30.12.1991

Wahlkampf ohne Profis

Die SPD verliert ihre Organisations-Profis. Kurz vor Weihnachten hat der letzte Kampagnen-Spezialist der Bonner Parteizentrale, der stellvertretende Bundesgeschäftsführer Erik Bettermann, 47, vorzeitig gekündigt. Vor ihm hatten 25 Referenten und Abteilungsleiter den Abschied eingereicht. Bettermann, der am 3. Januar seinen Dienst als Bremer Bonn-Beauftragter im Range eines Staatsrates antritt, wollte bereits kurz nach der Berufung des Gewerkschafters Karlheinz Blessing zum Bundesgeschäftsführer die Baracke verlassen. Frustriert war Bettermann seinerzeit nach einem Gespräch mit Blessing. Er konnte dessen innerparteilichen Reformplänen ("Kein Brief darf länger als 14 Tage unbeantwortet bleiben") nichts abgewinnen. Parteichef Björn Engholm hatte Bettermann zunächst dazu überredet, bis zu den Landtagswahlen in Kiel und Stuttgart im April 1992 zu bleiben. Blessing hat nun dafür gesorgt, daß ihm auch von Abteilungsleitern des Ollenhauer-Hauses keine fachliche Konkurrenz droht. Als Chefs für Organisation und Politik, die im operativen Wahlkampfeinsatz besonders gefragt sind, berief er Organisations-Laien: den Bremer Fachhochschul-Professor Edgar Einemann und den IG-Metaller Heinrich Thiemann.

DER SPIEGEL 1/1992
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