02.03.1992

Panikmache mit Michelangelo

Am 6. März, dem Geburtstag des italienischen Renaissance-Künstlers Michelangelo Buonarroti (1475 bis 1564), soll er zuschlagen: der Computervirus "Michelangelo", ein getarntes Sabotageprogramm, das per Diskette verbreitet wird und PC-Daten am Stichtag unwiederbringlich löscht. Vor dem Datenfresser warnte beispielsweise der Hamburger Informatik-Professor Klaus Brunnstein; das "Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik" in Bonn gab sogar eine "behördliche Warnmeldung" heraus. Die prophezeite Virenplage kommt gerade rechtzeitig zur Computermesse "Cebit" in Hannover (11. bis 18. März), auf der zahlreiche Anbieter mit passender Schutz-Software aufwarten werden - Computerexperten fühlen sich denn auch an den werbewirksamen "Datacrime"-Virusalarm von 1989 erinnert und sprechen von "unbegründeter Panikmache". Der Hamburger Chaos Computer Club rügt eine "Irreführung des Verbrauchers". Rainer von zur Mühlen, Chef einer Bonner Unternehmensberatung für Computersicherheit: "Ich wage es, die Verbreitung dieses Virus anzuzweifeln." Für den 6. März erwartet er "business as usual".

DER SPIEGEL 10/1992
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