05.04.1993

GESTORBENAlexej Iwanowitsch Adschubej

69. Berühmt wurde der Tatar als Chruschtschows Schwiegersohn, gelernt hatte er Journalistik an der Moskauer Universität und Dramaturgie am Moskauer Künstlertheater. Der Abteilungsleiter der Zeitung des kommunistischen Jugendverbandes Komsomol fand das Wohlgefallen von Rada, der Tochter des Parteichefs, und stieg zum Chefredakteur auf, 1959 auch bei der Regierungszeitung Iswestija. Er begleitete den mächtigen Schwiegervater auf Auslandsreisen und beschrieb dessen Auftritt in den USA, wofür er 1960 den Leninpreis bekam. Vier Jahre später fuhr Adschubej in die Bundesrepublik Deutschland und plädierte hernach bei Chruschtschow für eine neue Deutschlandpolitik. Der Schwiegervater schien geneigt, verlor jedoch sein Amt im Oktober 1964. Damit war auch Adschubejs Karriere zu Ende: Aus dem ZK wegen "Fehler in der Arbeit" entfernt, verlor er den Chefredakteursposten. Alexej Iwanowitsch Adschubej starb am vorvergangenen Freitag in Moskau.

DER SPIEGEL 14/1993
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