13.07.1992

Klaus Matthiesen,

51, Umweltminister in Nordrhein-Westfalen, geriet nach Protesten von Saubermännern unter Waschzwang. Während einer Kampagne gegen die Wasserverschwendung in Schwung geraten, hatte sich der Genosse über tägliche Duschorgien ("ökologischer Unsinn") ereifert und bekannt, er dusche nur einmal in der Woche. Sofort schwappte eine Ekelwelle übers Land, in Zeitungsumfragen wurde der Sozialdemokrat als "Schmuddel-Minister" und "Schmutzfink der Nation" beschimpft, Kabinettskollegen übergossen ihn mit Hohn und Spott. Matthiesens Rückzieher, er habe sich nur gegen das tägliche stundenlange Duschen ausgesprochen, nutzte wenig. In einem neuen Reinigungsversuch läßt der Minister nun streuen, auch er dusche in Wahrheit alle zwei Tage.

DER SPIEGEL 29/1992
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