21.06.1993

GESTORBENJohn Connally

76. Der Tag, an dem er sich unauslöschlich ins Bewußtsein der amerikanischen Nation einprägte, wäre beinahe auch sein letzter gewesen: Am 22. November 1963 wurde der damalige Gouverneur von Texas in Dallas durch eine der Kugeln lebensgefährlich verletzt, die Präsident John F. Kennedy galten. Connally war der Prototyp eines amerikanischen Politikers: Eigentlich Demokrat, ging er 1952 auf Distanz zu seiner Partei, um dem Republikaner Dwight D. Eisenhower zur Präsidentschaft zu verhelfen. Bei seiner eigenen Wahl zum Gouverneur 1963 nutzte der wendige Politiker jedoch seine enge Freundschaft zu Kennedy-Vize Lyndon B. Johnson. 1971 wurde er Finanzminister unter Richard Nixon, der später schrieb, der Texaner sei "der einzige Mann in beiden Parteien gewesen, der das Zeug zu einem großen Präsidenten" gehabt habe. Der auch mal der Korruption angeklagte Connally erklärte 1988 mit 93 Millionen Dollar Schulden seinen Bankrott - und wurde doch wieder zum Millionär. Er starb am vergangenen Dienstag an einer Lungenkrankheit.

DER SPIEGEL 25/1993
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