30.12.1991

Hausmitteilung Betr.: Columbus-Serie

Vier Tage vor Weihnachten erreichten die Nachbauten der Columbus-Karavellen "Santa MarIa", "La Nina" und "La Pinta" Puerto Rico. Zehn Wochen waren sie unterwegs in die Neue Welt, einen Tag weniger als Christoph Columbus. Die von Pomp und Protesten begleitete Ankunft markiert den Beginn der offiziellen Feiern zum "Columbus-Jahr 1992" - Grund genug für die in diesem Heft beginnende sechsteilige SPIEGEL-Serie (Seite 94).
Drei Autoren beschreiben Hergang und Folgen eines Unternehmens, das die Menschheit in Eroberer und Eroberte teilen sollte und das letztlich die Grundlage schuf für eine Weltherrschaft des Goldes und Geldes, die - Ironie der Geschichte - im Jubiläumsjahr 1992 mit dem Zusammenbruch des Sowjetimperiums ihren Höhepunkt erreicht haben dürfte.
Wilhelm Bittorf setzt sich mit der Figur des Columbus auseinander:"Für viele Wochen und Tage Columbus atmen, essen, denken", das war, in Bittorfs Worten, "auf andere Weise ein härteres Abenteuer als auf einer der Nachbauten nach Amerika segeln". Am bittersten war der Umgang mit den Zeugnissen über die Grausamkeit der Christen. Wenn der Mönch Las Casas als Augenzeuge den Überfall spanischer Soldaten auf ein kubanisches Dorf im Jahr 1513 schildert, "dann rückt einem das Gemetzel dichter auf die Haut als die My Lai's unserer Tage".
Gunar Ortlepp reiste wochenlang durch Bolivien, Peru und Ecuador und sprach in der Sierra und im amazonischen Regenwald mit Politologen, Anthropologen und Führern von Indianerorganisationen, die mit neu erwachtem Selbstbewußtsein ihre Besitzrechte auf ihr Land und ihre Kultur einfordern. Ihr Fazit: 500 Jahre Unterdrückung sind genug. Carlos Widmann, Amerika-Korrespondent des SPIEGEL, schildert, wie Millionen Latinos - meist illegal - versuchen, die Nordhälfte des Kontinents auf ihre Art zurückzuerobern.

DER SPIEGEL 1/1992
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