22.04.2013

MEDIENPOLITIK„Aus den Bunkern in die Schützengräben“

Johannes Beermann, 52, CDU-Medienpolitiker und Chef der sächsischen Staatskanzlei, kritisiert die Zögerlichkeit von ARD und ZDF beim Streit um die Digitalkanäle.
SPIEGEL: Herr Beermann, Ende April sollten ARD und ZDF eigentlich ein Konzept vorlegen, wie sie bei ihren Digitalkanälen in Zukunft sparen wollen. Aber sie können sich offenbar nicht einigen.
Beermann: Mit dem Frühjahr hat bei ARD und ZDF in dieser Frage das Tauwetter eingesetzt. Tröpfchenweise wächst bei ihnen die Erkenntnis, dass man sparen kann. Aber weit sind sie nicht gekommen. Die Sender sind gerade mal aus den Bunkern in die Schützengräben gerobbt, wo sie sich jetzt einbuddeln.
SPIEGEL: Die ARD will bei den Sendern kooperieren. Das ZDF will die Aufgaben aufteilen. Was finden Sie besser?
Beermann: Beides kann funktionieren. Aber es muss am Ende auch eine Ersparnis stehen. Wir geben jährlich 90 Millionen Euro für Kanäle aus, von denen jeder einzelne an 99 Prozent der Bevölkerung vorbeisendet.
SPIEGEL: Warum macht die Medienpolitik sie nicht komplett dicht?
Beermann: Jugend-, Kinder-, Nachrichten- und Kulturkanäle passen eigentlich gut zum Rundfunkauftrag. Es ist bloß Unsinn, dass beide Anstalten alles selbst machen wollen.
SPIEGEL: Dann müssten sie aber auch 3sat und Arte zusammenlegen.
Beermann: Ich wäre froh, wenn es erst einmal eine Einigung bei den Digitalkanälen gäbe. Aber natürlich kann das eine Blaupause sein für weitergehende Konzepte. ARD und ZDF sollten sich von Doppelstrukturen verabschieden, wo immer es geht.

DER SPIEGEL 17/2013
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