30.12.1991

RÜCKSPIEGELZitate, Der SPIEGEL berichtete . . .

Die Saarbrücker Zeitung über die Spendenschiebung im Kabinett Lafontaine (SPIEGEL-Nr. 51/1991 Affären - Spezielle Fälle)
Im Moment sieht sich Finanzminister Hans Kasper wieder einmal genötigt, etwas zurückzuweisen. Diesmal tritt ihm der SPIEGEL auf die Füße, das Nachrichtenmagazin, das gewiß nicht im Verdacht steht, die Schwarzen eher zu schonen als die Linken. Wie schrieben die Hamburger vor einigen Jahren: Das Saarland sei katholisch, dumm und schwarz. Heute müssen die gleichen Leute neu überlegen und formulieren . . . Angesichts der nicht mehr zu übersehenden roten Verkrustung in unserem Land, die auch überregional mehr und mehr entdeckt und in den Medien dargestellt wird, können die Saarländer eigentlich nur klüger werden. *EINLEITUNG:
Der Schriftsteller Jürgen Fuchs in einem Gespräch mit der Frankfurter Rundschau über seine SPIEGEL-Serie (Nr. 47 bis 51/1991 - Schriftsteller im Stasi-Netz):
Und im übrigen verweise ich darauf, daß die Serie im SPIEGEL nur eine Vorveröffentlichung ist, nur ein Bruchteil, weitere werden folgen, ich verweise auf Reiner Kunze, Erich Loest - und ich verweise darauf, daß wir in wenigen Tagen, wenn hoffentlich dieses Stasi-Akten-Gesetz bald in Kraft ist, diese Art der Mitteilung demokratisieren können. Dann müssen nicht mehr einzelne, die so weit vorn am Balkon stehen und - wie ich jetzt - mit Morddrohungen konfrontiert werden, diese Arbeit leisten.
Dennoch: Warum sollen es Autoren leichter haben? Warum soll es leicht sein, Teile der Wahrheit zu veröffentlichen? Das hat immer einen Preis, und wir sind bereit, ihn zu zahlen. *ÜBERSCHRIFT: Der SPIEGEL berichtete . . . *EINLEITUNG: . . . in Nr. 52/1991 SCHRIFTSTELLER - MASSNAHME TOTENHAUS über den Berliner Lyriker Sascha Anderson, der als langjähriger inoffizieller Mitarbeiter der Stasi enttarnt wurde.
Sascha Anderson wird sein Stipendium an der deutschen Akademie Villa Massimo in Rom vorerst nicht antreten können. Die endgültige Entscheidung darüber hat der Berliner Kultursenator Ulrich Roloff-Momin zunächst noch ausgesetzt. Unterdessen forderten acht Stipendiaten der Villa Massimo das verantwortliche Auswahlgremium auf, das Stipendium einem anderen Schriftsteller zuzusprechen, falls Anderson nicht selber verzichte.

DER SPIEGEL 1/1992
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