fünf bis zehn Platz hatte.
Obwohl nun zusätzlicher Unterricht am Nachmittag abgehalten werde, kämen die Schüler bis zum Abitur auf rund 500 Unterrichtsstunden weniger als vorher, rechnete Hechler aus. Das habe zu einer "enormen Verdichtung des Lernstoffs" vor allem in den Klassen fünf bis sieben geführt. Gerade in diesen Jahren hätten die Schüler aber viel Neues aufzunehmen: die zweite Fremdsprache, Grundlagen in Mathematik und die wissenschaftliche Methodik in den Naturwissenschaften.
"Die Schüler werden dadurch regelrecht dazu erzogen, stur ihren Lernstoff zu pauken und alles beiseitezulassen, was vielleicht interessant ist, aber sich im Stundenplan nicht mehr unterbringen lässt", sagt Hechler. "Wir haben einen erheblichen Rückgang bei den freiwilligen Arbeitsgemeinschaften erlebt."
Wenn sie mit Bildungspolitikern darüber spreche, werde ihr oft entgegnet, dass der Lehrplan eben "entschlackt und entrümpelt" werden müsse. "Da werde ich richtig sauer", schimpft die Direktorin, "Theodor Storm oder Wilhelm Meister sind doch kein Gerümpel." Und Zeit für Theater, Musik, Sport oder Naturwissenschaften sei "kein überflüssiger Speck".
Die Noten der Abiturienten seien bislang durchaus in Ordnung gewesen, sagt Hechler, den Stoff hätten ihre G8-Schüler gut beherrscht. Und doch ist die Direktorin inzwischen überzeugt, dass sie ihren Schülern zu viel zugemutet habe. "Bildung", sagt Hechler, "ist eben mehr, als nur Gelerntes wiederzugeben." Deshalb leide am Ende doch die Qualität des Abiturs durch G8.
Bei einer Umfrage hätten zwei Drittel der G8-Absolventen ihrer Schule angegeben: Sie wären lieber neun Jahre lang zum Gymnasium gegangen. Bei Eltern und Lehrern seien es mehr als 80 Prozent gewesen, die sich in den vergangenen Wochen für eine Rückkehr zu G9 ausgesprochen hätten. Die Schule wird diesem Votum entsprechen: Das Gymnasium, das als eines der ersten zu G8 wechselte, wird als eines der ersten wieder G9 einführen.
So wollen es viele Schulen in Hessen halten. Obwohl die Fristen knapp bemessen waren und übereinstimmende Voten der Schüler-, Lehrer- und Elternvertretungen verlangt wurden, kehren 39 von 107 Gymnasien so schnell wie möglich zu G9 zurück, noch in diesem Sommer. Weitere 11 Gymnasien bieten zumindest zusätzliche G9-Klassen, an vielen anderen Gymnasien wird über eine Rückkehr zu G9 im nächsten Jahr diskutiert.
Manche Eltern ziehen sogar vor Gericht, um ihren Kindern eine nur acht Jahre dauernde Gymnasialzeit zu ersparen. Der Physiker Ronald Strasser und seine Frau Tanja aus Wald-Michelbach im Odenwald klagen für ihren elfjährigen Sohn Nico, einen Fünftklässler. Dessen Schule kehrt zwar ohnehin zu G9 zurück, doch gilt dies nur für neue Schüler, die ab Sommer aufgenommen werden.
Die Schulleitung wäre bereit, auch den jetzigen Fünftklässlern ein Jahr mehr zu gönnen. Aber das Kultusministerium in Wiesbaden blieb bislang hart: Es sei ja möglich, dass ein Kind gerade wegen G8 auf ein Gymnasium geschickt worden sei, argumentieren die Ministerialen. Doch das sei "Unsinn", sagt die Elternvertreterin Martina Tavaglione: "100 Prozent der Eltern aus den fünften Klassen haben sich für die Rückkehr zu G9 ausgesprochen." Von all diesen Eltern habe sie die Unterschriften.
Die Eltern Strasser versuchen es deshalb auf dem Rechtsweg. "Wir wollen Nico ersparen, dass er unter dem gleichen Stress lernen muss wie sein älterer Bruder", sagt der Vater. Der 14-jährige Felix geht in die siebte Klasse. Zusammen mit seinem Kumpel Alex schwitzt Felix an einem späten Nachmittag im März über Englisch- und Mathe-Hausaufgaben. Zeit für spontane Treffen, ungeplantes Spielen gebe es kaum noch, klagt Felix. "Aus der Schule komme ich manchmal erst gegen 17 Uhr, das ist schon heftig", sagt er. Sein Vater klagt: "Die Jungs haben durch die Schule eine 60-Stunden-Woche, die viele erwachsene Arbeitnehmer als absolut unzumutbar ablehnen würden."
Der Unmut der Eltern hat in zahlreichen Bundesländern zu Nachbesserungen, zur Reform der Reform, geführt (SPIEGEL 48/2012). In Schleswig-Holstein dürfen einige Gymnasien beide Modelle anbieten; in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg probieren es diverse Schulen wieder mit G9; und Bayerns Regierung bietet Schülern, "die in ihrer Entwicklung mehr Zeit brauchen", bei Bedarf ein zusätzliches Schuljahr in der Mittelstufe an.
Der niedersächsische Landtag beschloss in der vorigen Woche, die Einführung des Turbo-Abiturs an integrierten Gesamtschulen zu verhindern. Die schwarz-gelbe Vorgängerregierung hatte nach den Gymnasien auch die Gesamtschulen auf G8 verpflichtet.
In Hamburg gibt sich der regierende SPD-Senat standhaft - jedenfalls noch. Der Erste Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) warnt vor "neuem Stress" durch eine neuerliche Reform. Doch seit Jahresbeginn sammeln Väter und Mütter Unterschriften für eine Petition, damit Gymnasien künftig zwischen G8 und G9 wählen können. Knapp 6000 Unterschriften haben die Initiatoren zusammengetragen, dazu einen Unterstützerbrief von Norbert Blüm, Ex-Bundesarbeitsminister und Autor einer Streitschrift über die "Enteignung der Kindheit". In einer Umfrage des "Hamburger Abendblatts" sprachen sich zwei Drittel der Befragten dafür aus, zum G9 zurückzukehren, nur ein Viertel wollte G8 behalten.
Vermutlich wäre die Stimmung nicht so eindeutig, nicht so erregt, wenn es bei G8 nur um G8 ginge - um ein einziges von den 13 Jahren, die ein Gymnasiast in den westdeutschen Bundesländern bis zur Reform länger zur Schule zu gehen hatte. Die Belastung für die Schüler ist in manchen Jahrgangsstufen hoch, keine Frage. Doch der Aufschrei wäre niemals so laut, wenn allein die Umsetzung einer allseits akzeptierten Idee als verbesserungswürdig angesehen würde.
Der Protest gegen G8 nährt sich aber aus einem offenbar verbreiteten Unwohlsein über ein Schulsystem, das Kindern angeblich generell keinen Freiraum mehr lässt: ein Regime von freudloser Paukerei, voller enggetakteter Prüfungen, abendfüllender Hausaufgaben. Die Klage lautet etwa: Es gehe zu viel um Ausbildung, zu wenig um Bildung; zu viel um Punkte, die zu erwerben seien, und zu wenig um Persönlichkeiten, die sich entfalten könnten. Die Wahlfreiheit sei zu stark eingeschränkt worden, stattdessen herrsche Paukerei ohne echte Pause. Es ist eine Klage, die sich nicht auf die Schule beschränkt, sondern die Hochschulen einschließt, die sich von Horten der Geistesfreiheit zu Produktionsstätten von Bachelor-Absolventen gewandelt hätten.
Der Soziologe Richard Münch etwa spricht von der "großen Transformation, durch die das Ideal der Bildung als Kulturgut und Fachwissen am Ende vollständig durch das Leitbild der Bildung als Kompetenz und Humankapital ersetzt worden sein wird". Auch im Untertitel seiner Denkschrift, erschienen in der Edition Suhrkamp, drückte er sein Unbehagen aus: "Bildung und Wissenschaft unter dem Regime von Pisa, McKinsey & Co".
Viele Eltern sind inzwischen die neuen Schulreformen leid. Diese verstärken eher die Furcht, das eigene Kind könnte am Ende auf der Verliererseite landen. So setzt die Politik auf eine hohe Abiturientenquote, um Schüler fit für eine anspruchsvolle und sich ständig wandelnde Arbeitswelt zu machen. Als Botschaft bleibt in vielen Familien hängen, dass eigentlich nur noch das Abitur zählt und der Sohn oder die Tochter es um jeden Preis schaffen muss.
Oder, noch so eine zweifelhafte Reform, die Abschaffung der verbindlichen Grundschulempfehlung: Sie bringt Schülern und Eltern nur vordergründig Erleichterung, indem sie ihnen die Wahl der weiterführenden Schulform überlässt. Tatsächlich verschiebt sie Stress und Enttäuschung auf spätere Jahrgangsstufen.
Die Eltern wollen Erfolg, aber sie wollen auch Freiraum für ihre Kinder, beides ist nicht so leicht zu vereinen. "Frei und ohne Druck von außen" sollen seine beiden Söhne groß werden, ihren eigenen Kopf haben, selbst entscheiden können, welche Ziele sie in ihrem Leben verfolgen wollen und welche nicht - so wünscht es sich Heiko Martens-Scholz aus München. Nur: So erlaubt es das Schulsystem seinen Kindern nicht, findet der 50-Jährige.
Das Haus der Familie Martens-Scholz ist kein Hippie-Haushalt, in dem jeder tun und lassen kann, was er will. Der Vater ist Inhaber einer Consulting-Firma; er bevorzugt zwar einen antiautoritären Erziehungsstil und bezeichnet sich selbst als "Softie", dafür führt seine Frau Angela, eine Steuerberaterin, ein durchaus strenges Regiment.
Als Philip, einer der beiden Söhne, an einem Freitag nach der Schule zum gemeinsamen Mittagessen ins Büro kommt, lauten seine ersten Worte: "Turnen Note eins!" Er pfeffert den Schulranzen in die Ecke, setzt sich an den Tisch mit der Pizza. "Hast du Hausaufgaben auf?", fragt die Mutter. "Nein", sagt Philip und lacht. Er weiß, dass ihm seine Mutter das nicht glauben wird.
"Nächste Woche hast du eine Prüfung in Mathe", sagt sie. In dem Fach ist Philip ganz gut. Trotzdem verfügt die Mutter: "Am Sonntag geht die Oma mit dir noch einmal den Stoff durch." Philip stöhnt demonstrativ auf. Doch die Eltern achten darauf, dass die Söhne noch ihre Freizeit genießen können. Der elfjährige Philip spielt dreimal pro Woche Fußball, sein jüngerer Bruder ist im Schwimmverein.
Über seine eigene Schulzeit sagt ihr Vater: "Noten waren mir damals nicht wichtig. Ich wollte für eine bessere Welt kämpfen. Das haben damals auch alle akzeptiert. Sogar die Lehrer. Einigen war es sympathisch, dass ich mit 17 lieber auf Friedensdemos ging, anstatt für Latein-Klausuren zu lernen. Mein Abitur war dementsprechend schlecht. In den achtziger Jahren war das zum Glück allen egal."
Diesen liberalen Geist vermisst er im heutigen Bildungssystem. Der Vater ist Vorstandsmitglied der Arbeitsgemeinschaft der Elternbeiräte der Münchner Gymnasien, als Elternvertreter war er zu einer Bildungsveranstaltung der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft eingeladen. Es schockierte ihn zu sehen, "wie entrückt Politiker mit den Schulproblemen bayerischer Familien umgehen". Das wichtigste Ziel der Politiker, wie Martens-Scholz es wahrnimmt: Bildung effizient zu gestalten, so dass der Fachkräftemangel der Zukunft auf ein Minimum reduziert werde. Dabei bestehe doch "die Kunst einer guten Erziehung darin, Kinder neugierig auf die Welt zu machen".
Das ist unbestritten; und das hehre Ziel wird in deutschen Schulen sicherlich nicht immer erreicht. Die Frage lautet darum nicht, ob die Schulen noch besser werden können - ja, selbstverständlich, sie können und müssen es. Die Frage lautet vielmehr, ob es um die deutschen Schulen wirklich so schlimm bestellt ist.
Zur Wahrheit gehört, dass die Klagen über Stress durch die Schule - speziell im Gymnasium - schon verbreitet wurden, als das Wort Stress noch nicht verbreitet war. Von "Überladung und Überreizung" schrieb der schlesische Medizinalrat Karl Ignatius Lorinser 1836 in einem Beitrag für die "Medicinische Zeitung", die der Verein für Heilkunde in Preußen herausgab.
Lorinser sah das Problem "in der Vielheit der Unterrichtsgegenstände, in der Vielheit der Unterrichtsstunden und in der Vielheit der häuslichen Aufgaben". Die Paukerei passte ihm überhaupt nicht. "Noch vor dreißig oder fünfzig Jahren war der Unterricht in den Gymnasien auf wenige Fächer beschränkt", klagt der Medizinalrat, "heute werden dieselben Gegenstände nicht nur in einem viel größeren Umfange gelehrt, sondern es sind auch viele andere noch hinzugekommen." Die Folgen beschrieb Lorinser mit diesen Worten: "Kräftige und blühende Knaben sogar welken oft nach einigen Jahren dahin, wie Gewächse, denen Licht und Nahrung entzogen worden; am deutlichsten erscheint das sieche Gepräge in den höheren Klassen."
Der Artikel habe eine heftige Kontroverse um die "Überbürdung" ausgelöst, berichtet der Erziehungswissenschaftler Jürgen Oelkers, emeritierter Professor in Zürich. Das preußische Kultusministerium holte damals diverse Gutachten ein. Die angeblich übergroße Stofffülle am Gymnasium sei, so Oelkers, "im ganzen 19. Jahrhundert ein Thema gewesen, ohne dass es je einen empirischen Beweis gegeben hätte".
Mit den empirischen Beweisen ist das bis heute so eine Sache. Die Umfragen messen normalerweise das Empfinden von Schülern, Lehrern oder Eltern, also die subjektive Seite. Die objektive Belastung wird nicht erfasst. Dass die Schulen heute noch genauso stur auf Paukerei ausgerichtet sind wie 1836, werden nicht mal die schärfsten Kritiker des deutschen Bildungssystems behaupten. Dennoch sind die Klagen über den Stress so groß. Daher dürfte ein Teil der Wahrheit auch darin bestehen, dass die Wahrnehmung heute eine andere ist als vor einigen Jahrzehnten. Über die Entwicklung Heranwachsender ist mehr bekannt als je zuvor, auch über deren psychische Verletzbarkeit. Gleichzeitig ist der gesellschaftliche Stellenwert der Kinder so groß wie nie.
Noch bis in die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts, bis zum Erscheinen von Jean-Jacques Rousseaus Erziehungsroman "Émile", wurden Kinder behandelt wie kleine Erwachsene. Erst der dann einsetzende Paradigmenwechsel führte dazu, Kinder als eigenständige Wesen anzusehen, die ein Recht auf Lernen und Entfaltung haben. Heute gilt, zumindest formal, in den meisten Ländern die Uno-Kinderrechtskonvention; sie soll Kindern weltweit eine bestmögliche Entwicklung garantieren. Verabschiedet wurde sie erst 1989 - auch das ein Hinweis darauf, dass die Lebensbedingungen von Kindern in den vergangenen zwei, drei Jahrzehnten vermehrt in das öffentliche Bewusstsein gerückt sind.
Als das Uno-Kinderhilfswerk vor zwei Wochen eine Studie veröffentlichte, war die Aufregung gleich riesig. Dafür reichte aus, dass laut einer Rangliste in dieser Studie deutsche Kinder angeblich unzufrieden sind: Platz 22 von 29. Dabei bezog sich die vieldiskutierte Rangliste nur auf eine einzige Frage, die Abweichungen zu fast allen anderen Ländern waren statistisch nicht signifikant, und alles in allem sind deutsche Kinder auch laut dieser Studie keineswegs unglücklicher als andere - aber die Schlagzeilen waren dennoch zahlreich, auch der SPIEGEL berichtete.
Das Interesse hängt auch damit zusammen, dass in diesem Land nie zuvor so wenige Menschen geboren wurden. 2050 wird nur noch rund ein Drittel der Bevölkerung jünger als 40 Jahre sein. So wächst die Nervosität darüber, dass mit dem raren Nachwuchs nicht sorgsam genug umgegangen werde. Das erhöht die Aufmerksamkeit, was nur gut sein kann, aber es vergrößert wohl auch die Empfindlichkeit der Eltern. Nur wenige verhalten sich wie Heiko Martens-Scholz, jener Vater aus München, dem Friedensdemos wichtiger waren als Latein-Klausuren: Bringt sein Sohn mal eine Vier mit nach Hause, kann es sein, dass der Vater ihn lobt. "Bravo", sagt er dann, "du bist ein ganz normaler Junge, einer mit Stärken und Schwächen."
Diese Toleranz scheint seltener geworden zu sein unter den Eltern. Auch das ist ein Teil der Wahrheit, ein Teil des Problems. So groß der Druck in der Schule auch sein mag: Im Elternhaus wird er noch verstärkt. Manche Eltern sollten mit dem Finger nicht auf die Lehrer zeigen, sondern lieber auf sich selbst.
Was soll man schon sagen, wenn eine Hamburger Mutter über Schulstress klagt - und ihn folgendermaßen definiert: Sie verstehe gar nicht, dass die Lehrer an dem renommierten Gymnasium ihrer Tochter in manchen Monaten keine Hausarbeiten aufgäben, weshalb sie mit anderen Müttern bei Amazon die Schulbücher bestellen und anschließend das Kindermädchen damit beauftragen müsse, Aufgaben zu erstellen.
Oder diese Geschichte, die Dagmar Kallup erzählt, Gründerin einer Elterninitiative in Bayern: "Damit das Kind in der Schule auch sicher klarkommt, geht eine Mutter zur Volkshochschule und belegt einen Kurs in Latein, weil sie sich sonst nicht zutraut, ihrem Kind zu helfen.
"Nicht selten werden - im vermeintlich wohlverstandenen Interesse - Vorstellungen, Bedürfnisse und Lebensplanungen der Eltern in die Kinder projiziert", schreibt die Mainzer Entwicklungspsychologie-Professorin Inge Seiffge-Krenke in einem Artikel über Schulstress. "Die Eltern erwarten, dass ihre Kinder die Schullaufbahn erfolgreich durchlaufen und die Entwicklungsziele ohne größere Schwierigkeiten erreichen."
"Ein Erziehungsziel, das die aufgeklärte Mittelschicht noch vor 20 Jahren verfolgte, findet sich kaum noch: Kinder sollten lange studieren können und ihr Bewusstsein durch Reisen und Selbsterfahrung erweitern", sagt Insa Fooken, Professorin für Entwicklungspsychologie an der Universität Siegen. "Jetzt bestimmt vor allem der Gedanke an den Statuserhalt die Dynamik zwischen Eltern und Kindern."
Der Druck ist dadurch, dass heute mehr Jugendliche als früher ein Abitur erwerben, nur scheinbar kleiner geworden. Weil so viele Abitur haben, stehen diejenigen schlechter da, die keines haben. Und die Bildungsinflation hat auch dazu geführt, dass Familien ihren sozialen Status nicht mehr unbedingt dadurch erhalten können, dass die Kinder denselben Abschluss wie die Eltern erwerben - der Nachwuchs muss besser sein.
"Auch Kinder aus dem Lager der Modernitätsgewinner können hochproblematischen Voraussetzungen ausgesetzt sein", sagt der Erziehungswissenschaftler Günther Opp von der Universität Halle, "für beruflich erfolgreiche Eltern darf die Erziehung der Kinder nicht schieflaufen." Die Eltern hätten Angst, Fehler zu begehen, weil sie fürchteten, die Karriere des Kindes zu gefährden. "Daher rührt auch die Angst, die Kinder könnten in der Schule versagen", so Opp, "und natürlich gehen die Ängste auf die Kinder über."
Die 16. Shell-Jugendstudie, veröffentlicht vor drei Jahren, kommt zu dem Schluss: Die Idee, dass sich schon etwas finden werde, sollte sich ein Plan mal nicht verwirklichen lassen, sei "den heutigen Jugendlichen fremd". Die Autoren der Studie beschreiben das Lebensgefühl so: "Mit der Zeit wird sich nichts finden - so die Wahrnehmung der Jugendlichen -, vielmehr werden Möglichkeiten in der Zwischenzeit vertan."
So bleibt die "Schule ohne Stress", wie Dorothée Remmler-Bellen ihr Buch genannt hat, nur ein Traum. Die 57-Jährige kennt die Nöte der Eltern, sie hat vier Kinder. Und sie kennt die Nöte der Lehrer, sie war Lehrerin. Ihr Fazit: Gestresst seien sie alle. "Das beginnt beim Schulleiter, der eigentlich Pädagoge ist, aber auch Manager sein soll, und der von Ministerium, Eltern, Lehrern und Schülern unter Druck gesetzt wird", sagt Remmler-Bellen. Sie machte eine Zusatzausbildung zur "Präventologin", hält Vorträge vor Lehrern und hilft in ihrer "Stress-Praxis" im niederrheinischen Nettetal auch Familien. "In vielen Familien ist das gesamte Leben auf die Schule fokussiert", sagt sie, "da ist es fast zwangsläufig, dass die Kinder Ängste entwickeln."
So verstärkt sich der Druck auf die Kinder, die kaum noch freie Zeit zur Entspannung haben. Mit dem Stress innerhalb der Schule, etwa durch hohe Leistungsanforderungen, hat das freilich nicht allein zu tun. Die Stressfaktoren sind vielfältig. Eltern können nerven, aber auch die Klassenkameraden: Die Hälfte der Schüler, die vom Meinungsforschungsinstitut Allensbach für die Vodafone Stiftung befragt wurden, beklagte sich über Mitschüler, die "im Unterricht Blödsinn machen" oder "sich unterhalten". Mehr als ein Drittel war der Meinung, die Lehrer gingen nicht konsequent genug gegen solche Störenfriede vor.
Die Vodafone-Studie, die in dieser Woche vorgestellt wird, weist einmal mehr nach, wie stark der Sozialstatus einer Familie den Schulalltag der Kinder prägt: Lediglich 37 Prozent der Schüler aus sozial schwächeren Elternhäusern stufen ihre eigene Schulleistung als gut ein, gegenüber 63 Prozent aus den gehobenen sozialen Schichten. Mark Speich, Geschäftsführer der Vodafone Stiftung bezeichnet gerechte Bildungschancen als die große Herausforderung, die Studie trägt den Titel "Hindernis Herkunft". Vor allem "Schwierigkeiten und mangelnde Unterstützung im Elternhaus" würden von den Lehrern und auch von den Eltern als Probleme benannt, so Speich.
Wer über die Schule klagt, darf sie also nicht isoliert betrachten. Wenn Eltern über Lehrer meckern, kann darin auch eine Ausrede liegen. Macht mal Pause - das gilt für Kinder wie für Eltern. Die Mütter und Väter dürfen sich nicht verrückt machen und auch ihren Nachwuchs nicht. Der ist vermutlich ohnehin robuster und zugleich flexibler, als viele Ältere es wahrhaben wollen. Einiges deutet darauf hin, dass sich die nachwachsende Generation ihren Weg aus der gefühlten Misere selbst sucht.
Erste Anzeichen gibt es, gleich nach dem Schulabschluss. Die noch so jungen Abiturienten erkunden die Welt, probieren Studiengänge aus, erholen sich oder werden erst mal "Bufdi": Sie arbeiten ein Jahr lang im Bundesfreiwilligendienst. Oft halten sie es so, weil sie nicht wissen, was sie denn nun wollen sollen vom Leben - mit nur 18 Jahren und einem Turbo-Abitur in der Tasche.
"Generation Y" nennt man die jungen Männer und Frauen, die gerade ins Berufsleben starten. Sie haben sich, wie es Sozialforscher konstatieren, dem Ideal eines ausgeglichenen Verhältnisses zwischen Arbeit und Privatleben verschrieben, und sie meinen es ernst: Personalleiter internationaler Firmen beklagen, dass sich, anders als früher, weniger Nachwuchskräfte für karrierefördernde, aber anstrengende Jobs gewinnen lassen.
Das "Y" in "Generation Y" klingt englisch ausgesprochen wie "why", warum. "Warum soll ich mich dem ganzen Stress aussetzen? Warum tun, was mich kaputtmacht?", so ließe sich Generation Y frei übersetzen.
Die Generation Y hat den 11. September miterlebt, sie kennt Patchwork-Familien, die Finanzkrise und Fukushima, sie weiß, dass kaum etwas beständig ist in der Welt - und hält gleichzeitig, geprägt vom grenzenlosen World Wide Web, alles für möglich und erreichbar. Sie will selbstbestimmt und flexibel arbeiten, erklärt die Weiterentwicklung der eigenen Persönlichkeit sowie Kollegialität für unverzichtbar, Status und Prestige hingegen für überbewertet. So heißt es in einer Studie des Berliner Trendence Instituts.
Und vielleicht können die Kinder den Eltern ein Vorbild sein, nicht umgekehrt. Der Schüler Jan fühlte sich, bevor er am Snake-Training mit dem Hamburger Diplompsychologen Markus Plesner teilnahm, oft überfordert von den Wünschen seiner Eltern: "Mach deine Hausaufgaben, geh mit unserer ,Bella' Gassi, putz die Fenster, nun wasch endlich das Geschirr ab."
Nach einem Training schrieb er all die Probleme in eine Liste, überlegte sich einen Vorschlag für seine Eltern und sprach sie an. Es war eine gute Erfahrung in Jans Familie. Man einigte sich. Er erzählte von den Snake-Übungen, von besonderer Atemtechnik und von der progressiven Muskelentspannung, die er dort gelernt hatte: durch die bewusste An- und Entspannung von Muskeln innere Ruhe zu finden. Und Jan freute sich besonders darüber, "dass meine Mutter mich bat, ihr das mal beizubringen".
Von Matthias Bartsch, Jan Friedmann, Carsten Holm, Anna Kistner, Fidelius Schmid, Katja Thimm und Markus Verbeet

DER SPIEGEL 17/2013
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