30.12.1991

Neun Planeten sind genug

Seit mehr als einem halben Jahrhundert sind viele Astronomen davon überzeugt, daß es ihn geben muß und daß er auch irgendwann gefunden wird - der zehnte Planet in unserem Sonnensystem, der weit außerhalb von Neptun und Pluto seine Bahn ziehen soll. Vor allem aus den Abweichungen der Bahn von Uranus hatten die Himmelsforscher geschlossen, daß außer der Schwerkraft der Sonne und der schon bekannten Planeten auch noch die Schwerkraft eines "Planeten X" an dem erdfernen Planeten zerre. Viermal soviel Masse wie die Erde, so hatten die Astronomen schon kalkuliert, sollte Planet X haben und auf einer elliptischen Umlaufbahn einmal in tausend Jahren die Sonne umkreisen. Ein Astronomie-Satellit, der mit Hilfe seiner Infrarotoptiken schon 70 Prozent des Himmelsgewölbes kartographiert hat - darunter auch das gesamte Gebiet, in dem der Planet X zu finden sein müßte -, konnte keine Spur des zehnten Planeten finden. Der 1930 entdeckte Pluto und sein Mond Charon, so die fast einhellige Meinung beim Treffen der Royal Astronomical Society in London, werden wohl weiter die Grenzposten des Planetensystems bleiben.

DER SPIEGEL 1/1992
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